Erfahrungsbericht zur “Nordic Security Conference 2017: NATO and Russia in a Changing World”


16 Juni, 2017

von Maximilian Hoell und Timm Schulze

Wie in den Vorjahren auch, lud YATA Norway norwegische und ausländische Studenten und Berufseinsteiger zu einer Sicherheitskonferenz nach Oslo ein. Zur diesjährigen Nordic Security Conference wurden mit Maximilian Hoell und Timm Schulze von YATA Norway gleich zwei deutsche YATAs geladen.

Die zweitägige Konferenz stand ganz im Zeichen der NATO-Russland-Beziehungen. Am ersten Konferenztag referierten Militärs, Diplomaten und Wissenschaftler. Nach den üblichen Willkommensgrüßen der Organisatoren, ging es mit Vorträgen zum Oberthema „European Security Challenges“, also den Herausforderungen für die europäische Sicherheitsordnung, los. Den Anfang machte Staatssekretär Bø aus dem Norwegischen Verteidigungsministerium, der die derzeitige Sicherheitslage und –ordnung aus norwegischer Sicht darlegte. Norwegen habe als kleiner Mitgliedsstaat gelernt, mit der Großmacht Russland in unmittelbarer Nachbarschaft zu leben. Die NATO müsse enger zusammenrücken, um ihre Stärke und Widerstandsfähigkeit besser zu demonstrieren. Weiter ging es mit einem Vortrag zur Außen- und Sicherheitspolitik von Andrew Byrne von der EU-Vertretung in Norwegen. Auch dieser Vortrag endete mit einem eindringlichen Plädoyer für mehr europäische Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen zwischen der NATO und der EU. Die restlichen Vorträge des Vormittags analysierten Russlands offensive Maßnahmen gegen Europa und die NATO. Oberstleutnant Ydstebø, Leiter der Abteilung Militärstrategie und Doktrin im Norwegischen Verteidigungskolleg, stellte Beispiele russischer Propaganda und Informationskriegsführung vor; Herr Bukkvoll vom Norwegian Defence Research Establishment analysierte Russlands Rolle in der Ukraine-Krise und Professor Dahl Martinsen vom Norwegian Institute for Defence Studies untersuchte die Wirkung der Sanktionen gegen Russland. Vor der Mittagspause hatten die Teilnehmer im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Is NATO outdated?“ Gelegenheit zum Austausch mit Experten.

Der Nachmittag ging auf die russische Sichtweise ein. Los ging es mit einem Vortrag von Professor Flikker der Universität Oslo zur innenpolitischen Lage in Russland. Professor Godzimirski vom Norwegian Institute of International Affairs referierte über den Einfluss abtrünniger Provinzen und de-facto-Staaten auf die russische Außen- und Sicherheitspolitik. Es folgten Vorträge zur strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China (Jo Inge Bekkevold vom Norwegian Institute for Defence Studies), zu den USA-Russland-Beziehungen unter Donald Trump (Kjell Dragnes) und zur russischen Rolle im Mittleren Osten (Charlotte Bandsma vom German Marshall Fund of the United States). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen ausgiebig Gelegenheit zur Reflektion und Diskussion mit den Referenten im informelleren Rahmen während des Abendprogramms in der Osloer Innenstadt (Stadtführung und Abendessen).

Am zweiten Tag hatten unsere Freunde von YATA Norway für die internationalen Gäste eine Krisen-Simulation organisiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlüpften bei „Peace and Conflict“ in unterschiedliche Rollen und vertraten jeweils als Staatschefs, Außenminister sowie Finanzminister die Interessen von acht fiktiven Ländern. Durch Faktoren wie etwa politisches System, Ressourcen und historische Feindschaften unterschieden sich die Startbedingungen dieser Länder voneinander. Gleichzeitig mussten wir uns während der Simulation durch unvorhergesehene Ereignisse neuen Herausforderungen stellen. Die Simulation sollte aufzeigen, wie Konflikte zwischen Staaten entstehen und wie auf unterschiedliche Weise Lösungen gefunden werden können. Im Anschluss konnten wir noch einmal in großer Runde über die Ereignisse reflektieren. Dank der Simulation wurde uns erneut bewusst, welche Vielzahl von Faktoren und Interdependenzen die Konflikt- und Kooperationsmuster in der realen Welt beeinflussen.

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