Ex-Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl Prof. Dr. Stürmer am 23. März 2017 in Kalkar „Deutschland, was nun?“


23 März, 2017

Zum Abschluss der Wintervortragsreihe 2016 / 2017 hatte der Kommandeur des Zentrums Luftoperationen, Generalleutnant Joachim Wundrak eingeladen. Gemeinsam mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft werden seit vielen Jahren sicherheitspolitische Veranstaltungen durchgeführt.

Der Regionalleiter Niederrhein der Deutschen Atlantischen Gesellschaft Oberstleutnant a. D. Michael Urban, und General Wundrak konnten als Vortragenden den renommierte Professor für Mittlere und Neue Geschichte Prof. Dr. Michael Stürmer gewinnen. Dieser war bis 2003 an der Universität Erlangen – Nürnberg tätig. Außerdem war er auch von 1980 – 87 außenpolitscher Berater von Kanzler Kohl. Seit 1998 ist Micheal Stürmer Chefkorrespondent der Zeitungen Welt und Welt am Sonntag.

Prof. Dr. Michael Stürmer
„Der Geschichtsprofessor bei seiner Rede in der von-Seydlitz-Kaserne“.

In seiner Eröffnung begrüßte Wundrak neben dem Mitglied des Landtags Margret Vosseler die Bürgermeisterin von Kalkar Dr. Britta Schulz auch den Leiter der Bundespolizeiinspektion Kleve Polizeioberrat Stefan Jäger und über 300 Teilnehmer. Er bat Prof. Stürmer „Geben Sie uns eine Antwort auf die Frage Deutschland, was nun? Europäische Sicherheits- und Außenpolitik.“

In seinen Ausführungen bezog sich Stürmer auch auf seine Teilnahme an der letzten Sicherheitskonferenz (MSC) im Februar in München. „Die Zeiten werden unsicherer!“ Er erläuterte, dass nicht nur Russland sondern auch China sehr ernst zu nehmende Faktoren in den aktuellen sicherheitspolitischen Unberechenbarkeiten sind. Stürmer sagte, dass trotz des derzeit unklaren Kurses des amerikanischen Präsidenten Trump die NATO weiterhin das wichtigste Bündnis für Deutschland ist. Durch den Brexit wäre die Teilnahme Deutschlands an einer Erweiterung der EU im Verteidigungsbereich eine Schwächung unserer Sicherheits- und Außenpolitik. „Die Teilnahme an einer europäischen Gendarmerie oder Carabinieri durch die Bundeswehr wäre aus der Sicht vieler Teilnehmer der MSC notwendig. Die Politiker sollten sich auf die derzeitigen EU – Missionen im Mittelmeer oder in Mali beschränken.“

Im Anschluss fand eine lebhafte Diskussion mit dem Referenten statt. Abschließend bedankte sich Generalleutnant Wundrak mit einem kleinen Gastgeschenk. Der Kommandeur lud „zur nächsten Veranstaltung der neuen Wintervorträge Ende November des Jahres“ ein und bedankte sich für den hochinteressanten Vortrag.

Text: Peter Emshoff / Luftwaffe
Fotos: Peter Emshoff / Luftwaffe

Die Veranstaltung in der Zeitung

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