Ist der Islam noch zu retten? am 04. Mai in Geilenkirchen


12 Mai, 2017

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Hamed Abdel-Samad zog mehr als 200 Zuhörer in seinen Bann bei der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des kooperierenden Regionalkreises Aachen der Deutschen Atlantischen Gesellschaft mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Volkshochschule Heinsberg. Hamed Abdel-Samad ist als islamkritischer Aufklärer einer der mutigsten Intellektuellen unserer Zeit. Gegen ihn wurde eine Mord-Fatwa verhängt, er lebt seit Jahren unter dem Schutz von Staatsschutz, des jeweiligen LKA und der örtlichen Polizei, sodass auch diese Veranstaltung mit ihm von entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen begleitet war. Doch die begeisterten Zuhörer nahmen es gerne in Kauf. „Ist der Islam noch zu retten?“ ist auch der Titel seines neuesten Buches, einer Streitschrift in 95 Thesen. Er betonte, eigentlich hatte er vor, diese Streitschrift in 114 Thesen zu fassen, den 114 Suren des Koran folgend. Doch jetzt gerade sei Lutherjahr, da „habe er halt nachgeben müssen“, stellte er schmunzelnd fest. Seit 20 Jahren lebt er in Deutschland, und tritt vehement für eine Trennung von Religion und Staat ein. Er hebt die Bedeutung des Grundgesetzes hervor, welches in den ersten drei Artikeln die Würde des Menschen, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit beinhaltet und dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Die in Artikel 4 folgende Aussage zur Freiheit des Glaubens dürfte dann eben nicht ohne die ersten drei Artikel beansprucht werden. Jedoch genau dies sei einer der Kardinalfehler fehl geleiteter Islamisten.

Dieser Vortrag und die anschließende Diskussion waren ein Genuss für Laien auf diesem Gebiet wie für Kenner, selten findet man solch klare, durchdachte Aussagen zu einem der Hauptprobleme unserer Zeit.

(B.v.R.)

Die Veranstaltung in der Presse

Zurück..