Im Oktober dieses Jahres hat sich in Frankreich aus zunächst lokalen Schüler- und Studierendenprotesten eine breitere gesellschaftliche Protestbewegung entwickelt. Die Ursachen für die wachsende Unzufriedenheit sind vielfältig: Viele Menschen leiden unter den hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere den Preisen für Lebensmittel, Energie und Kraftstoff. Vor allem unter jungen Menschen verbreitet sich das Gefühl, politisch nicht ausreichend gehört und gegenüber den älteren Generationen benachteiligt zu werden. Hinzu kommen die von der Regierung angesichts des hohen Haushaltsdefizits angekündigten Sparmaßnahmen, die weitere soziale Einschnitte befürchten lassen. Auch der Klimawandel und seine gesellschaftlichen Folgen spielen in den Auseinandersetzungen eine Rolle. Überschattet wurden die Proteste teilweise durch gewaltsame Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Plünderungen, an denen sich auch militante Gruppen beteiligt haben. Diese Ereignisse werfen grundsätzliche Fragen nach dem Zustand der französischen Gesellschaft und ihres politischen Systems auf. Sie bieten deshalb Anlass, eine erste Bilanz der gegenwärtigen Krise zu ziehen, zugleich aber auch auf die knapp zehnjährige Präsidentschaft Emmanuel Macrons zurückzublicken: Welche Hoffnungen hat er erfüllt, welche Erwartungen enttäuscht? Wie hat sich Frankreich unter seiner Präsidentschaft verändert? Und welche politischen Perspektiven zeichnen sich im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im April 2027 ab?
Im Anschluss der Veranstaltung laden wir zu einem Get Together ein!
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