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Sonderzug nach Moskau – Geschichte der deutschen Russlandpolitik seit 1990

Buchvorstellung

Seit dem 24. Februar 2022 steht die deutsche Russlandpolitik vor einem Scherbenhaufen. Ihre Strategien sind gescheitert. Ihre Grundüberzeugungen erschüttert. In Deutschland und international wird heftig über sie gestritten. War sie von Anfang an verfehlt? Wie weit reichte der Einfluss Russlands und seiner Netzwerke? Befand sich die Bundesrepublik auf einem Sonderweg? Bastian Matteo Scianna hat bislang unzugängliche Archivbestände ausgewertet. Seine fundierte Analyse zeigt, dass die Geschichte viel komplexer ist als manchmal dargestellt. Die deutsch-russischen Beziehungen waren besonders und genossen einen hohen Stellenwert. Es gab sogar einen Sonderzug nach Moskau. In Europa stand die Bundesrepublik keineswegs allein. Andere Länder glaubten ebenfalls an « Wandel durch Handel» und wollten mit Russland zusammenarbeiten: Man folgte internationalen Interessen und erkannte zugleich die Grenzen des eigenen Einflusses auf die Entscheidungen des Kremls. Doch die Kritik an Deutschland ist in Teilen gerechtfertigt: Denn man hatte keinen Plan B und keine Strategie für den Ernstfall. Die Bundeswehr verkümmerte. Die Ukraine wurde nicht aufgerüstet. Dialog, Entspannung und Einbindung waren noble Versuche, die aber ohne eine glaubwürdige Abschreckungspolitik in der Luft hingen und am Ende zusammen mit energiepolitischen Irrwegen die Sicherheit Europas gefährdeten.

 

Eintritt frei.

Veranstaltungsdetails

Datum:
6. Oktober 2026
Zeit:
18:00 – 19:30

Veranstalter

Veranstaltungsort

Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock
GrĂĽner Weg 5
18055 Rostock

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Zu Gast:

PD Dr. Bastian Matteo Scianna

Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter

PD Dr. Bastian Matteo Scianna ist seit April 2026 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Rostock. Sein aktuelles Forschungsprojekt trägt den Titel „Neue Ostseepolitik. Die Bundesrepublik und die baltischen Staaten seit 1991“. Seit Oktober 2016 ist er außerdem Akademischer Mitarbeiter an der Professur für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt des Historischen Instituts der Universität Potsdam. Er war Promotions- und Habilitationsstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung.