Viele verfolgen mit großem Interesse, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, das Bundesministerium der Verteidigung und die Bundeswehr die Weichen für den Aufbau der Bundeswehr zur stärksten konventionellen Landstreitkraft der NATO in Europa stellen und diesen Prozess vorantreiben. Der Minister zeigt dabei so viel Präsenz bei der Truppe, in der Öffentlichkeit und in den Medien wie kaum ein Verteidigungsminister vor ihm.
Einige Entscheidungen erscheinen nachvollziehbar, etwa die Absage des Fregattenbaus in den Niederlanden aufgrund der Kosten, die Entwicklung eines deutsch-französischen Kampfflugzeugs oder die dauerhafte Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen.
Beim Thema Personalgewinnung bleiben jedoch viele Fragen offen. Einerseits wird betont, dass die Bundeswehr dringend Personal benötigt, um Abschreckung und Bündnisverteidigung sicherzustellen. Andererseits erscheint der Weg dorthin nicht immer eindeutig. Bis 2030 soll die Bundeswehr von derzeit rund 180.000 Soldatinnen und Soldaten auf insgesamt bis zu 460.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten sowie Reservistinnen und Reservisten anwachsen. Gleichzeitig erhält die Reserve eine neue Rolle, deren konkrete Ausgestaltung noch nicht vollständig erkennbar ist. Dennoch sieht Verteidigungsminister Pistorius derzeit keinen Bedarf für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Für ihn bleibt Freiwilligkeit das „Gebot der nächsten Jahre“.
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 27. Juni 2026 erklärte er: „Natürlich steht die Frage im Raum: Was, wenn wir in ein paar Jahren mehr freie Plätze als geeignete Bewerberinnen und Bewerber haben sollten? Es war von Anfang an in der Koalition vereinbart, dass wir dann gegensteuern müssen.“
Was bedeutet das konkret fĂĽr den Personalaufbau der Bundeswehr? Welche Rolle soll die Reserve kĂĽnftig ĂĽbernehmen? Und reicht das freiwillige Modell aus, um die angestrebten Personalziele zu erreichen?
Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltung am 20. August. Ein ausgewiesener Fachmann wird die aktuellen Entwicklungen einordnen und erläutern, wie der geplante Personalaufbau gelingen soll. Unser Referent Brigadegeneral Reiland wird unter anderem die sicherheitspolitischen Krisen unserer Zeit, die Entscheidung zum Aufwuchs der Bundeswehr als Folge davon, den neuen Wehrdienst als Motor des Aufwuchses sowie Aufwuchs und Offizierkorps behandeln. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion.
Wir lassen den Vortragsabend wie gewohnt mit Gesprächen bei einem Glas Wasser, Wein und Brezeln mit unserem Referenten ausklingen.
Anmeldung
Melden Sie gerne auch Freunde und Bekannte zu unserer Veranstaltung namentlich an. Wir weisen darauf hin, dass die Raumkapazität begrenzt ist und aufgrund der Zugangskontrolle an der Wache nur Personen an der Veranstaltung teilnehmen können, die sich zuvor fristgerecht bis zum 13. August 2026 angemeldet haben.



