Unter der Leitfrage âDie NATO mit weniger USA? â Was die EuropĂ€er jetzt tun mĂŒssenâ luden die Deutsche Atlantische Gesellschaft (DAG) und das George C. Marshall European Center for Security Studies (GCMC) zur NATO Talk-Konferenz 2025 ein. Eine Videobotschaft von NATO-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte und die Keynote Address von Botschafter Boris Ruge setzten die Leitplanken fĂŒr vier Panels mit klaren Befunden und konkreten AuftrĂ€gen fĂŒr die StĂ€rkung des europĂ€ischen Pfeilers der NATO.
Auftakt im Hotel Adlon: Appell an gesellschaftliche Debatte



Bundesminister a. D. Christian Schmidt, DAG-PrĂ€sident und Hoher ReprĂ€sentant fĂŒr Bosnien und Herzegowina, eröffnete die Konferenz mit dem Appell, Sicherheitspolitik aus der Fachblase heraus in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Schmidt begrĂŒĂte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Diplomatie, Bundeswehr und Wissenschaft und auch viele Studierende. Er machte deutlich, worum es der Deutschen Atlantischen Gesellschaft geht: Sicherheitspolitische Debatten betreffen uns alle in unserem eigenen Leben. âEverything is localâ, denn diese Debatten gehören dorthin, wo Informationsbedarf, Sorgen und Meinungen aufeinandertreffen. Die NATO Talk-Konferenz, seit 2008 das Flagship-Event der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, bietet dafĂŒr ein offenes Forum. Brigadegeneral a. D. Rolf Wagner, Deutscher Stellvertretender Direktor des George C. Marshall European Center for Security Studies (GCMC), knĂŒpfte an: Das GCMC hat seinen Auftrag der Lage immer wieder angepasst, von der HeranfĂŒhrung postsowjetischer Staaten in den neunziger Jahren ĂŒber Krisenmanagement und TerrorismusbekĂ€mpfung in den Zweitausenderjahren bis zum wieder aufgeflammten strategischen Wettbewerb der GroĂmĂ€chte und der Thematik hybrider Bedrohungen seit 2014. Mit âGCMC 4.0â richtet sich das Zentrum nun auf eine europĂ€isch gefĂŒhrte Abschreckung und Verteidigung aus; Einsichten aus dem NATO Talk 2025 flieĂen in diese Weiterentwicklung ein.
Videobotschaft von NATO-GeneralsekretÀr Mark Rutte:
âWe can only be secure together!â
Den inhaltlichen Auftakt setzte eine Videobotschaft von NATO-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte. Rutte bedauerte, nicht persönlich in Berlin sein zu können, und verband seinen Dank an die Veranstalter mit einer klaren Botschaft: Das Engagement der USA in der Allianz bleibt ârock solidâ. Zugleich sei mehr europĂ€ische Verantwortung geboten, âeveryone doing their fair shareâ. Die USA bleiben tief in die europĂ€ische Sicherheit eingebunden, erwarten aber mehr Eigenleistung der EuropĂ€er: Investitionen, ProduktionskapazitĂ€ten und eine robuste industrielle Basis. Rutte wĂŒrdigte Deutschlands Rolle als SchlĂŒsselland und unterstrich die wachsende Bedeutung der Zusammenarbeit von NATO und EU. Sein Schlussgedanke: âWe can only be secure and successful when Europe and North America stand strong together in NATO â and that will not change.â
Grundsatzrede von Botschafter Boris Ruge: Den europÀischen Pfeiler in der Allianz stÀrken



In der anschlieĂenden Grundsatzrede zeichnete Botschafter Boris Ruge, Beigeordneter GeneralsekretĂ€r der NATO fĂŒr Politische Angelegenheiten und Sicherheitspolitik, ein nĂŒchternes Lagebild: âDie Lage ist ernstâ. Er erinnerte daran, dass es in Deutschland lange den ehrlichen Wunsch nach Partnerschaft mit Russland gegeben habe. Putins Kurs seit Mitte der 2000er Jahre â von seiner Rede bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz 2007 ĂŒber die russische Invasion Georgiens 2008 und die Besetzung der Krim 2014 bis zur GroĂinvasion der Ukraine 2022 â habe diesen Weg jedoch versperrt und das gute VerhĂ€ltnis zu Moskau im Nachhinein als Wunschdenken entlarvt.
Russland bleibe die gröĂte und unmittelbarste Bedrohung fĂŒr das BĂŒndnis; auch nach einem möglichen Kriegsende werde Europa Gefahren abwehren mĂŒssen â und zwar sowohl konventionelle als auch nukleare und hybride. Ruge betonte zugleich die positive Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung: Die NATO werde in Deutschland so breit unterstĂŒtzt wie selten zuvor. Die Zukunft der Allianz liege in einer handlungsfĂ€higen europĂ€ischen SĂ€ule: Es gelte nun FĂ€higkeiten schneller aufzubauen, industrielle LeistungsfĂ€higkeit zu steigern, politische Geschlossenheit zu sichern und die USA strategisch eingebunden zu halten. Genau dafĂŒr, so Ruge, leiste die DAG einen wichtigen Beitrag, indem sie NATO-Themen in die Gesellschaft trĂ€gt.
Panel 1: Zur strategischen Lage â in Europa und weltweit (Moderation: Nora MĂŒller)



S. E. Oleksii Makeiev (Botschafter der Ukraine in Deutschland), Dr. Norbert Röttgen MdB (stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion), Dr. Mikko Huotari (Direktor MERICS) und Dr. Margarete Klein (Forschungsgruppenleiterin Osteuropa und Eurasien, SWP) spannten den Bogen von der Abschreckung Russlands bis hin zum Aufstieg Chinas. Dr. Klein bezeichnete Russlands Vorgehen als eine KriegsfĂŒhrung, die lange vor dem ersten Schuss beginnt: mit Subversion, Sabotage und Desinformation. Sie warnte, der russische Aufwuchs auf rund 1,5 Millionen Soldaten deute ĂŒber die Ukraine hinaus: Moskaus Ziel sei eine europĂ€ische Neuordnung ohne die USA. VerlĂ€sslich vorbeugen könne Europa nur, wenn die Ukraine selbst abschreckungsfĂ€hig werde. Botschafter Makeiev schilderte die Frontlage mit enormen russischen Verlusten und betonte: Deutschland liefere zwar die meisten Flugabwehrsysteme, doch reine Abwehr reiche nicht. Es mĂŒsse auch gegen Abschussrampen und Munitionsdepots vorgegangen werden. Faktisch sei die Ukraine in den Bereichen von Ausbildung, Logistik und Strukturen lĂ€ngst eng in das NATO-BĂŒndnis eingebunden.
Dr. Röttgen hob die Rolle von Drohnen fĂŒr eine glaubwĂŒrdige Abschreckung hervor und bezeichnete Europas Entschlossenheit als den SchlĂŒssel, um eine Ausweitung des Krieges zu verhindern. Die USA mĂŒssten militĂ€risch prĂ€sent bleiben, Europa jedoch den konventionellen Teil der Abschreckung schultern: âFirst things firstâ.
Dr. Huotari beschrieb China als zentralen Ermöglicher des russischen Krieges. Zudem sei das Land auf dem Weg dazu, eine nukleare GroĂmacht zu werden. Europas VerteidigungsfĂ€higkeit dĂŒrfe nicht lĂ€nger an chinesischen Zulieferungen hĂ€ngen, nötig sei eine europĂ€ische âWarpspeedâ-Anstrengung bei kritischen Rohstoffen.
Panel 2: Europa allein zu Haus â Abkehr der USA von Europa? (Moderation: Anna Engelke)



Jan Tadeusz TombiĆski (GeschĂ€ftstrĂ€ger a. i. Polens in Deutschland), Dr. Patrick Keller (Leiter Zentrum Sicherheit und Verteidigung, DGAP), Prof. Dr. Hans-Werner Sinn (ehemaliger PrĂ€sident ifo-Institut) und Jessica Berlin (Senior Fellow, CEPA) diskutierten ĂŒber das komplexe Thema der Lastenteilung in Europa. TombiĆski forderte, Europa mĂŒsse seine StreitkrĂ€fte selbst zukunftsfĂ€hig machen, denn Europa sei reich und stark genug. Russlands Krieg ziele nicht nur auf ukrainische Regionen ab, sondern auf die europĂ€ische Ordnung insgesamt. Er regte deshalb einen harten Kern der europĂ€ischen Verteidigung (um Frankreich, Deutschland, Polen und GroĂbritannien, und unter Einbindung der Ukraine) an und forderte weniger ReaktivitĂ€t und mehr proaktives Handeln.
Dr. Keller sah die politische Botschaft aus Washington nĂŒchtern: Die USA bleiben, denken aber transaktional. Europas Pfeiler in der NATO mĂŒsse militĂ€risch belastbar werden, LĂŒcken bei Munition, Luftverteidigung und PrĂ€zisionslenkflugkörpern mĂŒssten endlich geschlossen werden. Denn Investieren heiĂe nicht âSchutzgeldâ zahlen, sondern in die eigene Sicherheit zu investieren.
Prof. Dr. Sinn warb fĂŒr einen europĂ€ischen Verteidigungsbund mit gemeinsamer Armee und einem zentralen Oberkommando. Seiner Meinung nach sei politische Einigung schneller zu schaffen als technische Harmonisierung. Diese historische Chance dĂŒrfe man nicht verstreichen lassen: Es gelte nun, den Rockzipfel der Geschichte zu ergreifen, wie Bundeskanzler Kohl es etwa bei der Schaffung der gemeinsamen WĂ€hrung getan habe.
Jessica Berlin kritisierte Europas VersĂ€umnisse der vergangenen zwei Jahrzehnte und rief zu gröĂerer Entschlossenheit auf: Die Ukrainer hĂ€tten âmehr fĂŒr Europas Sicherheit getan als Europa selbstâ. Auf eine Nachfrage aus dem Publikum hin stellte sie das Leitmotiv dar: âKeiner in der NATO möchte Russland angreifen. Im Gegenteil. Wir möchten ein Russland, das wohlhabend, sicher und frei ist, aber wenn die Russen das selber nicht wollen und uns angreifen, werden wir uns verteidigen. Aber wir greifen sie nicht an!â
Als BrĂŒcke in den Nachmittag verlieh Dr. Karl Lamers, Ehrenmitglied des Vorstands der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, den Dr. Karl A. Lamers Peace-Prize. FĂŒr ihre Essays ausgezeichnet wurden Malte Lauterbach, Amelie Sieber, Theresa Scheule, Leutnant Sebastian Wagenbrenner und Jan-Hendrik Mannsperger.
Panel 3: AufrĂŒstung Europas â ein neuer transatlantischer âDealâ? (Moderation: Dr. Jana Puglierin)



In einem Impuls erinnerte Botschafter a. D. Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger daran, dass die Idee der Lastenteilung alt sei, der Erwartungsdruck der USA aber deutlich gewachsen sei. SpĂ€testens seit 2014 sei âneuer Dealâ notwendig, der AbhĂ€ngigkeiten reduziere. Macrons Idee strategischer Autonomie sei âverfĂŒhrerisch schönâ, inmitten eines Krieges mit einer Nuklearmacht aber kaum realistisch. Europa mĂŒsse seine konventionellen wie nuklearen AbhĂ€ngigkeiten verringern, denn dass die Ausgaben fĂŒr rund 60 Prozent der europĂ€ischen Beschaffungen in den USA landen, sei politisch nicht dauerhaft nachhaltig. Neben konsequenter UnterstĂŒtzung der Ukraine â auch mithilfe eingefrorener russischer Vermögen â forderte Ischinger ein klareres westliches Messaging: Ăffentliche Zögerlichkeit wirke wie SchwĂ€che; ein starkes Signal sĂ€he beispielsweise aus wie âAb morgen frĂŒh 7 Uhr stehen der Ukraine 140 Milliarden Euro zusĂ€tzlich zur VerfĂŒgung. Punkt.â
AnschlieĂend rĂŒckte das Panel die industrielle Umsetzung der so genannten Zeitenwende in den Mittelpunkt: Dr. Patrick Fitschen (MBDA) machte deutlich, dass militĂ€rische Schlagkraft nur mit einer europĂ€ischen industriellen Basis zu haben sei: mit Industrie, Innovation, StĂŒckzahlen und verlĂ€sslicher Kooperation. Europa brauche âSchild und Schwertâ, also Luftverteidigung und prĂ€zise Wirkmittel, und zwar seriell produziert und mit klaren Zusagen fĂŒr fĂŒnf bis zehn Jahre je FĂ€higkeit. DafĂŒr sei GroĂbritannien zentral. Jan Techau sah den Den Haager Gipfel der NATO als Etappenerfolg, ohne dass jedoch die Grundfragen gelöst worden seien. Europas Problem sei weniger Washington als Europa selbst: Es brauche endlich den âDeal mit uns selbstâ: der Ukraine zu geben, was sie zum Erfolg braucht, mit der Zeitenwende ernst zu machen und ein eigenes Konzept vorzulegen, wie europĂ€ische Sicherheit von Europa selbst gemanagt werden könne. Das âheavy liftingâ lasse sich nicht nach BrĂŒssel delegieren, die HauptstĂ€dte mĂŒssten Verantwortung ĂŒbernehmen.
Metin Hakverdi MdB, der wegen einer namentlichen Abstimmung im Deutschen Bundestag erst spĂ€ter zur Diskussion dazustoĂen konnte, betonte, die NATO mĂŒsse europĂ€ischer werden, damit sie transatlantisch bleiben könne. Der Druck nehme nicht ab, denn die Phase, in der andere Akteure fĂŒr Europas Sicherheit sorgten, sei vorbei. Entscheidend sei, dass alle VorschlĂ€ge klar als Abschreckung gegenĂŒber Russland verstanden werden und dass Europa und die USA wechselseitig investierten. Am Ende, so Hakverdi, wĂŒrden die KapitalmĂ€rkte darĂŒber urteilen, wie glaubwĂŒrdig Europa wirklich ist.
Panel 4: Folgen fĂŒr Deutschland und die Bundeswehr (Junge DAG / YATA Germany; Moderation: Leonhard Simon)



Organisiert von der Jungen DAG, fĂŒhrte Leonhard Simon, GeneralsekretĂ€r der Youth Atlantic Treaty Organisation (YATA) und PrĂ€sident der Jungen DAG, durch Panel 4 mit dem Titel âFolgen fĂŒr Deutschland und die Bundeswehrâ mit Nico Lange (Senior Fellow, MĂŒnchner Sicherheitskonferenz), Agnieszka Brugger MdB (stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen), Thomas Wiegold (Journalist, âAugen geradeaus!â) und Sophie Witte (Non-Resident Fellow, Institut fĂŒr Sicherheitspolitik an der UniversitĂ€t Kiel/ISPK).
Nico Lange plĂ€dierte fĂŒr Klartext: Die Menschen seien âerwachsenâ und wollten Orientierung. Die Mehrheiten fĂŒr sicherheitspolitisch Notwendiges seien vorhanden, wĂŒrden aber durch endlose Debatten verspielt. Wenn massiv mehr Geld flieĂe, seien ebenso massive Strukturreformen notwendig: in Organisation, Doktrinen-Entwicklung und vor allem in der Ausbildung. Tempo entstehe aber nur durch persönliche Verantwortung, Dezentralisierung und Zutrauen. ZusĂ€tzlich mĂŒsse der âargumentative Kampfâ gefĂŒhrt werden, auch in RĂ€umen wie TikTok, die man zu lange sich selbst ĂŒberlassen habe. Auch Frau Brugger monierte das fehlende Tempo bei FĂ€higkeiten mittlerer und gröĂerer Reichweite, bei Luftverteidigung und elektronischem Kampf. Geld sei nicht mehr der Engpass, sondern die Frage, wie klug es ausgegeben werde. Sorgen bereite ihr insbesondere der verschlĂŒsselte Digitalfunk DâLBO und eine BĂŒrokratie, die motivierten Menschen Steine in den Weg lege. Wichtig sei der ernsthafte Dialog mit jungen Menschen und der Blick auf die bislang vernachlĂ€ssigte zivile SĂ€ule.
Der zugeschaltete Thomas Wiegold richtete den Fokus auf so genannte Enabler: SanitĂ€tswesen, Verwundetenversorgung und Zivilschutz mĂŒssten mitgedacht werden. Die Bundeswehr dĂŒrfe nicht zwischen âtiefem Friedenâ und âgroĂem Kriegâ pendeln. Im Dazwischen brauche es VerantwortungsfĂ€higkeit, bis hin zur Freistellung von Reservisten durch Behörden. Klimaschutz und Bundeswehr seien beides Daseinsvorsorge. Das Junge-DAG-Mitglied Sophie Witte forderte eine grundlegende Reform der Ausbildung. Die Technologie sprinte, die Ausbildung hinke, das zeige auch die hohe Abbrecherquote nach den ersten Monaten in der Truppe. Innovation entstehe nicht durch âWarten auf Sicherheitâ, sondern durch Ausprobieren, Verbessern und Verwerfen. Nötig seien klare Entscheidungsrechte, kreative Rekrutierung (inklusive Seiteneinstieg), resilientere Strukturen im Zivilschutz und der Mut, Konflikte auszuhalten, damit VerĂ€nderung ĂŒberhaupt möglich wird.
Wie in allen Panels wurde zum Abschluss das Publikum in die Diskussion einbezogen. Viele junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ă€uĂerten ihre Haltung zur Wehrpflicht, und es zeigte sich ein breites Spektrum an Meinungen. Das Panel endete mit einem Appell an Eigenverantwortung und gesellschaftlichen Mut in Politik, Bundeswehr und Ăffentlichkeit gleichermaĂen.
Schlussfolgerungen: Mehr europÀische Eigenleistung, Tempo und Mut



Zum Abschluss der Konferenz dankte der DAG-PrĂ€sident Bundesminister a. D. Christian Schmidt den Teilnehmenden fĂŒr ihre PrĂ€senz und ihr Engagement, wĂŒrdigte die Organisatoren, Moderierenden und Diskutierenden und ĂŒberreichte Generalleutnant a. D. Heinrich BrauĂ als Anerkennung die Medaille der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Brigadegeneral a. D. Rolf Wagner (Deutscher Stellvertretender Direktor, GCMC) hob den Mehrwert der Debatten fĂŒr die Neuausrichtung der Lehre, etwa im Lehrgang European Defence, hervor und kĂŒndigte eine Plattform fĂŒr den Austausch von MilitĂ€r und Industrie an.
Generalleutnant a. D. Heinrich BrauĂ zog eine strategische Bilanz: Die Bedrohung durch Russland und die wachsende Herausforderung China verlangten deutlich mehr europĂ€ische Eigenleistung, bei zugleich massiver, anhaltender UnterstĂŒtzung der Ukraine. Die NATO stĂ€rke Abschreckung und Verteidigung mit neuen PlĂ€nen, höheren FĂ€higkeitszielen und stark vergröĂerten schnellen KrĂ€ften; da die USA ihren Schwerpunkt zunehmend im Indo-Pazifik setzten, mĂŒssten die EuropĂ€er den Hauptteil der konventionellen Verteidigung schultern, vor allem in Luftverteidigung, unbemannten Systemen und PrĂ€zisionswirkung, eng verzahnt mit der unverzichtbaren nuklearen Schutzgarantie seitens der USA. Zugleich rĂŒcke die EuropĂ€ische Union in eine neue Rolle: Die EuropĂ€ische-Kommission wolle nun mit eigenen finanziellen Instrumenten direkt zur Verteidigung Europas beitragen, ein Schritt, der Industriepolitik, Produktionsraten und Beschaffung bĂŒndele und den NATO-FĂ€higkeitsaufbau flankiere. FĂŒr Deutschland verlangte BrauĂ Tempo bei FĂ€higkeiten, Produktion und RĂŒstungsstrategie. Der Personalaufwuchs sei nur mit allgemeiner Erfassung und verpflichtender Musterung eines Jahrgangs erreichbar.
AbschlieĂend entlieĂ die Tagesmoderatorin Mariam Kublashvili, Vize-PrĂ€sidentin der Jungen DAG, das Publikum in den wohlverdienten âFeierabendâ im gediegenen Ambiente des Hotel Adlon Kempinski.

































