Die transatlantischen Sicherheitsbeziehungen stehen vor ihrer bislang größten Bewährungsprobe. Trotz vieler aktueller Herausforderungen – vom Krieg Russlands gegen die Ukraine bis hin zum Aufstieg Chinas zur selbstbewussten Weltmacht – muss möglichst rasch eine neue militärische Lastenteilung zwischen den Vereinigten Staaten und ihren NATO-Verbündeten erreicht werden, die der neuen internationalen Lage umfassend Rechnung trägt. Über diese Entwicklungen spricht der langjährige NATO-Experte Michael Rühle.
Kann die transatlantische Gemeinschaft diesen tiefgreifenden Wandel meistern, oder wird sie daran zerbrechen? Nachdem zunächst über eine angeblich unvermeidlich gewordene transatlantische Scheidung spekuliert wurde, ist inzwischen mehr Nüchternheit in die Diskussion eingekehrt. Wie der Gipfel von Ankara einmal mehr gezeigt hat, bleibt die NATO Dreh- und Angelpunkt der transatlantischen Sicherheitspolitik – allerdings mit einem stetig wachsenden Anteil der Europäer an der gemeinsamen Sicherheitsvorsorge. Transatlantische Differenzen wird es auch künftig geben, aber sie bleiben beherrschbar, solange beiden Seiten des Atlantiks bewusst ist, dass sie einander brauchen.
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