Hamburg, 26. August 2026: Wie zukunftsfähig ist die NATO angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, des wachsenden chinesischen Einflusses und der veränderten sicherheitspolitischen Prioritäten der USA? Über diese Fragen diskutierten die Gäste der Deutschen Atlantischen Gesellschaft am 26. August auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers in Hamburg mit dem langjährigen NATO-Experten Michael Rühle.



Eröffnet wurde der Abend von Oberst a. D. Joachim Stratenschulte, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rickmer Rickmers. Anschließend begrüßte Oberstleutnant d. R. Roger Zörb, Leiter des Forum Hamburg der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, die Gäste. In seiner Begrüßung verwies er auf die aktuellen Herausforderungen für das Bündnis und die Frage, wie Europa und die USA ihre sicherheitspolitische Verantwortung künftig neu austarieren können.
Michael Rühle machte in seinem Vortrag deutlich, dass die aktuellen Spannungen im transatlantischen Verhältnis zwar ernst zu nehmen seien, ein Ende der NATO jedoch keineswegs bevorstehe. „Noch nie war es so schwer, ein Transatlantiker zu sein“, so Rühle. Zugleich warnte er davor, politische Auseinandersetzungen innerhalb der NATO vorschnell als Zeichen ihrer Schwäche zu interpretieren. Konflikte und unterschiedliche Interessen hätten das Bündnis bereits in der Vergangenheit begleitet.
Mit Blick auf die Zukunft sieht Rühle eine NATO im Wandel. Die USA würden ihren strategischen Schwerpunkt zunehmend auf den asiatisch-pazifischen Raum richten, während Europa mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen müsse. Zum Abschluss seines Vortrags betonte Rühle, dass die bevorstehende Neuordnung nicht mit dem Ende der NATO gleichzusetzen sei. Vielmehr werde das Bündnis künftig von den Europäern deutlich mehr Eigenverantwortung und Investitionen in die eigene Sicherheit verlangen, während die USA ihren Schwerpunkt stärker auf den asiatisch-pazifischen Raum legen könnten. Das transatlantische Verhältnis habe zwar Schaden genommen, sei aber reparierbar. Die NATO werde diese Veränderungen überstehen, so Rühle, allerdings in einer neuen Form.



In der anschließenden Fragerunde diskutierten die Gäste unter anderem über die Zukunft der NATO, das Verhältnis zu Russland, die europäische Verteidigungsfähigkeit und die Rolle der USA. Michael Rühle nahm sich ausführlich Zeit für die Fragen und vertiefte dabei einzelne Aspekte seines Vortrags. Die abschließende Botschaft Rühles blieb dabei klar: Die NATO steht vor einem tiefgreifenden Umbau, nicht vor ihrem Ende. Und auch der Deutschen Atlantischen Gesellschaft werde die Arbeit dabei nicht ausgehen.
Bei Wein, Sekt, Kaltgetränken und Currywurst klang der Abend anschließend in geselliger Runde an Bord der Rickmer Rickmers aus. Die Gespräche über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen wurden dabei noch lange weitergeführt.













