Die Vereinigten Staaten von Amerika und die weniger vereinigten Staaten von Europa â in unserer Welt hat keine Beziehung mehr fĂŒr Frieden, Freiheit und Wohlstand getan als diese. In unserer Zeit ist keine andere Beziehung wichtiger, um die wachsenden Gefahren der Zukunft zu bewĂ€ltigen.
Wichtig ist diese Beziehung, weil sie sich in den letzten 80 Jahren wie ein Phönix aus der Asche des Zweiten Weltkriegs zum TrÀger eines goldenen Zeitalters entwickelt hat. Wichtig ist sie auch, weil unsere Welt weiterhin von den MachtverhÀltnissen und Interessenslagen geprÀgt ist, die sich am Ende des Zweiten Weltkriegs herausgebildet haben.
1. Die Nachkriegsordnung bleibt bestehen
Die Turbulenzen der Gegenwart beruhen auf alten Problemen, deren Wurzeln in den Machtkonstellationen und Feindseligkeiten der ersten Nachkriegsjahre liegen. Vor dem Hintergrund dieser anhaltenden Eigenschaften der Weltordnung lassen sich die UmwÀlzungen unserer Zeit einfacher verstehen.
âą Die Vereinigten Staaten von Amerika sind mit ca. 25% des globalen Bruttosozialprodukts nach wie vor Primus inter pares: eine sich globalisierende, hoch technisierte Nation in einer sich amerikanisierenden Welt. i China und Europa hinken weit hinterher. ii
⹠Atomwaffen, Interkontinentalraketen, die Vereinten Nationen mit ihren 5 VetomÀchten, und das Ende des amerikanischen Isolationismus prÀgen unsere Zeit und sind Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs.
âą Geostrategisch sind die USA nach wie vor auf Euroasien fokussiert, auf die mit Kernwaffen ausgerĂŒsteten Alt-Imperien Russland und China. iii
âą Abschrecken, eindĂ€mmen, engagieren, gegeneinander ausspielen â soweit wie möglich mit VerbĂŒndeten â diese Strategien gegenĂŒber Moskau und Peking bleiben fĂŒr die Sicherheit Amerikas zentral.
âą In Bezug auf diese strategischen und machtpolitischen Ziele â wenn schon nicht allein aus ethischen GrĂŒnden â gehören die Sicherheit, Freiheit und der Wohlstand Deutschlands und Japans zu den vitalsten Interessen der USA. Umgekehrt sind Deutschland und Japan nach wie vor existenziell von den USA abhĂ€ngig â Markt, Dollar, MilitĂ€r.
âą Die Verteidigung dieser Interessen beinhaltet weiterhin die erweiterte Abschreckung, also die Bereitschaft der USA, einen nuklearen Krieg zu riskieren, um eine militĂ€rische â auch nukleare â Erpressung der Alliierten zu verhindern. iv
âą Und nicht zuletzt ist die Welt von den Erblasten der Kolonialisierung geplagt â sei es zwischen Indien und Pakistan oder im Nahen Osten und in Afrika. v
Nur mit der geballten Kraft beider Seiten des Atlantiks werden die Gefahren der alten GroĂmachtkonflikte in ihrer neuen Form zu meistern sein. Die ErderwĂ€rmung bleibt ein drohendes Szenario, aber auch ein nuklearer Winter als Konsequenz nur eines kleinen Kernwaffenkriegs. KĂŒnstliche Intelligenz wird neue Formen politischer Macht, darunter auch Massenvernichtung, mit sich bringen. Massenmigration gefĂ€hrdet den inneren Konsens und somit auch die HandlungsfĂ€higkeit der Amerikaner und EuropĂ€er. Turbulente Zeiten stehen bevor.
Die Gefahren, die die Errungenschaften der Nachkriegsordnung bedrohen, scheinen ĂŒberwĂ€ltigend. Doch aus den Errungenschaften der letzten 80 Jahre ist auch der Mut zu schöpfen, den Herausforderungen der Zukunft in Ă€hnlicher Zusammenarbeit gewachsen zu sein. Wer hĂ€tte vor 80 Jahren, als Europa in Schutt und Asche lag, gedacht, dass Europa heute so aussehen wĂŒrde, dass Europa einen solchen Frieden, Freiheit und Wohlstand genieĂen wĂŒrde?
Die Herausforderungen, aber auch die Möglichkeiten unserer Zeit, sollten deutlich machen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den weniger vereinigten Staaten von Europa wichtiger ist als je zuvor.
2. Trumps Amerika â bestĂ€ndige Interessen und Institutionen
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, im Land der unbegrenzten WidersprĂŒche, im Land der unbegrenzten Sehnsucht nach Wandel beginnt ein neues, spannendes Kapitel â in einem Zeitalter, in dem alle Alarmlampen rot blinken.
Wer hĂ€tte es fĂŒr möglich gehalten, dass der abgewĂ€hlte und kurz vor GefĂ€ngnis und Bankrott stehende Donald J. Trump mit republikanischen Mehrheiten in beiden HĂ€usern des Kongresses ins Oval Office zurĂŒckkehren wĂŒrde? Im Land der unbegrenzten WidersprĂŒche, in dem es fĂŒr jede Aktion eine Reaktion, fĂŒr jedes Argument ein Gegenargument und fĂŒr jede Bewegung eine Gegenbewegung gibt, hat ein angeblich frauen- und fremdenfeindlicher 78-jĂ€hriger MilliardĂ€r bei Frauen, NichtweiĂen, ErstwĂ€hlern und Arbeitern Stimmen in Rekordzahlen gewonnen. Mit 77,3 Millionen Stimmen, gewann Trump 2,8 Millionen Stimmen mehr als im Jahr 2020. Kamala Harris, mit 75 Millionen, bekam dagegen ca. 6,8 Millionen Stimmen weniger als Joe Biden 2020. vi
In einem Land, in dem die Sehnsucht nach Wandel unbegrenzt ist, hatten die Amerikaner nach vier Jahren Joe Biden und Kamala Harris satt. Raus mit dem Alten, rein mit dem Neuen. Eine Mehrheit der WÀhler hat gegen den Amtsinhaber gestimmt und wollte das Gegenteil wagen. Ob sie es so gewollt haben, was gekommen ist, ist nebensÀchlich.
Wie kein anderer amerikanischer Politiker des 21. Jahrhunderts hat Donald J. Trump seine eigene Partei und das ganze Land verĂ€ndert. Doch er bleibt rĂ€tselhaft. Ein Vergleich mit anderen Politikern ist schwierig. In Amerika ist er auf jeden Fall sui generis. Ideologe, Egomane, Idiot â ein bisschen von allem. Er ist ein SelbstdarstellungskĂŒnstler wie kein anderer. Der gröĂte Ăbertreiber aller Zeiten. Wie kein anderer kann er Konflikte schĂŒren, Feindbilder verbreiten und andere niedermachen. Doch er hat auch ein kĂŒhnes MachtgespĂŒr. Er versteht die Interessen der anderen und weiĂ, wo er Hebelkraft einsetzen kann. vii
Ein Land wie Amerika ist allerdings mehr als sein PrĂ€sident. Die Interessen der 342 Millionen Einwohner der USA sind nicht zu ĂŒbersehen. Sie geben ihre BesitzstĂ€nde nicht so schnell her. Die Institutionen der Amerikaner â also die Art und Weise, wie sie ihre Macht bĂŒndeln, um zielorientiert Einfluss auszuĂŒben â werden sie genauso wenig hergeben.
Die staatlichen Institutionen â Exekutive, Legislative und Judikative â sind im Sinne der GrĂŒndungsvĂ€ter gegeneinander ausgerichtet. Ohne Mehrheiten im Kongress ist jeder PrĂ€sident, auch Donald J. Trump, deutlich schwĂ€cher. Die Bundesstaaten und GroĂstĂ€dte haben vielfĂ€ltige Möglichkeiten, ihre Macht einzusetzen, wenn ihnen das, was aus Washington kommt, nicht gefĂ€llt. Diese Teilung der Macht, dieser politische Pluralismus, kann nicht so einfach geschafft werden oder ausgeblendet. Donald J. Trump rĂŒttelt zwar krĂ€ftig an der Verfassungsordnung Amerikas, konnte bisher aber wenig Ă€ndern. Die Gegenargumente, die GegenkrĂ€fte sind stark. Der Oberste Gerichtshof gibt seine UnabhĂ€ngigkeit ungern auf. Wenn die Richter beispielsweise gegen seine Zollpolitik stimmen, ist das eine Gefahr fĂŒr Trump.
Die Interessen der amerikanischen Wirtschaft kann Trump nicht ignorieren. Er misst seinen Erfolg an den Börsenwerten und beschimpft die Tech-Giganten im WeiĂen Haus. Wenn Nvidia gegen ExportbeschrĂ€nkungen ist, findet der Chip-Gigant ein offenes Ohr im Oval Office. Ein Handelskrieg mit Europa oder China wollen die amerikanischen Firmen nicht. Europa ist Amerikas wertvollster Markt und Chinas Rohstoffe sind vorerst lebenswichtig.
Nicht zuletzt gibt es eine starke Zivilgesellschaft in den USA mit existierenden Netzwerken, die sich schnell mobilisieren lassen, sobald Bedarf besteht, also sobald die Menschen persönlich betroffen sind und sich von TĂŒr zu TĂŒr, von Nachbarschaft zu Nachbarschaft engagieren und einander mobilisieren. Beim letzten No Kings Day am 17. Oktober sind fast sieben Millionen Menschen auf die StraĂe gegangen. Bei den ĂŒberraschend groĂen Wahlsiegen der Demokraten in Virginia, New Jersey, New York, Kalifornien, und Georgien am 4. November hat Donald J. Trump mal wieder die Grenzen seiner Macht gespĂŒrt. Die Amerikaner können Widerstand leisten. Das Volk â We the People â gibt seine SouverĂ€nitĂ€t ungern ab. Mein Fazit: amerikanische PrĂ€sidenten kommen und gehen, amerikanische Interessen und Institutionen bleiben bestehen.
3. Trumps Welt â Life, Liberty, and the Pursuit of Happines
Die Interessen der Amerikaner in der ĂŒbrigen Welt â also ihr Interesse am Ăberleben und vieles mehr â sind von zentraler Bedeutung. Das gilt auch fĂŒr die Institutionen, die die Amerikaner mit der Welt verbinden, insbesondere die geostrategischen, politischen und wirtschaftlichen. Wie sind die Interessen der Amerikaner in der Welt zu verstehen? Wie nutzen sie die Institutionen der Welt, um ihre Interessen zu verfolgen?
Seit ihren AnfĂ€ngen strebt die amerikanische AuĂenpolitik nach drei â zum Teil miteinander konkurrierenden â Zielen. Die USA streben nach Frieden, Freiheit und Wohlstand â fĂŒr sich selbst und andere. Der amerikanische Staat soll gemÀà der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung von 1776 den Dreiklang âLife, Liberty and the Pursuit of Happinessâ seiner BĂŒrger sichern und fördern.
âą Life - FĂŒr die amerikanische AuĂenpolitik hat das Ăberleben in einer gefĂ€hrlichen, anarchischen Welt oberste PrioritĂ€t. In ihrem Streben nach Frieden â also Sicherheit â sind die Amerikaner wie jede GroĂmacht zuvor notfalls skrupellos und selbstfokusiert.
âą Liberty - Die zweite PrioritĂ€t in einer von Staaten geprĂ€gten politischen Welt ist die Verbreitung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, also die BekĂ€mpfung von Staatsformen, die zu Tyrannei, Massenmord und Krieg fĂŒhren.
âą Pursuit of Happiness - Die dritte PrioritĂ€t in einer von der Suche nach Gewinn geprĂ€gten wirtschaftlichen Welt ist die Eroberung globaler MĂ€rkte, um den eigenen Wohlstand voranzutreiben â manchmal auch den globalen.
Um mit den symboltrĂ€chtigen StĂ€dten des Zweiten Weltkriegs zu sprechen: Stalingrad steht fĂŒr eine skrupellose BĂŒndnis mit Josef Stalins Russland; Hiroshima, Nagasaki, Tokio, Dresden und Hamburg fĂŒr eine kaltblĂŒtige Realpolitik. Auschwitz steht dagegen fĂŒr die Erkenntnis, dass Frieden nicht nur aus Machtgleichgewicht entsteht; ein Staat, der Massenmord betreibt, ist nicht nur eine Gefahr fĂŒr seine eigenen BĂŒrger, sondern auch fĂŒr andere LĂ€nder. Etwas weniger bekannt ist Bretton Woods, ein Ort in New Hampshire, an dem sich die Alliierten 1944 auf den Internationalen WĂ€hrungsfonds und auf Institutionen zur Reduzierung von Zöllen einigten. Diese Stadt steht fĂŒr Amerikas Interesse an einer offenen Weltwirtschaft, auch in der Ăberzeugung, dass die Weltwirtschaftskrise ein Grund fĂŒr den Zweiten Weltkrieg war.
NatĂŒrlich mischen sich viele Partikularinteressen ein, aber die allgemeine Orientierung der amerikanischen AuĂenpolitik besteht darin, die Welt zugleich als gefĂ€hrlichen Kriegsschauplatz, als Gesellschaft, die es zu demokratisieren gilt, sowie als gewinnversprechenden Marktplatz zu betrachten.
Trumps Amerika wird sich kaum weniger fĂŒr weltweiten Frieden, Freiheit und Wohlstand interessieren, denn unabhĂ€ngig von Trump und allen WĂŒnsche nach âDecouplingâ schreitet die (grundsĂ€tzlich gewinnbringende) Vernetzung Amerikas mit dem Rest der Welt rasant voran.
Europa bleibt fĂŒr die USA in dieser Welt PrioritĂ€t Nr. 1, weil Europa der wichtigste strategische BrĂŒckenkopf in Eurasien ist, weil die Amerikaner in Europa ein Drittel mehr verdienen als in ganz Asien und weil sie in Europa die Wurzeln ihrer Kultur sehen. Gemeinsame Interessen und Investitionen gehen Hand in Hand, sind aber von gemeinsamen Werten getragen. Vernetzt wie noch nie, wachsen die europĂ€ischen und amerikanischen Gesellschaften ineinander, nicht auseinander.
Der transatlantische Handel (2,1 Billionen Dollar) und die Einnahmen durch Tochterunternehmen (7,2 Billionen Dollar) sind mit 9,3 Billionen um 30 % höher als der transpazifische Handel und die Einnahmen durch Tochterunternehmen (6,5 Billionen). viii Hierin liegt auch eine ErklĂ€rung dafĂŒr, warum sich die 27 EU-Mitglieder, vertreten durch Frau von der Leyen, mit Donald Trump in Schottland am 27. Juli 2025 auf Zollkompromisse und Investitionsziele geeinigt haben â und noch viel wichtiger: warum sie einen Handelskrieg vermieden haben.
Gemeinsame Interessen erklĂ€ren, warum die 32 NATO-Mitglieder sich in Den Haag am 25. Juni 2025 darauf geeinigt haben, ihre Verteidigungsausgaben erheblich zu erhöhen. Gemeinsame Interessen erklĂ€ren warum Trump sich verpflichtet hat, weiterhin eine souverĂ€ne, sichere und wohlhabende Ukraine anzustreben, warum er einen Waffenstillstand vor Verhandlungen will, warum er auch die Idee einer europĂ€ischen Sicherungstruppe in der Ukraine grundsĂ€tzlich unterstĂŒtzt, was fĂŒr Putin ein Anathema wĂ€re. Trump mag die GeschĂ€ftsgrundlage der transatlantischen Partnerschaft nicht, aber seine bisherigen Taten sehen nicht nach einer vom vielen in Deutschland gefĂŒrchteten Strategie zur SchwĂ€chung Europas aus. ix
Auch Trumps Verteidigungsetat zeugt nicht unbedingt von einen RĂŒckzug Amerikas. Mit 925 Milliarden Dollar fĂŒr das Jahr 2026 ist er ca. 10 % höher als im vorigen Jahr. x Zurzeit stehen ca. 84.000 US-Truppen in Europa als konventionelles RĂŒckgrat der AbschreckungsfĂ€higkeit der NATO. xi Mit 62 Milliarden Dollar im Jahr 2026 fĂŒr die weitere Modernisierung der strategischen Kernwaffen (neue Interkontinentalraketen, Flugzeuge und UâBoote) kann man nicht von einer finanziellen VernachlĂ€ssigung der erweiterten Abschreckung, also die âNukleargarantieâ fĂŒr Europa, Japan und SĂŒdkorea, sprechen. xii
KĂŒnftig mag China eine gröĂere Gefahr fĂŒr Amerika darstellen als Russland, aber auch hier wird Europa als Partner fĂŒr Amerika von nicht zu ĂŒberschĂ€tzender Bedeutung sein. Die VerbĂŒndeten Amerikas in Asien sind weder so wohlhabend noch so eng miteinander und mit Amerika verflochten wie die EuropĂ€er.
Die Sorge, dass Amerika in seiner Konzentration auf Asien seine Partner in Europa vernachlĂ€ssigt, mag insoweit gerechtfertigt sein, als dass sie die EuropĂ€er dazu motiviert, um Aufmerksamkeit mit Asien zu konkurrieren. Doch seit Winston Churchill nach dem Angriff auf Pearl Harbor 1941 Angst hatte, die Amerikaner wĂŒrden Europa den RĂŒcken kehren, seit Nordkoreas Angriff auf SĂŒdkorea 1950 und seit dem Vietnamkrieg mit 50.000 toten US-Soldaten ĂŒber fast 15 Jahre bleibt die amerikanische Politik verstĂ€ndlicherweise bei »Europe First«. Wenn es eine Wende Richtung Asien gibt, trifft dies eher auf den EuropĂ€ern zu, die nicht nur wirtschaftlich dort investiert, sondern zunehmend auch sicherheitspolitisch exponiert sind. Die Konzentration der lebenswichtigen globalen Chip-Produktion in Taiwan ist vielen bewusst. Die europĂ€ische Marine zeigt PrĂ€senz im Pazifik und NATO-KommuniquĂ©s beschreiben die strategischen Gefahren, die von China ausgehen.
Ukraine: die wichtigste auĂenpolitische Herausforderung
Der Krieg in der Ukraine ist derzeit die wichtigste auĂenpolitische Herausforderung fĂŒr die Trump-Regierung â und sicher auch die schwierigste zu lösen. In dem langjĂ€hrigen amerikanischen Umgang mit den militĂ€rischen Gefahren in Europa lassen sich AnsĂ€tze erkennen, die auch bei der Suche nach Frieden in der Ukraine gelten könnten.
Amerika will in Europa weder seinen strategischen Vorposten noch seine politischen Prinzipien opfern. Gleichzeitig will es weder Kernwaffenkrieg noch den eigenen Bankrott. So auch in der Ukraine. Wenn Russland die Ukraine militĂ€risch besiegen könnte, bestĂŒnde eine enorme Gefahr fĂŒr die Sicherheit der NATO-Mitglieder. Das kann keinem amerikanischen PrĂ€sidenten, auch nicht Donald Trump, gleichgĂŒltig sein. Ein solcher Sieg wĂŒrde sich schnell als existenzielle Bedrohung fĂŒr die USA herausstellen und wĂ€re somit eine enorme Herausforderung fĂŒr jeden amerikanischen PrĂ€sidenten.
Die meisten Amerikaner sind erschĂŒttert ĂŒber die Art der Russen mit den besetzten Gebieten umzugehen. Sie finden Bombenangriffe auf Wohnblöcke, Schulen und KrankenhĂ€user entsetzlich. Die öffentliche UnterstĂŒtzung fĂŒr eine harte Linie gegenĂŒber Russland wĂ€re groĂ.
MilitĂ€risch könnten die Amerikaner den Russen zwar Paroli bieten, aber alle fĂŒrchten eine russische Eskalation, insbesondere die Bereitschaft, NATO-Staaten anzugreifen oder gar Kernwaffen einzusetzen. Die 32 NATO-Mitglieder reagieren alle etwas unterschiedlich auf diese Angst, die sie aber alle haben. Doch sich nuklear erpressen zu lassen, macht die Kriegsgefahr nur gröĂer. Selbst wenn die Eskalationsgefahr gering bleibt, ist die UnterstĂŒtzung der NATO und der Ukraine sehr kostspielig.
Wenn die UnterstĂŒtzung der entfernten VerbĂŒndeten zu teuer wird, ist es nachvollziehbar, dass die Amerikaner an einen RĂŒckzug denken. Seitdem die Amerikaner sich fĂŒr die Sicherheit Europas interessieren, besteht der Wunsch, dass die EuropĂ€er mehr fĂŒr ihre eigene Sicherheit tun. Die Debatte ĂŒber die Lastenverteilung ist ein Dauerbrenner der NATO. Ohne den starken Einsatz der EuropĂ€er ist es fĂŒr jeden amerikanischen PrĂ€sidenten schwierig, innenpolitische UnterstĂŒtzung fĂŒr europĂ€ische Verpflichtungen zu bekommen. Mit der Ukraine ist es nicht anders.
Man kann von einem Dilemma der Hegemonie sprechen. Bleibt man als Garant vor Ort, nutzen einen die Einheimischen aus und streiten untereinander, anstatt sich zu einigen und gemeinsam militĂ€risch etwas auf die Beine zu stellen. Geht der Hegemon weg, bricht alles in sich zusammen. In diesem Sinne unterscheiden sich Japan, SĂŒdkorea und Europa von Vietnam, Irak oder Afghanistan.
In diesem atlantischen Interessengeflecht bleiben drei Punkte stets kontrovers. Wie viel Lasten trĂ€gt und wie viel Einfluss genieĂt jedes Mitglied des BĂŒndnisses? Wie viel Aufmerksamkeit widmet man den Herausforderungen Europas und wie viel dem Rest der Welt? Und schlieĂlich: Wie viel Zuckerbrot und wie viel Peitsche? Im BĂŒndnis bleibt die richtige Mischung aus versöhnender Diplomatie und konfrontativer StĂ€rke stets kontrovers.
Ohne europĂ€ische StĂ€rke bleiben die USA zwar in Europa investiert und engagiert, doch die Art und Weise wird fĂŒr die EuropĂ€er â im Sinne der oben genannten Reizpunkte â nicht immer angenehm sein.
4. Wie Deutschland sich in einer amerikanischen Welt behaupten kann
Ohne deutsche StĂ€rke gibt es keine europĂ€ische StĂ€rke. Ohne eine deutsche Strategie zur eigenen Selbstbehauptung gibt es keine europĂ€ische Selbstbehauptung. Warten auf Europa reicht nicht mehr, denn es gibt keine europĂ€ische FĂŒhrung in der Welt ohne eine deutsche.
Anders als im Kalten Krieg, als die Bundesrepublik in einem kleinen Westeuropa unter Gleichen war, ist Westeuropa heute viel gröĂer, heterogener und exponierter. Viele Lehren aus dem Kalten Krieg gelten heute noch, aber es gibt wenige Lehren darĂŒber, wie Deutschland in seiner neuen, dominanten Position in Europa dazu beitragen kann, das Bedrohungspotenzial Russlands auszugleichen und darĂŒber hinaus die Welt nach seinem, nach europĂ€ischem Interesse zu gestalten. Wie kein anderer Staat des westlichen Verbunds muss Deutschland seine strategische Rolle neu definieren und sein VerstĂ€ndnis von Macht und deren Möglichkeiten den heutigen Gegebenheiten anpassen.
ZĂŒgig aufholen bei der Verteidigung
In vielen Bereichen muss Deutschland seine Hebelkraft erhöhen, aber in keinem ist dies so wichtig wie in der Verteidigung. Der Unterschied zwischen dem, was Deutschland 1985 und 2025 mit seinen StreitkrĂ€ften machen könnte, ist dramatisch. Damals 1985 hatten 495.000 Bundeswehrsoldaten, davon die HĂ€lfte wehrpflichtig, die im Verteidigungsfall auf 1,3 Millionen aufwachsen könnten, einen Verteidigungsetat von 3,2 Prozent des BIP. Allerdings beruhte deren FĂ€higkeit auf drei Jahrzehnten Ă€hnlicher oder gröĂerer Ausgaben. Heute mĂŒssen 184.000 Freiwillige mit 30 Jahren Unterfinanzierung fertig werden. Heute hat die Bundeswehr ca. 300 Panzer, damals 4.600. Im Jahr 2026 können die heutigen Soldatinnen und Soldaten auf einen Etat von 108,2 Milliarden Euro hoffen, was 2,5 Prozent des deutschen BIP von 2024 entspricht. xiii
Im Jahr 1985 hatte die Bundesrepublik unter Helmut Kohl viel Einfluss auf die USA unter Ronald Reagan und die Sowjetunion unter Mikail Gorbachev, auch in den Jahren danach und bei der Gestaltung der Wiedervereinigung. Die Bundesrepublik ist wichtig, aber Deutschlands Einfluss in Washington ist nicht das, was es vor 40 Jahren war. Der Verfall der Bundeswehr ist ein Grund dafĂŒr.
Die deutsche RĂŒstungsindustrie muss, ebenso wie die Bundeswehr, eine Rationalisierung, Aufskalierung und Modernisierung zĂŒgig anstreben. Es sind Effizienzsteigerungen in den Bereichen Beschaffung, Wartung und Weiterentwicklung möglich. Die Ukraine ist ein Paradebeispiel. Der europĂ€ische RĂŒstungsmarkt leidet jedoch unter einem hohen Grad an Protektionismus, ist nach Art. 346 TFEU nicht Teil des Binnenmarkts. Nur eine starke deutsche Industrie kann dem entgegenwirken. BrĂŒssel bleibt ein Ort der kleinsten gemeinsamen Nenner. Nur mit einer deutschen Regierung, deutschem Geld und einer deutschen RĂŒstungsindustrie an der Spitze haben europĂ€ische Projekte die Möglichkeit, protektionistische Hindernisse zu ĂŒberwinden und den Herausforderungen gewachsen zu sein. VorschlĂ€ge, Deutschland in der Rolle des âAnkerinvestorsâ mit langfristiger nationaler Planung, KapazitĂ€tsentwicklung und Kapitalmobilisierung einzusetzen, sind gute erste AnsĂ€tze. xiv
Vielleicht haben die EuropĂ€er erkannt, dass ein militĂ€risch starkes, geeintes Europa auch im Interesse von Donald J. Trump sein kann. Wenn sie sich selbst regieren wollen, sollen Staaten sich selbst verteidigen können, und je mehr die EuropĂ€er das selbst können, desto mehr können sie kĂŒnftig aus ihrer Partnerschaft mit Trumps Amerika herausholen.
Wenn die EuropĂ€er mit ihrer militĂ€rischen StĂ€rke in Europa fĂŒhren, ist die Zusammenarbeit auf beiden Seiten des Atlantiks einfacher. Wenn sie ihre Verteidigungshaushalte erhöhen und ihre StreitkrĂ€fte so aufstellen, dass diese im Ernstfall an der NATO-Ostflanke oder sogar in der Ukraine verlegt werden können, ist es wahrscheinlicher, dass Donald Trumps Amerika sich an der Sicherung des europĂ€ischen und ukrainischen Friedens beteiligt.
Die SelbstverteidigungsfĂ€higkeit der Ukraine ist der Grundstein fĂŒr die SelbstverteidigungsfĂ€higkeit Europas. Die Organisationen, Doktrinen und Technologien der ukrainischen StreitkrĂ€fte sind die neuen Bausteine der europĂ€ischen Verteidigung. Die FĂ€higkeit zur ErfĂŒllung spezifischen militĂ€rischen Rollen und Aufgaben ist notwendiger und politisch leichter zu vermitteln als abstrakte Prozentzahlen. Vorerst geht es darum, die militĂ€rischen Optionen der Russen zu blockieren. In der FĂ€higkeit zur konventionellen Selbstverteidigung erhöhen die EuropĂ€er die nukleare Schwelle und machen fĂŒr die Amerikaner die nukleare Garantie weniger gefĂ€hrlich.
Nichts ist derzeit wichtiger, als die Wehrhaftigkeit Deutschlands schnell und deutlich zu erhöhen. Denn Deutschland bildet aktuell eine groĂe LĂŒcke in der NATO-Verteidigungslinie von Norwegen bis zur TĂŒrkei. Diese LĂŒcke muss zĂŒgig geschlossen werden, denn nur Deutschland als das reichste und bevölkerungsreichste Land Europas kann als SchlĂŒsselstein der europĂ€ischen Verteidigung dienen.
Wirtschaftswachstum wieder erbringen
Allerdings â ohne ein höheres Wirtschaftswachstum ist alles fĂŒr Deutschland viel schwieriger. Die deutsche Wirtschaft wuchs um 1,5% in den letzten fĂŒnf Jahren, die amerikanische um 6,5%. Wirtschaftspolitik bedeutet heute mehr als nur Sozial- oder Standortpolitik. Wirtschaftspolitik ist zuallererst Sicherheitspolitik. Ohne eine schneller wachsende Wirtschaft wird Deutschland weder auf Washington noch auf Moskau mehr Einfluss ausĂŒben können.
Der Schwerpunkt auf Infrastruktur zu setzen, ist ein guter Anfang. Die NATO betrachtet Infrastruktur als Teil der VerteidigungsfĂ€higkeit und addiert die Ausgaben fĂŒr Verteidigung (3,5 % des BIP) und Infrastruktur (1,5 %), um das vereinbarte Ziel von 5 % zu erreichen. Ăhnliches gilt fĂŒr das deutsche Infrastrukturpaket in Höhe von 500 Milliarden Euro, das sich ebenfalls mit sicherheitspolitischen Argumenten rechtfertigen lĂ€sst. Dass Deutschland die Investitionen erhöhen, die Regulierungen reduzieren und die Weiterbildung fördern soll, ist eine Binse. xv Dass die strategische HandlungsfĂ€higkeit Deutschlands ohne diese MaĂnahmen verloren geht, ist den meisten jedoch weniger bekannt.
Die Geldpolitik muss auch sicherheitspolitisch betrachtet werden. Deutschland spart zu viel und investiert zu wenig. Ein Leistungsbilanzdefizit von sechs Prozent deutet darauf hin, denn das ist in etwa der Unterschied zwischen dem, was in Deutschland gespart und dem, was investiert wird. Deutschlands finanzielles Saatgut sitzt nicht nur auf dem Girokonto, sondern wird auch ins Ausland, etwa in die USA, geschickt und dort gewinnbringend angelegt, statt im Inland zu bleiben. xvi
Das Gleiche gilt auf europĂ€ischer Ebene. Wie im Draghi-Bericht zu lesen ist, leidet Europa unter Unterinvestition. EuropĂ€ische Ersparnisse werden nicht in Europa investiert. Bisher darf die EuropĂ€ische Investitionsbank (EIB) nicht in Munition- und Waffenproduktion investieren. Von einer Investment and Savings Union bis hin zu EU-Verteidigungsanleihen können die EU-Mitglieder Geld in Europas VerteidigungsfĂ€higkeit noch viel effizienter investieren. In der Handelspolitik könnte Europa von einer weiteren Liberalisierung des Binnenmarktes viel mehr profitieren als von einer weiteren Zollreduktion ĂŒber den Atlantik. xvii In Zeiten des Krieges sollten die Partikularinteressen, die einer weiteren Ăffnung des europĂ€ischen Binnen- und Finanzmarktes im Wege stehen, anders betrachtet und behandelt werden.
Demokratie festigen
Um sich zu behaupten und seinen Einfluss zu stĂ€rken, muss Deutschland seine Demokratie im Inneren festigen. Demokratie war nie einfach, sie balanciert immer auf Messers Schneide, nĂ€mlich zwischen Tyrannei und Anarchie. Die beschleunigte Modernisierung scheint dies noch schwieriger zu machen. Einheit in der Vielfalt, Orientierung in der Verwirrung, AgilitĂ€t in der Standhaftigkeit â Deutschland braucht wegweisende Geschichten wie noch nie zuvor. Es gilt, das Alte zu nutzen, um mit dem Neuen fertig zu werden. TĂŒr an TĂŒr, Nachbarschaft an Nachbarschaft, solidarisch, wehrhaft, fortschrittsdenkend. FĂŒr die Kindeskinder. Eine starke, in sich geeinte und zukunftsorientierte deutsche Demokratie fördert die europĂ€ische Demokratie, erleichtert die Partnerschaft mit Amerika und macht die Abwehr von Sicherheitsgefahren effektiver.
5. Pax Atlantica â Wichtiger als je zuvor
Die Nachkriegsordnung ist heute noch bestimmend. Zwar verĂ€ndert sich vieles, doch die Konturen unserer Welt sind nach wie vor von Interessen und Institutionen geprĂ€gt, die sich in den ersten Jahren der Nachkriegszeit herausgebildet haben. Dazu gehören die amerikanische Hegemonie samt BĂŒndnissen und dem Dollar; Russland und China als euroasiatische Bedrohungen; der globale Kernwaffenkrieg als existenzielle Gefahr und die Entkolonialisierung als blutende Wunde.
Donald Trumps Amerika stellt Deutschland und Europa vor viele neue Herausforderungen. Aber selbst er kann die bestehenden MachtverhĂ€ltnisse und BesitzstĂ€nde nicht einfach wegwĂŒnschen. Auch fĂŒr Trumps Amerika bleibt Frieden, Freiheit und Wohlstand bei den weniger Vereinigten Staaten von Europa letztendlich so wichtig wie nichts anderes. Amerikanische Interessen und Investitionen in Europa hĂ€ngen miteinander zusammen und ruhen auf einem gemeinsamen Wertefundament. Das Ringen um die transatlantische Lastenteilung bleibt ebenfalls eine Konstante.
Neu ist Deutschlands Position im transatlantischen Geflecht. Anders als im Kalten Krieg ist Deutschland in Europa heute primus inter pares. Anders als in den drei Jahrzehnten des Friedens nach dem Mauerfall ist Europa heute einer Kriegsgefahr ausgesetzt wie selten zuvor. Wenn Deutschland sich dieser neuen Rolle stellt, wird die transatlantische Partnerschaft leichter zu gestalten sein. Mit deutscher Macht geht auch europĂ€ische Macht einher, und selbst Trumps Amerika kann nicht leugnen, welche Vorteile ein verteidigungsfĂ€higes, wohlhabendes und demokratisch selbstregiertes Europa fĂŒr Amerika birgt.
Die Zukunft eines sich selbst behauptenden Europas beginnt in der Ukraine. Durch die erfolgreiche Abwehr des russischen Angriffs entsteht der erste Baustein eines schlagkrÀftigen, sich selbst verteidigenden und global wirkenden europÀischen Staatenbundes. So entsteht dort auch der militÀrische Kern einer neuen transatlantischen GeschÀftsgrundlage.
Die transatlantische Partnerschaft bleibt wichtig wie kein anderer. Die gemeinsamen Interessen und Institutionen, und die Erfolge, die daraus entstanden sind, sprechen dafĂŒr, dass diese Zusammenarbeit auch in Zukunft von groĂem Wert sein wird.
Achtzig Jahre nach Kriegsende gibt es genĂŒgend GrĂŒnde, optimistisch zu sein: Diese Partnerschaft wird den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein. Denn in den letzten 80 Jahren wurde Erstaunliches geleistet â wer hĂ€tte damals von dem heutigen Frieden, der Freiheit und dem Wohlstand trĂ€umen können? In den Gestaltungsmöglichkeiten dieses Verbunds liegen auch die GrĂŒnde fĂŒr Zuversicht: Die Herausforderungen der Zukunft können gemeistert werden. Die Hoffnungen auf eine Pax Humana ruhen auf den Erfolgen der Pax Atlantica.
i Ranked: The Top 6 Economies by Share of Global GDP (1980â2024)

ii Michael Beckley, The Stagnant Order And the End of Rising Powers, Foreign Affairs, Nov. 2025
iii Hal Brands, The Eurasian Century, Hot Wars, Cold Wars and the Making of the Modern World, 2025.
iv Lawrence Freedman, Jeffrey Michaels, The Evolution of Nuclear Strategy, 2019.
v Robert Kaplan, Wasteland â A World in Permanent Crisis, 2025.

vii Jonathan Karl, Retribution: Donald Trump and the Campaign That Changed America, 2025.

viii The Transatlantic Economy 2025, American Chamber of Commerce, 2025.
ix Wissenschaftler fordern Parteien zur schnellen Einigung ĂŒber Verteidigungsausgaben auf, Augen Gerade Aus, MĂ€rz 2025
x âWill Big Beautifulâ Defense Spending Last?, Council on Foreign Relations, 2025.
xi Where Are U.S. Forces Deployed in Europe? Council on Foreign Relations, 2025.
xii Trump Administration Increases Nuclear Weapons Budget, Arms Control Today, Arms Control
xiii Verteidigung â Gesetzentwurf â hib 360/2025, Etat 2026: Verteidigungsausgaben von 108 Millliarden Euro, 22.08.2025
xiv Eine neue Strategie fĂŒr Verteidigungswirtschaft, TechnologiefĂŒhrerschaft und Wachstum, Nico Lange, RenĂ© Obermann, Joachim von Sandrart, Moritz Schularick, 05. November 2025
xv Wolfgang Monschau, Kaputt. Das Ende des deutschen Wirtschaftswunders, 2025.
xvi German Balance of Payments in 2024, Bundesbank, March 2025.
xvii Regional Economic Outlook Europe 2024, International Monetary Fund, Nov. 2024.








