Am 21. September 2026 fand auf der Cumberlandschen Bühne des Schauspiel Hannover das Forum Hannover unter dem Titel „65 Jahre gemeinsam in Niedersachsen – eine deutsch-türkische Erfolgsgeschichte“ statt.

Im Mittelpunkt standen die Lebensleistungen der ersten Gastarbeitergeneration und ihr Beitrag zur Entwicklung unseres Landes. Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Erfolg Niedersachsens beruht auch auf dem Fleiß, dem Mut und der Ausdauer der Menschen, die vor Jahrzehnten ihre Heimat verlassen haben, um in Deutschland zu arbeiten. Sie kamen aus der Türkei, aber auch aus Italien, Spanien, Griechenland, Marokko, Tunesien, Portugal und dem ehemaligen Jugoslawien.
Mit ihrer Arbeit in Fabriken, im Handwerk, in der Stahlproduktion, unter Tage sowie in der Textil- und Elektroindustrie haben sie wesentlich zum heutigen Wohlstand beigetragen. Das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei war ursprünglich als zeitlich begrenzte Vereinbarung gedacht. Doch das Leben entwickelte sich anders. Viele Menschen blieben, gründeten Familien und wurden hier heimisch – oft unter schwierigen Bedingungen und ohne die Anerkennung, die ihrer Leistung angemessen gewesen wäre.
Seit vier Generationen ist Deutschland für viele Menschen längst ein Zuhause. Zahlreiche Kinder und Enkel der ersten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter haben hier ihren Weg gemacht. Als Kulturschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Politikerinnen und Politiker, Unternehmerinnen und Unternehmer, Sportlerinnen und Sportler sowie als Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte prägen sie Gesellschaft und Kultur. Sie sind aus dem deutschen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die Ehrung von Nevin Şahin. Sie kam 1979 als sogenannte Gastarbeiterin nach Hildesheim, um bei Blaupunkt zu arbeiten. Gewürdigt wurden ihr beeindruckender Lebensweg, ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement und ihr unermüdlicher Einsatz für Gemeinschaft, Zusammenhalt und gelebte Teilhabe.



Über diese Geschichte und ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft diskutierten Olaf Lies, Niedersächsischer Ministerpräsident, Yusuf Arıkan, Generalkonsul der Republik Türkei, Seyhan Öztürk, Vorsitzende der Föderation Türkischer Elternvereine in Niedersachsen, Maximilian Schmidt, Geschäftsführer von Arbeit und Leben Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, sowie Macit Karaahmetoğlu MdB, Präsident der Deutsch-Türkischen Gesellschaft. Die Begrüßung übernahm Alptekin Kirci, Regionalleiter des Forums Hannover der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Durch den Abend führte Martin Brüning.



Für die musikalische Gestaltung sorgten Ayda Kirci und die Band „Anatolian Goes Jazz“.


Zur gemeinsamen Geschichte gehört auch, dass sich viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bis heute nicht vollständig zugehörig fühlen. Offenheit, Toleranz und der Einsatz gegen Vorurteile und Ausgrenzung bleiben deshalb wichtige Aufgaben für Politik, Medien und Zivilgesellschaft.
Unser besonderer Dank gilt dem Schauspiel Hannover für die Gastfreundschaft und dem sehr zugewandten Publikum, das dieser Veranstaltung mit Aufmerksamkeit und Respekt begegnet ist.
Die Geschichte der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter ist ein Teil der Geschichte Niedersachsens. Ihre Arbeit, ihre Familien und ihr Engagement haben unser Land vielfältiger, offener und stärker gemacht.


















