Als Russland am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zum Generalangriff auf das gesamte Land ausweitete, war das historisch und geopolitisch eine ZĂ€sur. In Deutschland rief Bundeskanzler Olaf Scholz die Zeitenwende aus. Mit welchen fundamentalen VerĂ€nderungen und neuen Herausforderungen die LĂ€nder Europas nur wenige Jahre spĂ€ter konfrontiert sein sollten, war damals kaum abzusehen. Russlands hybrider Krieg gegen Europa wurde intensiviert, die reale Bedrohung durch die imperialistischen Ambitionen Putins immer greifbarer. Zugleich macht Donald Trump aus seinen Sympathien fĂŒr den Herrscher im Kreml keinen Hehl, die USA fahren ihre Hilfen fĂŒr die Ukraine zurĂŒck und lockern Sanktionen gegen Russland. Die neue US-Sicherheitsstrategie definiert die LĂ€nder Europas nicht mehr als Partner, sondern bestenfalls als Konkurrenten, Trumps Ambitionen auf Grönland erschĂŒtterten das transatlantische VerhĂ€ltnis nachhaltig. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und dessen SchlĂ€ge gegen seine Nachbarn sowie die Sperrung der StraĂe von Hormus destabilisieren nicht nur die Region, sondern haben Auswirkungen auf den Ălpreis und den Welthandel â mit weitreichenden und noch nicht zur GĂ€nze absehbaren Konsequenzen. In China macht man sich zwar Sorgen um die Schifffahrtswege, verhĂ€lt sich aber zurĂŒckhaltend und sucht im Windschatten der groĂen Krisen die eigenen Vorteile.
Der Abschied von der regelbasierten Weltordnung scheint vollzogen, der Weg zur MultipolaritĂ€t unausweichlich. Können Deutschland, Europa und weitere MittelmĂ€chte diesen Entwicklungen etwas entgegensetzen? Welche geopolitische Rolle mĂŒssen sie angesichts der tiefgreifenden VerĂ€nderungen einnehmen, um ihre Sicherheit sowie gemeinsame Interessen und Werte zu wahren? Auf der diesjĂ€hrigen NĂŒrnberger Sicherheitstagung werden Experten aus Wissenschaft und Politik, Diplomatie und der Bundeswehr diese Fragen diskutieren und aktuelle Brennpunkte der Weltpolitik beleuchten. Diskutieren Sie mit, wir laden Sie herzlich nach NĂŒrnberg ein!
Programm
Freitag, 24. April 2026
18:00 Uhr: GruĂwort, Eröffnung und BegrĂŒĂung
Josef Rauch, Landesvorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbands, Landesverband SĂŒddeutschland
Ulrich Lechte, Vorsitzender der NĂŒrnberger Sicherheitstagung
18:30 Uhr: Impuls und Diskussion
Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann MdEP, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des EuropÀischen Parlaments
General a. D. Eberhard Zorn, Ehem. Generalinspekteur der Bundeswehr
Nico Lange, Senior Fellow bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz
20:30 Uhr Abendempfang mit Dinner
Samstag, 25. April 2026
09:30 Uhr: Eröffnung und BegrĂŒĂung
Thomas Hacker, PrÀsident der Thomas-Dehler-Stiftung
09:45 Uhr: Brennpunkte der Weltpolitik: Ukraine & Baltikum
Mattia Nelles, Politischer Analyst, MitbegrĂŒnder und Leiter des Deutsch-Ukrainischen BĂŒros
Laura Tatarelyte, Programmmanagerin fĂŒr die Baltische Staaten im Bereich Sicherheit und Verteidigung im BĂŒro Vilnius der Friedrich-Naumann-Stiftung fĂŒr die Freiheit
11:15 Uhr: Brennpunkt der Weltpolitik: Die transatlantischen Beziehungen
Dr. Christoph von Marschall, Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des Tagesspiegel
12:30 Uhr: Mittagspause
13:30 Uhr: Brennpunkt der Weltpolitik: Iran
S. E. Ahmed Alattar, AuĂerordentlicher und bevollmĂ€chtigter Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland
Shahrzad Eden Osterer, Deutsch-iranische Journalistin und Autorin
15:00 Uhr: Brennpunkt der Weltpolitik: China
Dr. Sarah Kirchberger, Direktorin des Institut fĂŒr Sicherheitspolitik an der UniversitĂ€t Kiel (ISPK)
16:15 Uhr Wrap up und Ausblick



