Im voll besetzten Kaiserin-Friedrich-Haus hat die Deutsche Atlantische Gesellschaft am 16. Februar 2026 in der traditionellen Rede des Deutschen Botschafters in Washington mit dem Titel „Bericht aus Washington. Zum Stand der transatlantischen Beziehungen“ über die Lage der transatlantischen Partnerschaft im ersten Jahr der zweiten Trump-Amtszeit diskutiert. Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Generalleutnant a. D. Heiner Brauß standen die Nachwirkungen der Münchner Sicherheitskonferenz, die Debatte um eine wachsende Kluft zwischen Europa und den USA sowie die Frage im Mittelpunkt, wie Europa in einer neuen strategischen Lage handlungs- und verteidigungsfähiger werden kann – ausdrücklich im Rahmen der NATO.
Den Impuls lieferte der deutsche Botschafter in Washington, Jens Hanefeld. Er schilderte die US-Innen- und Außenpolitik als „Trump 2.0“ mit klarer Agenda und hohem Tempo, von innenpolitischen Maßnahmen bis zur handelspolitischen Zuspitzung. Gleichzeitig betonte er, dass für die meisten US-Wähler wirtschaftliche Fragen („Affordability“) zentral bleiben und dass die kommenden Midterms als wichtiger Gradmesser für das Kräfteverhältnis und die innenpolitische Stabilität gelten. Für das transatlantische Verhältnis leitete Hanefeld daraus ab: Es werde eher ein „neues“ Verhältnis als eine Rückkehr zur alten Normalität, mit weiterhin großen Interessenüberschneidungen, aber auch deutlicheren Differenzen.
In der anschließenden Diskussion mit Dr. Laura von Daniels (SWP) und Prof. Dr. Christian Lammert (FU Berlin), moderiert von Dr. Christoph von Marschall (Tagesspiegel), ging es unter anderem um die Belastbarkeit der amerikanischen Checks and Balances, die innenpolitische Polarisierung sowie die Frage, wie verlässlich gemeinsame Grundlagen der transatlantischen Zusammenarbeit bleiben, wenn Werte- und Interessenlagen auseinanderdriften. Auch die europäische Antwort auf Washington, zwischen Abgrenzung, Pragmatismus und dem Versuch einer gemeinsamen Linie, wurde kontrovers diskutiert, ebenso der Umgang mit Themen wie Grönland, Zöllen und dem US-Fokus auf China. Die Debatte setzte sich in einer lebhaften Fragerunde mit dem Publikum fort.







