Die Veranstaltung in Goch, eine Kooperation des Collegium Augustinianum Gaesdonck, des Air Component Command (ACC) und der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, bot dichte Einblicke in die sicherheitspolitische Lage in SĂŒdosteuropa und die Frage, wie sich transatlantische Beziehungen in einer verĂ€nderten Weltordnung neu ausrichten.
Schon in der Einleitung machte Generalleutnant Thorsten Poschwatta, Kommandeur des ACC, deutlich, warum der Westbalkan weiterhin ganz oben auf die sicherheitspolitische Agenda gehört. Auch wenn die Region oft im Schatten der Weltpolitik stehe, bleibe sie ein entscheidender Seismograf fĂŒr die StabilitĂ€t und Sicherheit Europas. Poschwatta wĂŒrdigte Christian Schmidt zudem als profunden Kenner der Region, der geopolitische Bruchlinien nicht nur aus Analysen, sondern aus jahrelanger Erfahrung in und um Sarajevo kennt.



In seinem Vortrag knĂŒpfte Schmidt daran an und betonte, dass StabilitĂ€t in SĂŒdosteuropa untrennbar mit der Sicherheitslage in ganz Europa verknĂŒpft sei. Besonders eindringlich schilderte er beklemmende historische Parallelen. Es seien exakt dieselben Dörfer, in denen 1914 die Welt in Brand gesetzt wurde, in denen auch 1991 Gewalt erneut eskalierte. Gerade diese KontinuitĂ€ten zeigten, wie schnell fragile Ordnungen kippen können und warum die Region immer wieder zum PrĂŒfstein europĂ€ischer Krisenfestigkeit wird.
Schmidt warnte zugleich vor aktuellen Formen der Destabilisierung. Russland setze auf ein âBlockademodellâ durch Desinformation, Polarisierung und gezielte Störmanöver. China wiederum arbeite daran, ĂŒber Investitionen und Infrastruktur strukturelle AbhĂ€ngigkeiten zu schaffen. Beides treffe nicht nur einzelne Staaten der Region, sondern ziele auf die strategische HandlungsfĂ€higkeit Europas insgesamt.
Sein Fazit fiel entsprechend klar aus. Die EU-Integration des Westbalkans sei kein Verwaltungsakt, sondern eine existenzielle Garantie fĂŒr StabilitĂ€t und Sicherheit, fĂŒr die LĂ€nder der Region ebenso wie fĂŒr Europa und den transatlantischen Raum.

Zum Abschluss stand noch eine wichtige Personalie im Mittelpunkt. In seiner Rolle als PrÀsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e. V. verabschiedete BM a. D. Christian Schmidt den bisherigen Regionalleiter Niederrhein, Oberstleutnant a. D. Michael Urban, in den Bundesvorstand. Als Nachfolger wurde Prof. Dr. Frank Mehring offiziell vorgestellt.










