Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

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Veranstaltungsbericht zur Talkrunde „BrĂŒsseler-Spitzen“ zum â€șEuropatagÂŽam 16. Mai 2025 in Bedburg-Hau

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Die Deutsche Atlantische Gesellschaft hatte gemeinsam mit der Sparkasse Rhein-Maas und der Gesellschaft fĂŒr internationale Begegnung zu den „BrĂŒsseler Spitzen“ anlĂ€sslich des Europatages in die Post Moyland eingeladen.

Zum Thema „Merz & von der Leyen dĂŒrfen nicht scheitern. Was können Berlin & BrĂŒssel tun gegen Putin, Trump, Xi & Erdogan?“ hatten sie unter der Moderation des erfahrenen Journalisten Raph Sina den im EU-Parlament, als den „grĂŒnen Elmar Brok“ bekannten Reinhard BĂŒtikofer als Hauptredner gewinnen können.

Der Raum war bis auf den letzten Stuhl prall gefĂŒllt und die in neugieriger AtmosphĂ€re erwartungsvollen GĂ€ste erlebten einen gut aufgelegten Reinhard BĂŒtikofer, der von allen parteilichen ZwĂ€ngen befreit, seine Analyse der geopolitischen Situation fĂŒr Deutschland und die EU darstellte.

Besonders die transatlantischen Beziehungen seit der Wahl Donald Trumps zum 45. und jetzt 47. PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika nahmen einen breiten Raum in seinen Bewertungen ein. „Trump ist kein von einer bestimmten Ideologie geleiteter PrĂ€sident“, beschrieb ihn BĂŒtikofer, sondern ein Mann, der das System „Checks and Balances“ gebrochen hat. Er hat seine Chance genutzt, als die bis heute immer noch nicht wahrnehmbaren Demokraten versuchten, mit gleichen Methoden weiterzumachen, ohne auf den Ruf der Menschen im Land zu hören. Zumindest abseits der bevölkerungsstarken KĂŒstenregionen fĂŒhlten sich die Menschen als „white trash“ oder als „a basket of unemployees“ behandelt. Trump sei sicherlich nicht der gewĂŒnschte Kandidat, aber er war die einzige Alternative fĂŒr die Hoffnungslosen und spielte diese Karte hervorragend aus.

Die transatlantischen Beziehungen sind in diesem Zusammenhang zu betrachten, aber auch in der Beziehung zu China und der ĂŒbrigen Welt.

China nimmt eine abwartende Haltung ein, um den gĂŒnstigen Moment zu ergreifen, mit dem, dann Vasallen, Russland eine WeltfĂŒhrerrolle einzunehmen. Chinas Blicke sind auf die USA gerichtet, Europa spielt da eine Nebenrolle.

In der anschließend von Ralph Sina moderierten Diskussion und Fragerunde war natĂŒrlich Amerika das Hauptthema. Sina berichtete hier von seinem jĂŒngsten Washingtonaufenthalt und vermeldete, dass es in Amerika eine nennenswerte Anzahl von Menschen gibt, die mit der Politik Trumps nicht einverstanden sind. So hat der Chef der Walmart-Kette, immerhin ca. 1,5 Millionen Angestellte hinter sich, gegen die Zollpolitik Trumps interveniert. Diese Stimme kann Trump nicht so einfach ignorieren. Sina vernahm auch die Bitte einiger Amerikaner: „schreibt uns bitte nicht ab“.

Dem entgegen glaubt BĂŒtikofer nicht an eine Wiederkehr alter Beziehungen. Auch nach Trump wird sich das VerhĂ€ltnis Amerikas zu Deutschland und Europa verĂ€ndern, wobei diese VerĂ€nderung durch den ideologisch geleiteten J.D. Vance möglicherweise schlimmer ausfallen wird als durch einen konservativeren Republikaner. Demokraten sieht er derzeit nicht in einer maßgeblichen Rolle.

Einige Fragen aus dem Publikum rundeten diese „BrĂŒssler Spitzen“ ab, bevor die Diskussion bei einem Imbiss in kleinen Gruppen sehr angeregt fortgefĂŒhrt wurde.

Der Verlauf der mittlerweile dritten „BrĂŒsseler Spitzen“ sah die Veranstalter veranlasst, eine vierte Auflage in Aussicht zu stellen, was von den Teilnehmern mit krĂ€ftig Applaus goutiert wurde.

Ein Beitrag von:

Oberstleutnant a. D. Michael K. Urban

Michael K. Urban ist 1957 in Köln geboren und war 39 Jahre bei der Luftwaffe in verschiedenen Verwendungen im In- und Ausland. Er arbeitete als nationaler ReprÀsentant in mehreren NATO-Gremien. Urban spricht 6 Fremdsprachen. Er wurde mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber und Gold ausgezeichnet. 2008 verlieh ihm der BundesprÀsident Horst Köhler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz). Urban leitet den Regionalkreis Niederrhein seit 2014.

Zu Gast:

Ralph Sina

Ralph Sina, geboren 1955 in Oberhausen ist ein deutscher Hörfunkjournalist. Er arbeitete als EU-Korrespondent in BrĂŒssel und leitete dort bis 2021 das WDR/NDR-Hörfunkstudio im ARD-Studio BrĂŒssel.
Er studierte in Bochum und MĂŒnster Germanistik und Philosophie. 1986 wurde er Redakteur und Reporter im WDR-Landesstudio MĂŒnster. 1992 wechselte er in die Kölner WDR-Zentrale und arbeitete als Redakteur und Moderator fĂŒr das WDR2-Morgenmagazin.
Ab 1996 folgten mehrere Urlaubsvertretungen im ARD-Hörfunkstudio Nairobi. Von 1998 bis 2003 war Sina fĂŒnf Jahre lang ARD-Hörfunk-Korrespondent in Nairobi fĂŒr Zentral- und Ostafrika. Von 2003 bis 2007 leitete er in Köln das WDR2-Morgenmagazin. Anschließend war er wĂ€hrend der Obama-PrĂ€sidentschaft ĂŒber sechs Jahre Korrespondent in den USA.

Reinhard BĂŒtikofer MEP

Außenpolitischer Sprecher der GrĂŒnen/EFA im Ausschuss fĂŒr auswĂ€rtige Angelegenheiten; Vorsitzender der Delegation des EuropĂ€ischen Parlaments fĂŒr die Beziehungen zur Volksrepublik China

Reinhard BĂŒtikofer ist ein Mitglied des EuropĂ€ischen Parlaments (GrĂŒne/EFA). Er sitzt im Ausschuss fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten (AFET), wo er als außenpolitischer Sprecher der GrĂŒnen/EFA fungiert, und als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss fĂŒr internationalen Handel (INTA). Er ist Vorsitzender der Delegation des EuropĂ€ischen Parlaments fĂŒr die Beziehungen zur Volksrepublik China sowie Mitglied der Delegation in den Vereinigten Staaten und stellvertretendes Mitglied der ASEAN-Delegation.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Michael Simon

BĂŒroleitung · Referent
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