Die Deutsche Atlantische Gesellschaft hatte gemeinsam mit der Sparkasse Rhein-Maas und der Gesellschaft fĂŒr internationale Begegnung zu den âBrĂŒsseler Spitzenâ anlĂ€sslich des Europatages in die Post Moyland eingeladen.
Zum Thema âMerz & von der Leyen dĂŒrfen nicht scheitern. Was können Berlin & BrĂŒssel tun gegen Putin, Trump, Xi & Erdogan?â hatten sie unter der Moderation des erfahrenen Journalisten Raph Sina den im EU-Parlament, als den âgrĂŒnen Elmar Brokâ bekannten Reinhard BĂŒtikofer als Hauptredner gewinnen können.
Der Raum war bis auf den letzten Stuhl prall gefĂŒllt und die in neugieriger AtmosphĂ€re erwartungsvollen GĂ€ste erlebten einen gut aufgelegten Reinhard BĂŒtikofer, der von allen parteilichen ZwĂ€ngen befreit, seine Analyse der geopolitischen Situation fĂŒr Deutschland und die EU darstellte.
Besonders die transatlantischen Beziehungen seit der Wahl Donald Trumps zum 45. und jetzt 47. PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika nahmen einen breiten Raum in seinen Bewertungen ein. âTrump ist kein von einer bestimmten Ideologie geleiteter PrĂ€sidentâ, beschrieb ihn BĂŒtikofer, sondern ein Mann, der das System âChecks and Balancesâ gebrochen hat. Er hat seine Chance genutzt, als die bis heute immer noch nicht wahrnehmbaren Demokraten versuchten, mit gleichen Methoden weiterzumachen, ohne auf den Ruf der Menschen im Land zu hören. Zumindest abseits der bevölkerungsstarken KĂŒstenregionen fĂŒhlten sich die Menschen als âwhite trashâ oder als âa basket of unemployeesâ behandelt. Trump sei sicherlich nicht der gewĂŒnschte Kandidat, aber er war die einzige Alternative fĂŒr die Hoffnungslosen und spielte diese Karte hervorragend aus.
Die transatlantischen Beziehungen sind in diesem Zusammenhang zu betrachten, aber auch in der Beziehung zu China und der ĂŒbrigen Welt.
China nimmt eine abwartende Haltung ein, um den gĂŒnstigen Moment zu ergreifen, mit dem, dann Vasallen, Russland eine WeltfĂŒhrerrolle einzunehmen. Chinas Blicke sind auf die USA gerichtet, Europa spielt da eine Nebenrolle.
In der anschlieĂend von Ralph Sina moderierten Diskussion und Fragerunde war natĂŒrlich Amerika das Hauptthema. Sina berichtete hier von seinem jĂŒngsten Washingtonaufenthalt und vermeldete, dass es in Amerika eine nennenswerte Anzahl von Menschen gibt, die mit der Politik Trumps nicht einverstanden sind. So hat der Chef der Walmart-Kette, immerhin ca. 1,5 Millionen Angestellte hinter sich, gegen die Zollpolitik Trumps interveniert. Diese Stimme kann Trump nicht so einfach ignorieren. Sina vernahm auch die Bitte einiger Amerikaner: âschreibt uns bitte nicht abâ.
Dem entgegen glaubt BĂŒtikofer nicht an eine Wiederkehr alter Beziehungen. Auch nach Trump wird sich das VerhĂ€ltnis Amerikas zu Deutschland und Europa verĂ€ndern, wobei diese VerĂ€nderung durch den ideologisch geleiteten J.D. Vance möglicherweise schlimmer ausfallen wird als durch einen konservativeren Republikaner. Demokraten sieht er derzeit nicht in einer maĂgeblichen Rolle.
Einige Fragen aus dem Publikum rundeten diese âBrĂŒssler Spitzenâ ab, bevor die Diskussion bei einem Imbiss in kleinen Gruppen sehr angeregt fortgefĂŒhrt wurde.
Der Verlauf der mittlerweile dritten âBrĂŒsseler Spitzenâ sah die Veranstalter veranlasst, eine vierte Auflage in Aussicht zu stellen, was von den Teilnehmern mit krĂ€ftig Applaus goutiert wurde.





