Anspruch und Wirklichkeit: Eine kritische Bewertung
Integrierte Sicherheit fĂŒr Deutschland, so lautet die Ăberschrift der nationalen Sicherheitsstrategie (NSS), die Mitte Juni nach langen Abstimmungen in der Bundesregierung vorgestellt wurde. Es ist die erste nationale Sicherheitsstrategie, die einvernehmlich von der gesamten Regierung gebilligt wurde und von den Parteien der die Regierung stĂŒtzenden Koalition getragen wird. Das ist ein zu begrĂŒĂender und lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Schritt. Er wurde bereits 1992 gefordert, auch damals mit dem breiten, heute integriert genannten Ansatz, der Sicherheitspolitik, der ĂŒber das MilitĂ€rische und die reine Verteidigungspolitik weit hinausgeht. In der Regierung Kohl wurde allerdings nicht mehr erreicht als die Kenntnisnahme eines entsprechenden Papiers des Verteidigungsministeriums durch das Bundeskabinett. Ein weiterer Anlauf, das inzwischen vernetzte Sicherheit genannte Konzept zu dokumentieren, wurde 2016 unternommen, endete aber nur mit einem WeiĂbuch des Verteidigungsministeriums.
Nun eine gebilligte Strategie erreicht zu haben, ist deshalb als Fortschritt zu begrĂŒĂen, ein Fortschritt, den auch die Opposition anerkennen und als Basis parteiĂŒbergreifender Weiterentwicklung begreifen sollte. Weiterentwicklung ist allerdings mehr als geboten, denn das vorliegende Papier weist doch LĂŒcken und deutliche MĂ€ngel auf. Eine NSS muss den BĂŒrgern helfen zu verstehen, was Sicherheit in der heutigen komplexen Welt bedeutet. Das ist die Voraussetzung fĂŒr die UnterstĂŒtzung durch die Mehrheit der Deutschen. Nur mit ihr kann eine Strategie glaubwĂŒrdig werden, vorausgesetzt, es werden die Mittel zur Umsetzung geschaffen und der erneut von der Mehrheit der BĂŒrger unterstĂŒtzte politische Wille zur Anwendung erzeugt. Letzterer lĂ€sst bequemes âOhne michâ nicht zu. Das ist die Binnenwirkung einer NSS und sie ist Voraussetzung fĂŒr die AuĂenwirkung, Deutschland berechenbar zu machen und alle Zweifel der VerbĂŒndeten und Partner an der VerlĂ€sslichkeit Deutschlands auszurĂ€umen. Daraus entsteht Vertrauen und Vertrauen wiederum ist die entscheidende Grundlage fĂŒr BĂŒndnisfĂ€higkeit in einer Welt, in der kein Nationalstaat, auch nicht die GroĂen wie die USA und China, allein in der Lage ist, Sicherheit fĂŒr seine BĂŒrger zu erreichen.
Jede Strategie muss eindeutige Ziele formulieren, die Wege aufzeigen, wie man diese Ziele gegenĂŒber Gegnern erreichen und durchsetzen kann und muss beschreiben, welche Mittel dazu erforderlich sind. Jede Strategie beruht auf einer Beschreibung der Lage, beurteilt die Risiken und Gefahren, setzt die nationalen Ziele fest, bewertet, was man braucht, sie zu erreichen, beurteilt, welche Risiken verbleiben und folgert, welches MaĂ an Sicherheit man erreichen kann. Diese drei Schritte, beschreiben, beurteilen, folgern, mĂŒssen sich wie ein roter Faden in der Strategie als Ganzes wie in ihren einzelnen Elementen erkennen lassen. Mit ihnen als Anhalt lĂ€sst sich die vorliegende nationale Sicherheitsstrategie beurteilen und kritisch bewerten. Wendet man sie bei der Bewertung der vorgelegten NSS an, dann ist festzuhalten, dass die NSS, auch wenn man sie als Dachpapier versteht, dem ergĂ€nzende Teilkonzepte, wie beispielsweise die angekĂŒndigte Chinastrategie zu folgen haben, lĂŒckenhaft ist und der Ăberarbeitung und ErgĂ€nzung bedarf.
Doch daran sollte sich Kritik nicht aufhĂ€ngen, denn ein wesentlicher erster Schritt ist, dass klare Ziele gesetzt werden und dass die Strategie von einem breiten politischen Konsens getragen wird. Deshalb sollte eine Beurteilung damit beginnen, was als Fortschritt zu begrĂŒĂen und man sollte, nach bewĂ€hrter britischer Sitte, erst einmal einstecken, was zu erhalten ist, dann muss man konstruktiv kritisieren und schlieĂlich VorschlĂ€ge fĂŒr gemeinsame Fortentwicklung machen.
Als erhaltenswert sind folgende Punkte zu nennen:
Das Papier enthĂ€lt ein eindeutiges Bekenntnis zur NATO als dem wesentlichen Instrument deutscher Sicherheitspolitik und damit auch ein eindeutiges Bekenntnis zum anhaltenden BĂŒndnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Es enthÀlt ferner die eindeutige Bejahung des Konzepts der nuklearen Teilhabe als Voraussetzung deutscher Sicherheit in einer Welt, in der es noch sehr lange Atomwaffen und vermutlich schon bald weitere Atomwaffenstaaten geben wird. Es sollte klar gesagt werden, dass die nukleare Teilhabe Bedingung und Voraussetzung des deutschen Festhaltens am Atomwaffensperrvertrag ist.
Als dritter Punkt ist festzuhalten, dass die nationale Sicherheitsstrategie das Konzept einer wehrhaften Demokratie betont und als Schritt dahin die Verpflichtung nennt, jĂ€hrlich 2% des Bruttoinlandsproduktes fĂŒr Verteidigung aufzuwenden. Sicher wĂ€re es besser gewesen, dafĂŒr die klarere Formulierung aus der ErklĂ€rung des Bundeskanzlers vom 27. Februar 2022 zu verwenden, dennoch ist das nun in der Strategie formulierte Versprechen als ĂŒber die Legislatur hinaus bindende BĂŒndnisverpflichtung zu sehen. Ehrlichkeit gegenĂŒber den BĂŒrgern hĂ€tte verlangt, bereits hier die Forderung anzuhĂ€ngen, dass 2% eine Untergrenze darstellen, die fĂŒr etliche Jahre einzuhalten sein wird und vermutlich zusĂ€tzlich sogar ein weiteres Sondervermögen zur umfassenden Modernisierung der in den vergangenen zwei Jahrzehnten vernachlĂ€ssigten Bundeswehr verlangt. Vergleicht man die Forderungen in der NSS mit den bekannten MĂ€ngeln bei anderen Sicherheitsorganen wie Polizei, Katastrophenschutz, Gesundheitswesen und Verkehr, dann wird erkennbar, dass weiterer, zusĂ€tzlicher Aufwand bis mindestens zum Ende der Dekade zu leisten sein wird.
Als Viertes Ist festzuhalten, dass NSS durch AufzĂ€hlung einer Vielzahl von MaĂnahmen aus allen Bereichen der Bundesregierung dem gesetzten breiten Ansatz von Sicherheitspolitik gerecht wird. Diese wesentlichen Punkte festzuhalten und zum Ausgangspunkt einer parteiĂŒbergreifenden Bereitschaft zur gemeinsamen Weiterentwicklung der Strategie zu nutzen, wĂ€re kluge Oppositionspolitik, die durchaus anerkennen sollte, welch weiten Weg die Regierungsparteien gegangen sind. Dennoch sind Punkte der Kritik zu nennen, vor allem, weil die beschreibenden Teile der Sicherheitsstrategie zwar relativ eindeutig sind, die Beurteilung aber gelegentlich fehlt und die Folgerungen oftmals eher lĂŒckenhaft bleiben.
Dies beginnt bereits nach der zu begrĂŒĂenden Zielsetzung âWehrhaft. Resilient. Nachhaltig.â mit der Aussage, die Verwirklichung ohne zusĂ€tzliche Belastung des Haushalts zu bewĂ€ltigen. Diese Aussage ist falsch und illusionĂ€r. Ehrlichkeit gebietet zu sagen, dass die BewĂ€ltigung dieser Zielsetzung eine Verschiebung der heutigen Gewichtung des Haushalts zwischen investiven und konsumtiven, sprich sozialen Ausgaben verlangt, vorausgesetzt man hĂ€lt die Staatsverschuldung in den Grenzen, die es auch der Jugend erlauben, weiterhin Demokratie zu unterstĂŒtzen. Dies zu erreichen ist eine gewaltige Herausforderung, denn soziale Sicherheit und Ausgleich sind zu erhalten, weil sie unseren Staat schĂŒtzenswert machen. Zu Ă€ndern ist allerdings die Neigung immer neue VergĂŒnstigungen zu entwickeln, durch Ăberregulierung zusĂ€tzlichen Personalaufwand zu schaffen und nicht ausreichend in technische Erneuerung zu investieren.
Wehrhaft
Im Abschnitt Wehrhaftigkeit ist die Nationale Sicherheitsstrategie doch recht umfassend und fĂŒr ein Dachpapier trotz einiger LĂŒcken relativ konkret. Die NSS beschreibt in eindeutiger Form die sich nach dem Rechtsbruch durch Putin in der Ukraine abzeichnende Auflösung der regelbasierten Weltordnung, die nicht zuletzt Deutschland das Geschenk der Deutschen Einheit und den Aufbau eines vorbildlichen demokratischen Rechtsstaats ermöglichte, in dem die Menschen soziale Sicherheit erleben und durch ihre Leistung dazu beigetragen haben, einen fortschrittlichen, wohlhabenden, aber auch sehr verwundbaren Industriestaat im Herzen Europas zu gestalten. Richtigerweise wird deshalb die Forderung erhoben, an dieser regelbasierten Weltordnung festzuhalten. Die dem entgegenstehenden Risiken und Gefahren werden relativ umfassend beschrieben, insbesondere wird die Gefahr fĂŒr Europas Sicherheit durch ein imperialistisches Russland deutlich genannt und es wird auf den sich abzeichnenden systemischen Konflikt zwischen Demokratie und Autokratie hingewiesen, ausgelöst durch Chinas erklĂ€rte Absicht, bis 2050 eine neue Alternative Weltordnung zu erreichen. den sich abzeichnenden systemischen Konflikt zwischen Demokratie und Autokratie hingewiesen, ausgelöst durch Chinas erklĂ€rte Absicht, bis 2050 eine neue Alternative Weltordnung zu erreichen.
WĂŒnschenswert wĂ€re in diesem Teil gewesen, zusĂ€tzlich die Gefahren fĂŒr Deutschlands Sicherheit als exportabhĂ€ngige Handelsnation durch Bestrebungen mancher Staaten, allen voran China, die Freiheit der hohen See einzuschrĂ€nken, herauszustellen und festzuhalten, dass Deutschlands Sicherheit auch im indopazifischen Raum und in Zukunft wohl auch in einem eisfrei werden Arktischen Ozean gefĂ€hrdet werden kann. Daraus wĂ€re zu folgern, dass Deutschland gemeinsam mit seinen europĂ€ischen VerbĂŒndeten und abgestimmt mit den USA und Partnern in der Region das Recht auf freie Durchfahrt durch gelegentliche maritime PrĂ€senz im Indo-Pazifik unterstreichen und dazu im Rahmen der EU die Zusammenarbeit mit ASEAN und der QUAD suchen sollte. ZusĂ€tzlich sollte gefordert werden, dass PrĂ€senz im Arktischen Ozean zu einer neuen Aufgabe der NATO wird.
Die Gefahren, die von nichtstaatlichen Akteuren, seien es Terroristen, kriminelle Kartelle oder Macht ohne Kontrolle anstrebende ĂŒbernationale IndustriezusammenschlĂŒsse fĂŒr das höchst verwundbare, dicht besiedelte Deutschland entstehen könnten, mĂŒssten deutlicher erwĂ€hnt werden. Diese keiner Kontrolle unterliegenden Akteure können moderne Industriestaaten möglicherweise schon bald lĂ€hmen und erpressen und sie können durch manipulierte Medien Gegenwehr verhindern. Daraus entsteht Gefahr fĂŒr die Demokratie, wenn die BĂŒrger den Eindruck gewinnen, Ihr Staat sei wehrlos.Eine NSS muss daher aufzuzeigen, wie solchen Gefahren im Vorfeld von und in bewaffneten, aber auch in hybriden Konflikten zu begegnen ist.
Die Strategie bezeichnet China zutreffend als Partner, Rivale und systemischen Gegner und sie fordert in Erkenntnis bestehender Verflechtungen nicht eine Abkoppelung, aber eine Risikominderung. Welche Folgerungen daraus zu ziehen sind, soll der nachfolgenden China â Strategie zu entnehmen sein. Es hĂ€tte allerdings schon jetzt gesagt werden mĂŒssen, dass es kaum ĂŒberbrĂŒckbare Auffassungsunterschiede in den Wertesystemen von Demokratie und Autokratie gibt, dass fĂŒr Deutschland die Anerkennung territorialer IntegritĂ€t und der Verzicht auf VerĂ€nderung von Grenzen durch Gewalt ebenso wie die freie Wahl aller Staaten, ihre Ordnung selbst zu bestimmen, zu den unverhandelbaren Elementen jeglicher internationaler Zusammenarbeit gehören. Dies dĂŒrfte es in der angekĂŒndigten China Strategie erforderlich machen, eine Position zu Taiwan als der einzigen und damit auch fĂŒr Deutschland, trotz âEin China Politikâ schĂŒtzenswerten chinesischen Demokratie zu beziehen.
Auch die fortbestehende Notwendigkeit, weiterhin verlĂ€sslicher Partner der USA auch in Konflikten der USA zumindest dort zu sein, wo gemeinsame Interessen auf dem Spiel stehen, sollte in der NSS erwĂ€hnt werden. Dies wird von Deutschland verlangen, sich im Einzelfall in angemessener Weise, also keineswegs stets militĂ€risch, als zu Lasten- und Risikoteilung bereiter VerbĂŒndeter der USA zu zeigen.
Man sollte im Vorgriff auf die China-Strategie bereits in der NSS folgern, dass vermutlich nur im gemeinsamen Handeln der USA, der G 7 und Europas die Chance liegt, eine Konfrontation mit China zu vermeiden.
Die NSS beurteilt zutreffend, dass jetzt und kĂŒnftig Sicherheit fĂŒr Deutschland in Europa nur im Verbund mit den Partnern in der NATO und der EuropĂ€ischen Union zu sichern ist. Diese Aufgabe verlangt ein umfassendes, alle Mittel der Politik enthaltendes, weit ĂŒber militĂ€rische Planung hinausgehendes, Sicherheitskonzept. Das wird angedeutet, aber dem Anspruch Dachpapier folgend, nicht erlĂ€utert. BegrĂŒĂenswert eindeutig wird wenigstens festgehalten, dass die Verteidigung des BĂŒndnisgebiets mit Landesverteidigung gleichzusetzen ist und Deutschland als strategische Drehscheibe von NATO und EU zusĂ€tzliche Verantwortung hat. Mit Blick auf GlaubwĂŒrdigkeit als und VerlĂ€sslichkeit wĂ€re es sicher vorteilhaft gewesen, wenn eindeutig gesagt werden worden wĂ€re, dass die Verteidigung jeden Quadratzentimeters beispielsweise polnischen oder baltischen Bodens fĂŒr Deutschland gleiche Bedeutung hat wie die es eigenen Landes.
WĂŒnschenswert wĂ€re zudem gewesen, eindeutig zu sagen, dass kĂŒnftige StreitkrĂ€fte sowohl im Rahmen der NATO wie der EU in fĂŒnf Dimensionen gleichzeitig und koordiniert kĂ€mpfen können mĂŒssen: Land, Luft, See, Weltraum und Cyberspace und das sie dazu der UnterstĂŒtzung durch leistungsfĂ€hige Infrastruktur im BĂŒndnisgebiet, des Katastrophen- und Zivilschutzes, der wehrwirtschaftlichen Industrie und des Gesundheitswesens nicht nur national, sondern zumindest der europĂ€ischen VerbĂŒndeten und Partner bedĂŒrfen. Es wĂ€re hilfreich gewesen, in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass die Beherrschung des Nordatlantik einschlieĂlich seiner Zu- und AusgĂ€nge zum SĂŒdatlantik wie zum Arktischen Ozean die entscheidende geostrategische Voraussetzung fĂŒr die Verteidigung Europas ist. Daraus folgt, dass eigenstĂ€ndige europĂ€ische Verteidigung nur gemeinsam mit den USA und dem leider nicht erwĂ€hnten Kanada erfolgen kann. So könnte man erkennen, dass europĂ€ische Autonomie ein strategisch unbedeutendes Schlagwort ist, aber europĂ€ische EigenstĂ€ndigkeit in der Verteidigung als Aufgabe der EU fĂŒr die sĂŒdliche und sĂŒdostwĂ€rtige Peripherie Europas, also Nordafrika und den Raum des Erweiterten Nahen Ostens, in Betracht kommt und als Ausdruck von Lastenteilung mit den USA auch zu fordern ist.
Die Folgerung, dass Nato und EU verzahnt zusammenarbeiten mĂŒssen und die EU zusĂ€tzlich intensiv mit den leider nicht erwĂ€hnten Afrikanischen Union, der Arabischen Liga und mit Israel kooperieren muss, wĂ€re ein weiteres klĂ€rendes Element gewesen. Aus dieser Abgrenzung wĂ€re dann zu schlieĂen, dass die Beherrschung des Nordatlantik und der Einfluss von NATO und EU im Arktischen Ozean gemeinsame Aufgabe von Nordamerikanern und EuropĂ€ern sein wird und man hĂ€tte anfĂŒgen können, dass dazu auch Zusammenarbeit mit dem nicht genannten Arktischen Rat anzustreben ist.
Die NSS folgert, dass das BĂŒndnis mit den USA (und Kanada) fĂŒr Europa ein strategischer Imperativ ist. Angesichts der aus Deutschlands einseitigem Verzicht auf Nuklearwaffen zwingend gebotenen AbhĂ€ngigkeit von nuklearem Schutz durch die USA und der geostrategischen UnabĂ€nderlichkeit, Europas Verteidigung nur durch die strategische Kontrolle des Nordatlantik ĂŒberhaupt erst zu ermöglichen, hĂ€tte die NSS feststellen können, dass das BĂŒndnis mit den USA fĂŒr Deutschland ebenso StaatsrĂ€son ist wie der in der NSS leider so nicht qualifizierte Schutz Israels.
Die NSS folgert zutreffend, das Europas Verteidigung Aufgabe der NATO bleiben muss und in diesem Rahmen die ununterbrochene nukleare Teilhabe Deutschlands durch vorrangige Beschaffung moderner TrĂ€germittel fĂŒr in Deutschland lagernde amerikanische Nuklearwaffen auch kĂŒnftig zu gewĂ€hrleisten ist. Dieser Schutz ist nur durch die USA sicherzustellen. Zur Vertiefung der innenpolitischen BegrĂŒndbarkeit wĂ€re es nĂŒtzlich, in der NSS festzuhalten, dass nukleare Teilhabe die Voraussetzung fĂŒr das Festhalten Deutschlands an seinem Verzicht auf Nuklearbewaffnung und die deutsche Bereitschaft ist, den Atomwaffensperrvertrag auch kĂŒnftig einzuhalten.
Die weitere Folgerung leistungsfĂ€hige, einsatzbereite und fĂŒr die Verteidigung des Nato- Vertragsgebiets geeignete und verzugsarm verlegefĂ€hige StreitkrĂ€fte bereitzustellen, wird leider nur allgemein festgehalten. Einzelheiten werden durch das Verteidigungsministerium zu erarbeiten sein, dennoch sollte eine NSS allgemeine Vorgaben zur erforderlichen LeistungsfĂ€higkeit, den Bereitschaftsgraden und der geografischen Reichweite ebenso enthalten wie es wĂŒnschenswert wĂ€re, Forderungen hinsichtlich einer innovativen deutschen wehrtechnischen Industrie, anzustrebender Mindeststandards nationaler Bevorratungshöhen sowie der erforderlichen deutschen FĂ€higkeiten von einsatzfĂ€higen Schutzâ, Rettungs- und HilfskrĂ€ften zur BewĂ€ltigung kĂŒnftig wohl hĂ€ufiger werdender Naturkatastrophen in welchen geografischen Bereichen zu erheben. ErgĂ€nzend sollte die NSS vorgeben, in welchem MaĂe derartige Aufgaben multinationalen Truppenkörpern, die vor allem im Bereich der so genannten âforce multiplierâ und âenablerâ auszubauen sind, und wie sich Bund und LĂ€nder Aufgaben teilen. Bedauerlich ist, dass die seit 2014 bestehende deutsche Verpflichtung, 2% des Inlandproduktes fĂŒr Verteidigung aufzuwenden, in der Klarheit der Zusage hinter der RegierungserklĂ€rung des Bundeskanzlers vom 27. Februar 2022 zurĂŒckbleibt. Dieses Ziel wird beim Nato-Gipfel in Vilnius bekrĂ€ftigt werden. Sein Erreichen im Jahr 2024 und den Folgejahren wird mehr als alles andere die Haltung der im Jahr 2024 zu wĂ€hlenden amerikanischen Regierung zu Deutschland bestimmen und politisch wichtiger sein als die starke wechselseitige Bindung durch bestehende gegenseitige wirtschaftliche Verflechtung.
Die Aussagen zum Krisenmanagement sind zu unterstreichen, insbesondere der Hinweis auf PrĂ€vention. Diese darf jedoch nicht allein als vorbeugendes Beseitigen von Konfliktursachen verstanden werden, sondern auch als Handlungskonzept in der Krise. Dort wird immer rechtzeitiges, schnelles, oft prĂ€ventives und gelegentlich sogar prĂ€emptives Handeln geboten sein. Dies im Inneren mit den Bedingungen des föderalen Systems zu versöhnen und im ĂuĂeren in internationalen Gremien trotz des vermutlich kaum aufzuhebenden, in Krisen aber hemmenden Prinzips der Einstimmigkeit zu erreichen, ist die entscheidende Voraussetzung fĂŒr Erfolg im Krisenmanagement. âTime is of the essenceâ ist und bleibt der entscheidende Grundsatz in der BewĂ€ltigung von Krisen.
Dies gegenĂŒber einer reaktives Handeln gewöhnten, eher zögerlichen und risikoscheuen deutschen Ăffentlichkeit deutlich zu machen, ist eine dringlich zu bewĂ€ltigende Herausforderung fĂŒr die deutsche Sicherheitspolitik. Die Aussagen zu den Vereinten Nationen sind zu allgemein und fordern mit der Reform des Sicherheitsrats kaum Erreichbares. Angesichts der Erfahrungen aus der Ukraine Krise wĂ€re eine deutsche Forderung vielleicht erreichbarer gewesen, den Sicherheitsrat auch dann handlungsfĂ€hig zu machen, wenn eines der stĂ€ndigen Mitglieder das Recht erkennbar bricht und sich durch Missbrauch seines Vetorechts vor den Konsequenzen des Rechtsbruchs zu schĂŒtzen sucht. Wege dies durch Votum der Generalversammlung ĂŒberwinden zu können, zumindest das Veto-Recht bis zur KlĂ€rung des Vorwurfs Rechtsbruch auszusetzen, sollten auf der Grundlage der Schutzverantwortung (R2P) gesucht und vorrangig gefunden werden.
Der Abschnitt âWehrhaftâ könnte in einer weiterentwickelten NSS mit der Aussage abgeschlossen werden, dass die Verflechtung der Welt das Risiko in sich birgt, dass regionale Konflikte oft globale Auswirkungen zeigen werden. Dies gilt besonders fĂŒr die in Zukunft vermutlich hĂ€ufiger auftretende Form des Klimakrieges, insbesondere in seiner AusprĂ€gung als Krieg um ErnĂ€hrung und Trinkwasser. Als Beispiel hierfĂŒr könnte man das nun offensichtliche, sehr schnelle Abschmelzen der Himalaya Gletscher genannt werden, das fĂŒr zwei Milliarden Menschen in Asien zu existentiellem Wassermangel fĂŒhren wird und damit auch Deutschlands Sicherheit berĂŒhren wird.
Strategisches Denken beschrĂ€nkt auf eine Region gehört deshalb der Vergangenheit an. Das Strategische Konzept der NATO enthĂ€lt deshalb bereits die richtige Forderung einer strategischen Rundum-HandlungsfĂ€higkeit in Krisen und Konflikt. Eine kritische Anmerkung zur MultipolaritĂ€t wĂ€re angebracht. Voraussichtlich wird die multipolare Welt in Wirklichkeit weiterhin eine ĂŒberwiegend bipolare mit den Polen USA und China sein, in der regionale ZusammenschlĂŒsse wie EU oder Bricks eine beeinflussende, gelegentlich störende, aber nicht entscheidende Rolle spielen werden. Selbst da wĂ€re anzumerken, dass Chinas Gewicht gegen Ende des Jahrhunderts wegen der erkennbaren demographischen Entwicklung vermutlich deutlich sinken wird.
Ein weiterer abschlieĂender Punkt könnte sein, dass Atomwaffen nach Ansicht von NATO, G20, G7 und EU niemals eingesetzt werden dĂŒrfen, auch weil jeder Atomeinsatz einen regionalen Konflikt nahezu automatisch zum globalen Konflikt macht. Daraus ist die Folgerung abzuleiten, dass nukleare RĂŒstungskontrolle einen neuen Anlauf verlangt und dringlich geboten ist, aber wohl nur erreichbar sein wird, wenn auf der Grundlage gesicherter VerteidigungsfĂ€higkeit langsam wieder Vertrauen entsteht.
Resilienz
Im ersten Teil dieses Abschnitts werden weitgehend bereits abgegebene ErklĂ€rungen und Zielsetzungen wiederholt. Dieser Teil ist eine insgesamt begrĂŒĂenswerte Zusammenstellung deutscher Zielsetzungen in den internationalen Organisationen. In einer nationalen Sicherheitsstrategie darf jedoch nicht unerwĂ€hnt bleiben, dass die Zielsetzung, eine regelbasierte internationale Ordnung auf der Grundlage des Völkerrechts zu erhalten und zu festigen, durch den Anspruch Chinas, eine neue Weltordnung bis 2050 zu erreichen, herausgefordert und durch die kohĂ€rente chinesische strategische Vorgehensweise gefĂ€hrdet wird. Diesen zentralen systemischen Konflikt allein einer China Strategie zu ĂŒberlassen, greift zu kurz. Erforderlich ist in diesem Teil der nationalen Sicherheitsstrategie eindeutig aufzuzeigen wie, wo und in welchem MaĂe man mit dem Herausforderer zusammenarbeiten wird, wo es keine Gemeinsamkeiten gibt, wie man sich schĂŒtzen will und auf dieser Basis Kompromisse zu suchen bereit ist, vor allem aber muss deutlich werden, was man tun will, die Unentschlossenen dieser Welt fĂŒr die Idee der regelbasierten Weltordnung zu gewinnen. Die deutsche Mitwirkung an den als Gegengewicht entwickelten Konzepten der EU (Global Bridge) und deren Verzahnung mit dem US Konzept B3W sollte erwĂ€hnt werden.
Eine kritische Anmerkung bedĂŒrfte sicher auch die Tatsache, dass BĂŒndnispartner die Verpflichtung zu gegenseitiger SolidaritĂ€t unbedingt wahren mĂŒssen. Dies kann zu Konflikten mit dem Grundsatz der Wahrung nationaler Interessen fĂŒhren. Bestrebungen von Mitgliedstaaten in BĂŒndnissen wie NATO und EuropĂ€ische Union zusĂ€tzlich die Mitgliedschaft in anderen, nach Interessen gegensĂ€tzlichen Organisationen wie beispielsweise der SCO zu suchen, steht im Gegensatz zum Grundsatz der SolidaritĂ€t. In diesen FĂ€llen sollten Wege gefunden werden wie zumindestens zeitweise das Stimmrecht solcher Nationen in NATO und EU ruht. Die umfassende Darstellung der wirtschaftlichen, finanziellen und technologischen GefĂ€hrdungen und der Wege zu ihrer Ăberwindung ist der Teil der nationalen Sicherheitsstrategie, indem der Dreiklang Beschreiben, Beurteilen, Folgern am deutlichsten ausgeprĂ€gt ist. Eine zusammenfassende Darstellung der Schritte in getakteter Reihenfolge und mit klaren zeitlichen und auch finanziellen Vorgaben wĂŒrde die VerstĂ€ndlichkeit dieses Abschnitts der NSS fĂŒr die BĂŒrger verbessern. Deutlicher sollte zusammenfassend herausgestellt werden, wie kritische Infrastruktur geschĂŒtzt und durch Zusammenwirken aller KrĂ€fte in EU und NATO erreicht werden soll. Auch in diesem Teil wĂ€re es zu begrĂŒĂen, wenn eindeutige Planungsschritte festgelegt wĂŒrden.
Die Risiken, die sich aus den Folgen des Klimawandels, der Ăberbevölkerung insbesondere Afrikas, der damit ausgelösten Gefahr verstĂ€rkter Migration und der Verletzbarkeit eines kontinuierlich Ă€lter werdenden Europas ergeben, sollten in der NSS zusammenfassend festgehalten werden. Damit ergeben sich AngriffsflĂ€chen vielfĂ€ltiger Art fĂŒr Gegenspieler aller Art, seien es nichtstaatliche Akteure oder seien es Staaten. So wĂŒrde unterstrichen, dass Resilienz nur zu erreichen ist, wenn Wehrhaftigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit zu einem integrierten Gesamtkonzept zusammengefĂŒgt werden. Kritisch anzumerken ist, dass der Ausschluss einer Methode wie beispielsweise Hackback den Gegnern im Dunkeln Gewissheit gibt und Optionen öffnet, obwohl Sicherheit fĂŒr Deutschland nur zu erreichen ist, wenn in der Wahrnehmung der Gegner Ungewissheit ĂŒber das Handeln Deutschlands und seiner VerbĂŒndeten besteht. Ungewissheit ist ein wesentliches Element strategischer Abschreckung und es besteht keine Notwendigkeit, sie von vornherein zum eigenen Nachteil einzuschrĂ€nken. Die in Krisen bewĂ€hrte AnkĂŒndigung, man werde sich in Abwehr von Gefahren alle notwendigen Schritte vorbehalten, sollte auch Richtlinie in der NSS sein.
Nachhaltigkeit
Ăhnliches gilt fĂŒr den Abschnitt Nachhaltigkeit. In den beiden Teilabschnitten Sicherheit der Lebensgrundlagen und PandemieprĂ€vention sind ĂŒberwiegend bekannte Zielsetzungen der Bundesregierung und einschlĂ€giger internationaler Organisationen dargestellt. BegrĂŒĂenswert ist die klare Aussage, âGlobale Klimaâ, Umweltâ, ErnĂ€hrungs- und Ressourcenpolitik ist Sicherheitspolitik.â Vorbehalten der BĂŒrger könnte man begegnen, wenn man deutlich machte, dass Deutschlands Anteil an den weltweiten Emissionen marginal ist und von daher jede Hoffnung auszuschlieĂen ist, das deutsches Vorbild zur Nachahmung fĂŒhren könnte. Man kann im Teil Nachhaltig erkennen, dass man den Dreiklang Beschreiben, Beurteilen, Folgern anwendet und die Vielzahl schon beschlossener Zielsetzungen der Bundesregierung darin einordnet. FĂŒr das VerstĂ€ndnis der BĂŒrger wĂ€re es wĂŒnschenswert klare Zielvorgaben zu setzen, wie beispielsweise das Schaffen von Trinkwasserspeichern, von KrĂ€ften zur Katastrophenhilfe und zum Schutz von lebenswichtiger Infrastruktur unter den Bedingungen von Cyber Operations. Es wĂ€re auch zu fordern, dass Zeitlinien und Vorgaben fĂŒr den Wiederaufbau von Zivil und Katastrophenschutz und fĂŒr die FĂ€higkeit, Freunde und VerbĂŒndete in Katastrophen nachhaltig zu unterstĂŒtzen, gesetzt werden. Eine Aufgabenverteilung zwischen Bund und LĂ€ndern ist auch hier anzustreben und zu erlĂ€utern.
Gleiches gilt fĂŒr die Aussagen zur Pandemie-Vorsorge. Auch hier sollten Ziele, Vorgaben fĂŒr die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens, der Bevorratung mit medizinischen GĂŒtern und Medikamenten so wie das Aufstellen von mobilen EinsatzkrĂ€ften zur VerstĂ€rkung der Gesundheitsvorsorge der BundeslĂ€nder und der VerbĂŒndeten genannt werden. NĂŒtzlich wĂ€re es auch im Abschnitt Nachhaltigkeit Richtlinien zu nennen, die im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Wirtschaft und Industrie binden, VerkĂ€ufe von Anlagen und GĂŒtern und Einblicke in Entwicklungen nur mit Zustimmung der Bundesregierung vorzunehmen. Aus diesem Abschnitt Nachhaltigkeit können sich erhebliche Forderungen fĂŒr die Weiterentwicklung der StreitkrĂ€fte und der Polizei ergeben. Sie sollten zumindest in Form von PrĂŒfungsauftrĂ€gen in der nationalen Sicherheitsstrategie verankert werden.
Integrierte Sicherheit gemeinsam gestalten
Dies ist der vermutlich schwĂ€chste Teil der NSS. Mehr als Spruchblase sind kaum zu erkennen, dabei ist doch die entscheidende Aufgabe, die Menschen fĂŒr diese Strategie zu gewinnen. Die Deutschen sind strategisch Denken nicht gewöhnt. Die NSS ist das Ausbuchstabieren der Zeitenwende. Deshalb sind in diesem abschlieĂenden Abschnitt Wege aufzuzeigen wie man die Köpfe und Herzen der Menschen gewinnen kann. Wird die Strategie nicht von der Mehrheit der Deutschen getragen, dann ist sie nicht glaubwĂŒrdig, dann wird keine Abschreckung erzeugt und es wird keine VerteidigungsfĂ€higkeit erreicht. Es sind deshalb konkrete Schritte zu benennen. Als Erstes muss gefordert werden, was nahezu aus jeder Zeile der Nationale Sicherheitsstrategie zu erkennen ist: Es ist umgehend ein Nnationaler Sicherheitsrat (NSR) im Bundeskanzleramt zu etablieren. Nur so kann kontinuierlich festgestellt werden, welche Fortschritte erzielt wurden, wo noch MĂ€ngel bestehen und was vordringlich in Angriff zu nehmen ist. Dies ist eine Aufgabe, die jedes Ministerium ĂŒberfordern wĂŒrde, weil es nicht nur um die Koordination der verschiedenen Ministerien geht, sondern auch um Abstimmung mit den LĂ€ndern, mit nachgeordneten Behörden, mit Hilfsorganisationen, mit Industrie und Wirtschaft.
Der Aufbau eines Nationalen Sicherheitsrats ist zwingend geboten und muss als neues Element im Bundeskanzleramt rasch in Angriff genommen werden, wenn diese Strategie jemals ihr Ziel erreichen soll und wenn Deutschland in die Lage versetzt werden soll, in Krisen handlungsfĂ€hig zu sein. An dieser vordringlich zu treffenden Entscheidung wird sich zeigen, ob die Bundesregierung es ernst meint mit der nationalen Sicherheitsstrategie. Ein weiterer Schritt ist die stĂ€ndige Ăberwachung der zur Umsetzung erforderlichen Schritte. DarĂŒber sollte die Bundesregierung kontinuierlich informiert werden und der Bundestag muss zu mindestens einmal im Jahr ĂŒber den Sachstand der Umsetzung der Nationalen Sicherheitsstrategie unterrichtet werden. Es ist daher ein Bericht zur Sicherheitslage der Nation zu Beginn eines Kalenderjahres im Deutschen Bundestag durch den Bundeskanzler zu geben. Dieser Bericht ist Grundlage von Entscheidungen der Bundesregierung zur Anpassung der Strategie, zur Beschleunigung oder zur Ănderung beschlossener Schritte und zur Bewilligung zusĂ€tzlicher Haushaltsmittel. Diese beiden Schritte, Sicherheitsrat und Bericht zur Lage der Sicherheit der Nation, sind die unbedingt erforderlichen prozeduralen Instrumente zur Gestaltung der integrierten Sicherheit und zum Gewinnen von Mehrheiten in der Bevölkerung Deutschlands und in den politischen Parteien. Sollte dazu die politische Kraft fehlen, dann ist dieses nationale Sicherheitsstrategie ein StĂŒck Papier ohne Bedeutung.
ZusÀtzlich muss eine breite Informationskampagne zum Gewinnen von Mehrheiten in der ganzen Breite der Bevölkerung durch die Bundesregierung angepackt werden. Die Umsetzung dieser Strategie wird Deutschland nachhaltig verÀndern.
Wird diese Strategie wirklich umgesetzt, dann ist Lastenteilung das zwingende Gebot. Dann darf es nicht den geringsten Zweifel geben, dass Deutschland auch bei Gefahr fĂŒr noch so entfernte VerbĂŒndete vorbehaltlos an deren Seite stehen wird. Nur dann wird Deutschland auch weiterhin mit dem Schutz durch seine VerbĂŒndeten, allen voran den USA, rechnen können.
Nun ist geboten, was der frĂŒhere BundesprĂ€sident Herzog und in anderer Form dann vor zehn Jahren BundesprĂ€sident Gauck gefordert haben: Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen. Deutschland muss wissen und zeigen, dass es Freiheit, Schutz und den Erhalt einer auf sozialem Ausgleich beruhenden Gesellschaft fĂŒr uns nur gibt, wenn die Deutschen bereit sind, Verantwortung zu tragen. DafĂŒr gilt es nun Mehrheiten zu gewinnen, denn nur durch sie kann man erreichen, dass der erforderliche gewaltige personelle und materielle Aufwand tatsĂ€chlich geleistet wird.
Das ist der Kern der Anstrengung, die Bundeskanzler Scholz Zeitenwende nannte.






