Alternativen zur »Zwei-Staaten-Lösung«
FĂŒr die erste Juliwoche 2020 hat der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu angekĂŒndigt, 30 Prozent der von Israel seit 1967 kontrollierten Westbank zu israelischem Staatsgebiet zu erklĂ€ren. Will er langfristig einen Staat Israel oder doch eine Zwei-Staaten-Lösung? Deutschland, die EU und die UNO favorisieren seit Jahrzehnten die Zwei-Staaten-Lösung. Nur konnte bisher keine Einigung gefunden werden.
Moderator Oliver Weilandt spricht mit der ehemaligen Staatsministerin und langjĂ€hrigen Fraktionsvorsitzenden von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, Kerstin MĂŒller, ĂŒber unrealistische Zwei-Staaten-Regelungen und ĂŒber alternative Konzepte aus der Mitte der israelischen und der palĂ€stinensischen Gesellschaft. Denn lĂ€ngst wĂŒrden in grenzĂŒberschreitenden Initiativen wie »A Land For All« Konzepte jenseits ausgetretener Wege entwickelt.
Das Modell »Two States, One Homeland« favorisiert eine Konföderation zweier Staaten ohne Grenzen, mit freiem Niederlassungsrecht und allgemeinem Wahlrecht fĂŒr die Wahl der beiden StaatsfĂŒhrungen, das nicht unbedingt an den Wohnort gekoppelt sein muss. Das Problem: Weder die politischen FĂŒhrungen im Land, noch das internationale politische Parkett zeigen sich bereit, solche Ideen zu hören oder gar zu fördern. Kerstin MĂŒller, die langjĂ€hrige Leiterin des BĂŒros der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv, wirbt umso vehementer dafĂŒr.






