âWas Trump verstanden hat, ist, dass die Ăra der Globalisierung vorbei istâ, sagt Dr. Liana Fix vom US-amerikanischen Council On Foreign Relations (CFR). Der neue US-amerikanische PrĂ€sident Donald Trump habe diese VerĂ€nderung gespĂŒrt und sehr geschickt auf der Klaviatur gespielt, die USA wĂŒrden zu Unrecht ausgenutzt.
Zwar haben die USA nach dem 2. Weltkrieg nicht allen aber doch vielen Staaten Schutz, Wohlstands-wachstum und eine von ihnen maĂgeblich neu aufgebaute regelbasierte internationalen Ordnung geboten. Liana Fix erinnert aber daran, dass das Pendel in der Geschichte der USA schon immer zwischen global orientierten und isolationistischen Phasen hin und her geschwungen sei.
Der globale Wettlauf zwischen China und den USA spielt dabei natĂŒrlich eine groĂe Rolle. Es sei der letzte Konsens zwischen Republikanern und Demokraten in den USA gewesen, dass sie ihre globale Rolle als Hegemon nicht verlieren dĂŒrften. Trump sei gegenĂŒber China nun aber ĂŒberraschend wenig konfliktorientiert. Er versuche vielmehr, einen Deal mit China zu finden und die USA unabhĂ€ngig von Taiwan zu machen; womöglich, um sich am Ende ganz aus dem Pazifik zurĂŒckzuziehen. Der »Hauptkonfliktpunkt zwischen China und den USA wird Technologie seinâ, sagt Liana Fix.
Es sei âkompletter Wahnsinnâ, dass Trump Grönland kaufen oder notfalls mit Gewalt erobern möchte. Ob er sich damit rechtlich und moralisch auf eine Ebene mit Xi Jinping und Wladimir Putin stellt? Im GesprĂ€ch mit Moderator Oliver Weilandt warnt die Expertin vor dieser EinschĂ€tzung. Das so zu sehen, wĂŒrde eine Ăquidistanz zu den USA zum Ausdruck bringen, âdie sich die EuropĂ€er nicht leisten könnenâ.
Die Konkretisierung der EigenstĂ€ndigkeit Europas wird insbesondere auch in Bezug auf den Umgang mit Russland und seinem Angriffskrieg auf die Ukraine eine der groĂen Fragen in der nahen Zukunft sein. Donald Trump verfolge in Bezug auf ein mögliches Kriegsende eine andere Strategie als sein VorgĂ€nger, erlĂ€utert Liana Fix: âEr möchte einfach nur, dass das Töten endet. Ende, Punkt, Aus!â. Trump fokussiere sich also primĂ€r auf ein Ziel, wĂ€hrend sich Joe Biden auf den Prozess dorthin konzentriert habe. Dabei ĂŒbe Trump aktuell ĂŒberraschend viel Druck auf Russland aus.
Wenn es tatsĂ€chlich dazu kommen sollte, dass die Waffen in der Ukraine schweigen, steht die Frage nach der Sicherung der Waffenruhe und langfristigen Sicherheitsgarantien an. Trump hat hier schon gegenĂŒber den PrĂ€sidenten Macron und Selenskyj klargemacht, dass die Sicherung der Waffenruhe Aufgabe der EuropĂ€er sei. Die EuropĂ€er seien da weiterhin zurĂŒckhaltend. Das sei verstĂ€ndlich, andererseits aber auch ein Wiederholen der alten Muster, analysiert die Geschichts- und Politikwissenschaftlerin, âbei dem die EuropĂ€er zu den USA sagen: âBitte sagt uns, was wir tun sollen und nehmt jedes Risiko von unseren Schultern und dann können wir uns ĂŒberlegen, etwas zu tunâ. Und das ist etwas, auf das Trump keine Lust mehr hatâ.








