Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(62) Das Pendel der USA steht auf isolationistisch

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„Was Trump verstanden hat, ist, dass die Ära der Globalisierung vorbei ist“, sagt Dr. Liana Fix vom US-amerikanischen Council On Foreign Relations (CFR). Der neue US-amerikanische PrĂ€sident Donald Trump habe diese VerĂ€nderung gespĂŒrt und sehr geschickt auf der Klaviatur gespielt, die USA wĂŒrden zu Unrecht ausgenutzt.

Zwar haben die USA nach dem 2. Weltkrieg nicht allen aber doch vielen Staaten Schutz, Wohlstands-wachstum und eine von ihnen maßgeblich neu aufgebaute regelbasierte internationalen Ordnung geboten. Liana Fix erinnert aber daran, dass das Pendel in der Geschichte der USA schon immer zwischen global orientierten und isolationistischen Phasen hin und her geschwungen sei.

Der globale Wettlauf zwischen China und den USA spielt dabei natĂŒrlich eine große Rolle. Es sei der letzte Konsens zwischen Republikanern und Demokraten in den USA gewesen, dass sie ihre globale Rolle als Hegemon nicht verlieren dĂŒrften. Trump sei gegenĂŒber China nun aber ĂŒberraschend wenig konfliktorientiert. Er versuche vielmehr, einen Deal mit China zu finden und die USA unabhĂ€ngig von Taiwan zu machen; womöglich, um sich am Ende ganz aus dem Pazifik zurĂŒckzuziehen. Der »Hauptkonfliktpunkt zwischen China und den USA wird Technologie sein“, sagt Liana Fix.

Es sei „kompletter Wahnsinn“, dass Trump Grönland kaufen oder notfalls mit Gewalt erobern möchte. Ob er sich damit rechtlich und moralisch auf eine Ebene mit Xi Jinping und Wladimir Putin stellt? Im GesprĂ€ch mit Moderator Oliver Weilandt warnt die Expertin vor dieser EinschĂ€tzung. Das so zu sehen, wĂŒrde eine Äquidistanz zu den USA zum Ausdruck bringen, „die sich die EuropĂ€er nicht leisten können“.

Die Konkretisierung der EigenstĂ€ndigkeit Europas wird insbesondere auch in Bezug auf den Umgang mit Russland und seinem Angriffskrieg auf die Ukraine eine der großen Fragen in der nahen Zukunft sein. Donald Trump verfolge in Bezug auf ein mögliches Kriegsende eine andere Strategie als sein VorgĂ€nger, erlĂ€utert Liana Fix: „Er möchte einfach nur, dass das Töten endet. Ende, Punkt, Aus!“. Trump fokussiere sich also primĂ€r auf ein Ziel, wĂ€hrend sich Joe Biden auf den Prozess dorthin konzentriert habe. Dabei ĂŒbe Trump aktuell ĂŒberraschend viel Druck auf Russland aus.

Wenn es tatsĂ€chlich dazu kommen sollte, dass die Waffen in der Ukraine schweigen, steht die Frage nach der Sicherung der Waffenruhe und langfristigen Sicherheitsgarantien an. Trump hat hier schon gegenĂŒber den PrĂ€sidenten Macron und Selenskyj klargemacht, dass die Sicherung der Waffenruhe Aufgabe der EuropĂ€er sei. Die EuropĂ€er seien da weiterhin zurĂŒckhaltend. Das sei verstĂ€ndlich, andererseits aber auch ein Wiederholen der alten Muster, analysiert die Geschichts- und Politikwissenschaftlerin, „bei dem die EuropĂ€er zu den USA sagen: ‚Bitte sagt uns, was wir tun sollen und nehmt jedes Risiko von unseren Schultern und dann können wir uns ĂŒberlegen, etwas zu tun‘. Und das ist etwas, auf das Trump keine Lust mehr hat“.

Zu Gast:

Dr. Liana Fix

Fellow fĂŒr Europa, US-Council on Foreign Relations (CFR)

Dr. Liana Fix ist Fellow fĂŒr Europa beim US-Council on Foreign Relations (CFR) und Expertin fĂŒr deutsche und europĂ€ische Außen- und Sicherheitspolitik, transatlantische Beziehungen sowie Russland und Osteuropa. Nach dem Master an der London School of Economics und der Promotion an der Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen, wurde Dr. Liana Fix als Programmleiterin im Bereich Internationale Politik der Körber-Stiftung mit Fokus auf Russland/Osteuropa sowie des Berliner Forums fĂŒr Außenpolitik tĂ€tig. Nach gesammelten Erfahrungen an der Stiftung Mercator, Chatham House sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung, ist sie zurzeit Fellow beim Council on Foreign Relations (CFR) und lehrt als Adjunct Faculty an der Georgetown University.

Moderation:

Oliver Weilandt

GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Hörfunkagentur Internationaler Audiodienst (iad)

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Nicolas Fescharek

Referent
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030 20649-136
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