Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(61) Chinas Technologien fĂŒr hybriden Krieg

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„Hybrider Krieg ist alles, was unter der Schwelle bewaffneten Konfliktes bleibt“, erklĂ€rt Antonia Hmaidi. Dazu gehören Desinformationskampagnen und Sabotage von kritischer Infrastruktur, um das angegriffene Land wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich zu destabilisieren. Bei dieser Art der Bedrohung denken viele aktuell zunĂ€chst an Russland. Als die mittel- und langfristig grĂ¶ĂŸere hybride Bedrohung bewerten viele Expertinnen und Experten allerdings China.

Antonia Hmaidi ist Senior Analyst beim Mercator Institute for China Studies (MERICS). Sie bewertet die hybride KriegsfĂŒhrung Chinas als Teil der chinesischen Strategie, Weltmacht Nummer Eins zu werden. Im digitalen Raum geschehe dies bisher vor allem durch Cyber-Spionage – unter anderem bei VW – aber auch die Beeinflussung der PrĂ€sidentschaftswahl in RumĂ€nien durch „Troll-Armeen“ auf TikTok zeige, wie ernst das Thema zu nehmen sei.

Die Bundesregierung fördert das MERICS-Projekt „China Tech Observatory“, das Antonia Hmaidi leitet. Dabei geht es um die Bestandsaufnahme der Fortschritte Chinas in „kritischen Technologien“, wie zum Beispiel der Quantentechnologie, bei der China und die USA in unterschiedlichen Bereichen Fortschritte erzielt haben. KĂŒnstliche-Intelligenz-Systeme spielen ebenfalls eine große Rolle, beispielsweise die Large-Language-Modelle (LLM), aber auch die Gesichtserkennung und autonomes Fahren. Ein neues Big-Data-Zentrum Chinas ist wichtig fĂŒr den Bereich Materialforschung, die mithilfe der neuen Technologie massiv beschleunigt wird.

In vielen dieser Bereiche sorge die chinesische Regierung dafĂŒr, dass zum einen gezielte Forschung stattfindet, zum anderen zwinge sie mitunter auch deutsche Firmen dazu, mit chinesischen Firmen zusammenzuarbeiten und ihr Wissen zu teilen, anstatt auf chinesischem Boden eigene Tochtergesellschaften zu grĂŒnden.

Wieviel Kooperation ist sinnvoll und wieviel Abwehr – also praktisch hybride Verteidigung – der EU ist zur gleichen Zeit nötig? Im Atlantic Talk Podcast diskutiert Host Oliver Weilandt mit der Expertin auch darĂŒber, ob Deutschland bzw. die EU auch selbst „Hack-Backs“ betreiben sollten, die in Deutschland bislang verboten sind. Und wĂ€ren wir dazu ĂŒberhaupt in der Lage ? Was erreicht in diesem Zusammenhang die „Strategic Technologies for Europe Platform”, die die EU-Kommission Ende 2023 eingerichtet hat? Und schließlich: Was sind die dringendsten Empfehlungen Antonia Hmaidis an die deutschen und europĂ€ischen EntscheidungstrĂ€ger?

Zu Gast:

Antonia Hmaidi

Senior Analyst, Mercator Institute for China Studies (MERICS)

Antonia Hmaidi ist Senior Analyst am Mercator Institute for China Studies (MERICS). Ihr Fokus liegt auf der Geopolitik von Technologie, Chinas technischer EigenstĂ€ndigkeit sowie Cybersicherheit. Zuvor arbeitete sie als Projektmanagerin bei der Bertelsmann Stiftung und bei der GIZ. Sie verfĂŒgt ĂŒber einen Bachelor in Politik und Wirtschaft Ostasiens von der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum und der Renmin-UniversitĂ€t in Beijing sowie einen Master in Internationale Beziehungen vom IHEID in Genf und Neu-Delhi.

Moderation:

Oliver Weilandt

GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Hörfunkagentur Internationaler Audiodienst (iad)

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Nicolas Fescharek

Referent
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030 20649-136
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