General a. D. Klaus Naumann über »Deutsche Krieger« und die Entwicklung der Bundeswehr

Gene­ral a. D. Dr. h. c. Klaus Nau­mann bei der Buch­vor­stel­lung „Deut­sche Krie­ger“ von Prof. Dr. Sön­ke Neit­zel an der Uni­ver­si­tät Bonn vom 13.Juli 2021:

Es gilt das gesprochene Wort

Ger­ne habe ich Auf­for­de­rung Fol­ge geleis­tet, das Buch von Pro­fes­sor Neit­zel „Deut­sche Krie­ger“ mit vor­zu­stel­len. Es ist ein gründ­li­ches und sehr detail­liert recher­chier­tes Buch, das die Geschich­te deut­scher Streit­kräf­te seit der Reichs­grün­dung 1871 unter­sucht und den Faden bis zur Gegen­wart spannt, bis in die Jah­re also, die Pro­fes­sor Neit­zel in sei­nem ande­ren, sehr lesens­wer­ten Buch „Blu­ti­ge Ent­halt­sam­keit“ ein­dring­lich und sehr zutref­fend beschrie­ben hat. 

Aus dem Blickwinkel eines Soldaten

Pro­fes­sor Schlie hat das Buch in sei­ner Ein­füh­rung bereits gewür­digt, des­we­gen kann ich von der klas­si­schen Form der Buch­vor­stel­lung etwas abwei­chen und nicht auf alle sechs Abschnit­te des Buchs ein­ge­hen. Ich möch­te mich beson­ders auf den Teil kon­zen­trie­ren, den ich als Sol­dat, sozu­sa­gen als Zeit­zeu­ge, mit­er­lebt habe und dann vor allem auf Neit­zels Abschnitt „Die Bun­des­wehr der Ber­li­ner Repu­blik“. Da hat­te ich das gro­ße Glück, wohl erst­mals wie­der nach dem ers­ten Gene­ral­inspek­teur der Bun­des­wehr, Gene­ral Heu­sin­ger, gestal­ten zu dür­fen, erst in dem fast fünf Jah­re wäh­ren­den Pro­zess der Auf­stel­lung der „Armee der Ein­heit“ und dann in der Umstel­lung der Bun­des­wehr auf die Dop­pel­rol­le Bünd­nis­ver­tei­di­gung und Auslandseinsätze. 

Einen Teil des sechs­ten Kapi­tels, „Die Bun­des­wehr in Afgha­ni­stan“, beson­ders aktu­ell durch den gera­de abge­schlos­se­nen Ein­satz nach fast zwan­zig Jah­ren, kann ich aus eige­nem Erle­ben nicht bewer­ten. Ich war zwar mit dem Bera­ter­team des dama­li­gen SACEUR, Gene­ral Jones, in Kabul, Kan­da­har und im Kampf­ge­biet süd­lich Qua­lat, hat­te dabei aber kei­nen Kon­takt mit deut­schen Sol­da­ten, denen zu die­sem Zeit­punkt ja das Betre­ten des Gebiets um Kan­da­har ver­bo­ten war. Ich hal­te die­sen Teil des Buches aber für beson­ders lesens­wert, weil er deut­lich macht, dass es Deutsch­land war, das auf eine NATO-Mis­si­on Afgha­ni­stan dräng­te und das erheb­li­che Ver­ant­wor­tung für die letzt­lich von Anfang an uner­reich­ba­re poli­ti­sche Ziel­set­zung des Ein­sat­zes trägt und weil er erkenn­bar zeigt, dass der so gerühm­te „ver­netz­te Ansatz“ in der deut­schen Rea­li­tät in Afgha­ni­stan, aber auch in Ber­lin, eine ziem­lich hoh­le Spruch­bla­se geblie­ben ist. Eine Ent­schul­di­gung für die beschä­men­de Abwe­sen­heit der Poli­tik bei der Rück­kehr der letz­ten Sol­da­ten vor weni­gen Tagen ist das nicht, das bleibt eine Miss­ach­tung der Toten und ihrer Fami­li­en und eine Ohr­fei­ge für die rund 150.000 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten, die in Afgha­ni­stan unter Ein­satz ihres Lebens gedient haben.

Pro­fes­sor Neit­zel wähl­te als Basis sei­ner Unter­su­chung die Kampf­trup­pen des Hee­res, weil er den Kämp­fer, den Krie­ger, in den Mit­tel­punkt sei­ner Betrach­tung stellt. Ich möch­te dahin­ter ein Fra­ge­zei­chen set­zen, weil ich mei­ne, dass sogar Trans­port­sol­da­ten Krie­ger sein müs­sen. Das war der Hin­ter­grund einer klei­nen, im Buch erwähn­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit Minis­ter Rühe. Ich hat­te ihm wider­spro­chen als er im Bemü­hen um Zustim­mung der Oppo­si­ti­on den anfäng­li­chen deut­schen Ein­satz von logis­ti­scher Unter­stüt­zung für SFOR aus Kroa­ti­en her­aus als Blau­helm­ein­satz, also Kapi­tel VI UN-Char­ta, bezeich­ne­te. Ich habe öffent­lich gesagt, dass unse­re Sol­da­ten unter Kapi­tel VII ent­sandt wur­den, also indi­rekt mit einem Kampf­auf­trag, weil Kapi­tel VII immer Zwang und das Durch­set­zen des Man­dats ver­lan­gen kann, also Kampf, auch Trans­port­sol­da­ten müs­sen des­halb Krie­ger sein. Doch, viel wei­ter gefasst, mei­ne ich, dass Sol­da­ten der Luft­waf­fe und der Mari­ne durch­aus auch Krie­ger sein müssen. 

Soldaten müssen auch Krieger sein

Zu die­sem Urteil kom­me ich aus eige­nem Erle­ben. Ich habe als Gene­ral­inspek­teur ver­sucht, zu erfah­ren wel­che Belas­tun­gen der moder­ne Kämp­fer in Heer, Luft­waf­fe und Mari­ne auf sich zu neh­men hat. Ich war ein­mal, gele­gent­lich ein biss­chen wack­lig, auf Ski mit den Gebirgs­jä­gern unter­wegs, ich bin mit allen Strahl­flug­zeu­gen der Bun­des­wehr geflo­gen, in Hohen­fels mit dem Tor­na­do fast so tief wie ich als Bri­ga­de­kom­man­deur in mei­nem Schüt­zen­pan­zer fuhr, Ich habe über der Ost­see in einer MIG-29 erlebt, was es heißt, 30 Sekun­den 9 G aus­hal­ten müs­sen und ich habe im stür­mi­schen Kat­te­gat im getauch­ten U‑Boot eine Andeu­tung der Belas­tung in moder­ner See­krieg­füh­rung erlebt. Die Män­ner, Frau­en gab es damals in nur im Sani­täts­dienst, die ich dabei erle­ben durf­te, bezeich­ne ich durch­aus als Krie­ger, Krie­ger in einer ande­ren als der tra­dier­ten, der archai­schen Welt des Kamp­fes Mann gegen Mann. Sogar der Arzt, der im Feind­feu­er nach vor­ne fliegt, aus dem Hub­schrau­ber springt, die Deckung ver­lässt, einen Ver­wun­de­ten ver­sorgt und ret­tet, ist ein Krie­ger, auch wenn so etwas in der Bun­des­wehr erst noch die Regel wer­den muss. Ich habe des­halb Zwei­fel, ob man die Leis­tung der Bun­des­wehr des Kal­ten Krie­ges nur mit Blick auf die Kampf­trup­pen des Hee­res bewer­ten kann, ohne Luft­waf­fe und Mari­ne mehr als kur­so­risch zu betrachten. 

Moderne Kriegführung findet nicht mehr nur in den drei klassischen Dimensionen Land, Luft und See statt

In der Betrach­tung heu­ti­ger Streit­kräf­te genügt es erst recht nicht sich auf die Dimen­si­on des Land­krie­ges zu beschrän­ken. Zum gibt es schon lan­ge nicht mehr eigen­stän­di­gen Land­krieg eben­so wenig wie eigen­stän­di­gen Luft- oder See­krieg. Krie­ge wer­den auch nicht mehr von Kampf­trup­pen ent­schie­den, ich den­ke das war auch im Zwei­ten Welt­krieg schon so, denn stra­te­gisch ent­schei­den­der als fast alle Land­schlach­ten war wohl der Sieg der USA in der See­schlacht von Mid­way im fer­nen Pazi­fik. Erst danach konn­ten die USA sich mit all ihrer Macht Euro­pa zuwen­den und dort die Ent­schei­dung herbeiführen.

Heu­te, mehr als zwan­zig Jah­re nach mei­ner Pen­sio­nie­rung, ist der Bogen sogar noch wei­ter gespannt. Moder­ne Krieg­füh­rung fin­det nicht mehr nur in den drei klas­si­schen Dimen­sio­nen Land, Luft und See statt, son­dern hin­zu­kom­men Welt­raum und Cyber­space. Den­noch beginnt die Auf­trags­span­ne des Sol­da­ten nach wie vor beim Kämp­fen Mann gegen Mann, das bit­te ich gen­der­neu­tral zu ver­ste­hen, aber sie geht eben weit über die klas­si­sche Duell­si­tua­ti­on hin­aus. Der moder­ne Krie­ger reicht vom tra­dier­ten Kämp­fer, den Neit­zel beschreibt, bis hin zum Cyber­war­ri­or. Heu­te kön­nen nur Streit­kräf­te, die in allen fünf Dimen­sio­nen moder­ner Krieg­füh­rung leis­tungs­fä­hig sind, eigen­stän­di­ge Ope­ra­tio­nen füh­ren, alle ande­ren wer­den immer auf Bünd­nis­se oder ad hoc-Koali­tio­nen ange­wie­sen sein. 

Bündnisfähigkeit meint, den gemeinsamen Bündnisauftrag der kollektiven Verteidigung erfolgversprechend erfüllen zu können

Das bringt mich zur Bünd­nis­fä­hig­keit, einem Gesichts­punkt, den das moder­ne Deutsch­land allein dadurch ver­nach­läs­sigt, dass es ohne Kon­sul­ta­ti­on ein­ge­gan­ge­ne Zusa­gen in der NATO wie die berühm­ten 2% eigen­mäch­tig auf 1,5 % ver­än­dert, aber von ande­ren stets ver­langt, Ver­pflich­tun­gen ein­zu­hal­ten. Doch es geht nicht nur um finan­zi­el­le Bei­trä­ge. Bünd­nis­fä­hig ist ein Land nur, wenn sei­ne Streit­kräf­te auch in der Lage wären, den gemein­sa­men Bünd­nis­auf­trag der kol­lek­ti­ven Ver­tei­di­gung erfolg­ver­spre­chend zu erfül­len. Streit­kräf­te, die nicht ein­satz­be­reit sind, zäh­len im Bünd­nis ein­fach nicht. Fehlt dann auch noch der poli­ti­sche Wil­le Streit­kräf­te ein­zu­set­zen, dann wird ein Land zum Flie­gen­ge­wicht, Deutsch­land nähert sich die­ser Kategorie.

Doch die Bun­des­wehr hat­te bei Auf­stel­lung einer ande­ren Ziel­set­zung als Ein­satz­be­reit­schaft zu ent­spre­chen. Sie soll­te nach dem Wil­len ihres Grün­dungs­va­ters Kon­rad Ade­nau­er hel­fen, Deutsch­land in die Sou­ve­rä­ni­tät zurück­füh­ren und einen Bei­trag dazu leis­ten, dass die Ver­bün­de­ten bereit waren, das zunächst wehr­lo­se Deutsch­lands zu schüt­zen. Anders als in den Vor­läu­fer­or­ga­ni­sa­tio­nen von der Armee des Kai­ser­reichs bis zur Wehr­macht war der poli­ti­sche Wil­le, der hin­ter der Auf­stel­lung der Streit­kräf­te stand, nicht die Fähig­keit zur Krieg­füh­rung. Krieg­füh­rung hat­te die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auf das NATO-Bünd­nis über­tra­gen. Je län­ger der Kal­te Krieg mit sei­ner nie zuvor dage­we­sen Kon­zen­tra­ti­on von Streit­kräf­ten auf so engem Gebiet wie der alten Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land anhielt, des­to wei­ter trat der Gedan­ke an Ein­satz der Streit­kräf­te in den Hin­ter­grund. Krieg wur­de zuneh­mend undenk­bar. Das Den­ken in den Kate­go­rien eines Krie­ges auf deut­schem Boden stand nicht im Vor­der­grund poli­ti­scher Betrach­tun­gen der alten Bon­ner Repu­blik, das Ziel war Krieg zu ver­hin­dern. Von Krieg sprach man nur als Ernst­fall und stets mit dem Zusatz, den Gott ver­hü­ten möge. 

Die Bundeswehr ist nicht auf Krieg ausgerichtet

Die Bun­des­wehr ent­wi­ckel­te sich so zu einer Streit­macht, die anders als alle ihre Vor­gän­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen, und auch anders als die NVA der DDR, der das Buch eben­falls ein Kapi­tel wid­met, poli­tisch nicht auf Krieg aus­ge­rich­tet wur­de. Das hat­te Aus­wir­kun­gen auf das Selbst­ver­ständ­nis der Bun­des­wehr bis hin zur irri­gen Aus­sa­ge, auch von Gene­ra­len, die Bun­des­wehr habe ver­sagt, wenn die Abschre­ckung schei­te­re. Sie nimmt des­halb auch in der Geschich­te deut­scher Streit­kräf­te eine beson­de­re Stel­lung ein, heu­te nennt man das wohl Allein­stel­lungs­merk­mal. Damit stellt sich erneut die Fra­ge, ob „Krie­ger“ als ver­glei­chen­der Maß­stab für alle deut­schen Arme­en von 1871 bis heu­te anwend­bar ist. Den Wert des unge­mein aus­sa­ge­kräf­ti­gen und gründ­lich recher­chier­ten Buches von Pro­fes­sor Neit­zel schmä­lert die­se Anmer­kung aller­dings kei­nes­wegs, aber die­se Beson­der­heit hat­te und hat Aus­wir­kun­gen für die Sol­da­ten und ihre Stel­lung in der Gesell­schaft, ganz beson­ders in einer Wehrpflichtarmee.

Das Buch beschreibt sehr gut das Rin­gen um einen neu­en Weg zwi­schen der Schuld der Ver­gan­gen­heit, der Not­wen­dig­keit die Füh­rungs­kräf­te aus die­ser Ver­gan­gen­heit beim Auf­bau zu nut­zen und einer Gesell­schaft, die ganz anders wer­den soll­te als die der Ver­gan­gen­heit. Die Streit­kräf­te die­ses neu­en Deutsch­land muss­ten des­halb auch anders wer­den als ihre Vor­gän­ger. Ein Prin­zip aber konn­te auch das neue Deutsch­land nicht auf­lö­sen: Streit­kräf­te gehö­ren zu den wich­tigs­ten Instru­men­ten demo­kra­ti­scher Staa­ten, weil sie den zen­tra­len Ver­fas­sungs­auf­trag zu erfül­len haben, die Bür­ger vor äuße­rer Gefahr zu schüt­zen. Sol­da­ten müs­sen folg­lich Gewalt anwen­den, not­falls töten. Der Staat ver­lan­gen damit Han­deln, das im Gegen­satz zum Gewalt­ver­bot der Ver­ein­ten Natio­nen und zu den Geset­zen aller demo­kra­ti­schen Rechts­staa­ten steht, die das von allen Welt­re­li­gio­nen ver­bo­te­ne Töten unter Stra­fe stel­len. Sol­dat zu sein bedeu­tet somit etwas tun zu müs­sen, was die Gesell­schaft eigent­lich äch­tet. Jeder Ein­satz der Streit­kräf­te ist des­halb demo­kra­tisch zu legi­ti­mie­ren, sogar die Selbst­ver­tei­di­gung. Doch die letz­te Beson­der­heit bleibt: Der Sol­dat muss unter Ein­satz sei­nes Lebens zum Schutz des Staa­tes kämp­fen, not­falls auch töten. 

Last der Geschichte in Deutschland

Zusätz­lich spielt in Deutsch­land die Last der Geschich­te eine Rol­le. Es gibt wohl kein Land der Welt, des­sen Streit­kräf­te ohne Schuld aus den Krie­gen zurück­ge­kehrt sind, doch die Dimen­si­on deut­scher Ver­bre­chen und Schuld im II. Welt­krieg ist ein­zig­ar­tig: Die indus­tri­ell orga­ni­sier­te Ermor­dung der euro­päi­schen Juden und der Miss­brauch der Wehr­macht des 3. Rei­ches für einen Ver­nich­tungs­krieg gegen die Sowjet­uni­on, auch letz­te­res schil­dert das Buch von Pro­fes­sor Neit­zel sehr eindrücklich. 

Allein des­halb kann die Wehr­macht als Gan­zes nicht Tra­di­ti­on der Bun­des­wehr begrün­den und den­noch bleibt die Aus­sa­ge der frü­he­ren Minis­te­rin von der Ley­en: „Nur der Wider­stand zählt“ eben­so unüber­legt wie grot­ten­falsch. Ich habe mit ihr um Kor­rek­tur gerun­gen, nicht öffent­lich, und freue mich, dass der Tra­di­ti­ons­er­lass eine etwas auf­rich­ti­ge­re Spra­che spricht. Wir alle dür­fen nicht ver­ges­sen, es waren Wehr­machts­of­fi­zie­re, die die Bun­des­wehr auf­ge­baut haben. Ich erin­ne­re mich mit Dank­bar­keit an mei­ne Aus­bil­der, kei­ner hat je ver­sucht, das III. Reich zu ver­herr­li­chen, aller­dings hat auch nur einer erwähnt, schul­dig gewor­den sein. Das war mein Hör­saal­lei­ter an der HOS, im Krieg der jüngs­te Infan­te­rie-Regi­ments­kom­man­deur der Wehr­macht, dann von 1943 bis 1955 in sowje­ti­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft, ein Mann, den ich wegen sei­ner bei­spiel­haf­ten Beschei­den­heit und sol­da­ti­schen Pflicht­er­fül­lung noch heu­te als Vor­bild sehe. Deutsch­land hat bei­spiel­haf­te Vor­keh­run­gen getrof­fen, um Wie­der­ho­lun­gen des Miss­brauchs mili­tä­ri­scher Macht zu ver­hin­dern. Aber es bleibt eine Last, die es den Deut­schen schwer macht, ihre durch­aus mehr­heit­lich als not­wen­dig akzep­tier­ten Streit­kräf­te so wie in allen Demo­kra­tien zu unter­stüt­zen. Für die Deut­schen war, wohl nicht zuletzt des­halb, Ein­satz­be­reit­schaft ihrer Bun­des­wehr nie ein The­ma von Rang, auch als es dann ab 1992 in Ein­sät­ze ging. Auf­re­gung erzeug­ten Män­gel nur, wenn etwas schief ging. Irgend­wie wirkt das noch heu­te: Män­gel in der Aus­rüs­tung der Bun­des­wehr wer­den hin­ge­nom­men, meist den Sol­da­ten ange­las­tet, die dafür letzt­lich ver­ant­wort­li­chen Poli­ti­ker dage­gen müs­sen kaum fürch­ten, zur Rechen­schaft gezo­gen zu werden. 

Zwischen Landesverteidigung und Katastrophenhilfe

Uns jun­gen Sol­da­ten 1958 wur­den poli­ti­schen Erwä­gun­gen kaum erklärt. Für uns und unse­re Aus­bil­der stand Lan­des­ver­tei­di­gung im Mit­tel­punkt. Dazu woll­ten wir bei­tra­gen. Das Schick­sal Ungarns 1956 und die Wie­der­ho­lung des­sen, was so Vie­le aus dem letz­ten Kriegs­jahr und aus Flucht und Ver­trei­bung noch leb­haft erin­ner­ten, soll­te den Deut­schen erspart blei­ben. Wir taten, was Demo­kra­ten auch heu­te tun müs­sen, wenn sie Frei­heit erhal­ten wol­len und wir spra­chen nicht nur dar­über: Wir über­nah­men Ver­ant­wor­tung, aber im Vor­der­grund stand trotz aller Män­gel kämp­fen zu kön­nen. Wir woll­ten die Hei­mat um jeden Preis schüt­zen. Wir waren damit Außen­sei­ter in der wegen der Wie­der­be­waff­nung gespal­te­nen Gesell­schaft, die vor allem ver­die­nen, nicht die­nen woll­te. Irgend­wie ist auch das fast ein Allein­stel­lungs­merk­mal geblie­ben, viel­leicht, weil für Sol­da­ten auch heu­te noch Die­nen bestim­mend ist, nicht der unse­re Gesell­schaft kenn­zeich­nen­de Egoismus. 

In den Her­zen der Deut­schen kam die Bun­des­wehr aller­dings nur an, wenn sie sich in Kata­stro­phen bewähr­te, bei Flu­ten und Hoch­was­ser und in Brand­ka­ta­stro­phen oder jetzt bei Coro­na. Ver­ges­sen ist, dass das fried­li­che Ende des Kal­ten Krie­ges nur mög­lich wur­de, weil der Wes­ten geschlos­sen und ent­schlos­sen blieb und dazu trug auch die unglaub­lich schnell auf­ge­stell­te Bun­des­wehr bei. Selbst die viel­leicht größ­te Leis­tung, der Bei­trag der alten Bun­des­wehr zur Ein­heit Deutsch­land, einer der weni­gen Erfol­ge im Pro­zess der Ein­heit, ist ver­ges­sen, kaum erwähnt bei den 30 Jahr Fei­ern der Ein­heit. Die Fol­ge: Feh­ler, in der Regel Ein­zel­ner, fin­den Beach­tung, gute Leis­tun­gen dage­gen kaum. Fast zwan­zig Jah­re Ein­satz in Afgha­ni­stan, ohne über­zeu­gen­des Ein­satz­ziel beschlos­sen vom Par­la­ment, wur­den trotz fast 60 Gefal­le­ner öffent­lich kaum wahr­ge­nom­men, die Bun­des­kanz­le­rin brauch­te Jah­re bis zu ihrer ers­ten Regie­rungs­er­klä­rung dazu und rund zehn Jah­re dau­er­te es bis VM zu Gut­ten­berg es wag­te zu sagen, dass Deut­sche in Afgha­ni­stan kämpfen. 

Die Truppe als loyales Instrument der Politik

Ich wür­de mir wün­schen, dass Pro­fes­sor Neit­zels Buch Augen öff­net, damit end­lich auch die zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den, die für die man­gel­haf­te Aus­rüs­tung, Erschwe­ren der Aus­bil­dung oder Ver­wei­ge­rung über­le­bens­wich­ti­gen Schut­zes der ein­ge­setz­ten Sol­da­ten ver­ant­wort­lich sind. Jahr­zehn­te­lan­ge Unter­fi­nan­zie­rung bei gleich­zei­ti­ger Erwei­te­rung des Auf­trags­spek­trums, Beschaf­fung nicht des bes­ten, aber dafür ein­hei­misch her­ge­stell­ten Mate­ri­als oder, jüngst, die Ver­wei­ge­rung bewaff­ne­ter Droh­nen mit jäm­mer­li­chen Grün­den sind Bei­spie­le poli­ti­scher Feh­ler. Ein Par­la­ment, das zu Recht und zum Schutz der Sol­da­ten auf dem Par­la­ments­vor­be­halt besteht, muss mit der Ein­satz­ent­schei­dung end­lich auch die Ver­ant­wor­tung für die best­mög­li­che Aus­rüs­tung der Trup­pe über­neh­men, denn gute Aus­rüs­tung und har­te Aus­bil­dung ret­ten Leben. Ent­täu­schung über man­geln­de poli­ti­sche Unter­stüt­zung war stets ein Weg­be­glei­ter der Bun­des­wehr. Den­noch war die Trup­pe stets ein loya­les Instru­ment der Poli­tik, auch als nach der Jahr­tau­send­wen­de bis zur Mit­te die­ses Jahr­zehnts die Bun­des­wehr kaputt­ge­spart und vom Kampf abge­wen­det wurde.

Für Sol­da­ten hat Ein­satz­be­reit­schaft Vor­rang. Sie wis­sen, dass Män­gel Leben kos­ten. Har­te, aus den Erfah­run­gen des Krie­ges gebo­re­ne, rea­lis­ti­sche Aus­bil­dung kenn­zeich­ne­te die Bun­des­wehr der Auf­stel­lungs­jah­re. Unse­re kriegs­ge­dien­ten Aus­bil­der spra­chen kaum über Krieg, aber sie zeig­ten uns Unge­dien­ten sehr rea­lis­tisch, was Krieg ist und wie man kämpft. In die­sem Punkt sind mei­ne Erin­ne­run­gen an mei­ne Aus­bil­der und an mei­ne ers­ten zehn Jah­re als Offi­zier in der Trup­pe eine ande­re als Pro­fes­sor Neit­zel sie beschreibt. Ich den­ke die Bun­des­wehr des Kal­ten Krie­ges hät­te kämp­fen kön­nen und war auch bereit zu kämp­fen. Sicher, in den 70er Jah­ren trat der Gedan­ke kämp­fen immer mehr in den Hin­ter­grund. Ver­ges­sen Sie nicht, der letz­te schar­fe Alarm der Bun­des­wehr fand Im Zusam­men­hang mit der Beset­zung der Tsche­cho­slo­wa­kei statt. Ein Gene­ral­inspek­teur sprach davon, dass die Bun­des­wehr für 99 Jah­re Frie­den gemacht sei, ein ande­rer sag­te, käme es zum Krieg sei das auch ein Ver­sa­gen auch der Bun­des­wehr. Es muss­te ab Mit­te der 80er Jah­re eine regel­rech­te Rück­be­sin­nung auf Kämp­fen und Ein­satz­be­reit­schaft erreicht wer­den. Wir began­nen als Trup­pen­füh­rer wie­der über Krieg, Ver­wun­dung, Tod zu spre­chen und wir übten wie­der kriegs­nä­her, so gut es ging, auch im schar­fen Schuss. 

Innere Führung als Markenzeichen

Wir erwar­ben uns den Respekt, unse­rer Ver­bün­de­ten, auch unse­rer Geg­ner, und doch ahn­ten wir, dass es nicht genug sein könn­te und wir in den ers­ten Kriegs­ta­gen einen hohen Preis hät­ten zah­len müs­sen. Wir hat­ten Glück, es nicht erle­ben zu müs­sen. Heu­te geschieht Ähn­li­ches, denn die jun­gen Sol­da­ten, die Kampf, vor allem in Afgha­ni­stan erlebt haben, wis­sen wie wir damals, dass har­te Aus­bil­dung wah­re Für­sor­ge ist.

Zudem hat­te die Bun­des­wehr der Auf­stel­lungs­jah­re ein neu­es Füh­rungs­ver­hal­ten zu erler­nen, das als Inne­re Füh­rung zum Mar­ken­zei­chen wur­de: Wir damals Jun­gen, lern­ten nie­mals etwas zu ver­lan­gen, was man nicht selbst zu leis­ten bereit war, durch per­sön­li­ches Vor­bild Gefolg­schaft zu errei­chen, das war nichts Neu­es, neu aber war nun jedem Sol­da­ten begreif­bar und erleb­bar zu machen, dass in unse­rem Staat trotz Befehl und Gehor­sam das Recht des Ein­zel­nen durch die Macht des Rechts auch vor der Macht der eige­nen Vor­ge­setz­ten geschützt ist. Inne­re Füh­rung so ver­stan­den ist kein Gegen­satz zu Krieg und Kampf, sie hat Kampf nie aus­ge­schlos­sen, auch nicht in Afgha­ni­stan, im Gegen­teil, Inne­re Füh­rung will den Kämp­fer, der aus der Fähig­keit sich durch­set­zen zu kön­nen die Kraft gewinnt den­noch Recht zu ach­ten und mit der Waf­fe zu schützen.

Die alte Bun­des­wehr, die die ers­te Wehr­pflicht­ar­mee einer deut­schen Demo­kra­tie war eine Erfolgs­ge­schich­te. Sie war am Ende des Kal­ten Krie­ges zusam­men mit den ame­ri­ka­ni­schen Streit­kräf­ten der Kern der NATO-Ver­tei­di­gung Euro­pas. Deutsch­land, des­sen Ter­ri­to­ri­um zwangs­läu­fig Schlacht­feld gewor­den wäre, gewann so gro­ßes Gewicht in der NATO. Es konn­te Vor­ne­ver­tei­di­gung durch­zu­set­zen und in der Nukle­ar­stra­te­gie Kriegs­ver­hin­de­rung in den Vor­der­grund zu schie­ben. Bei­des ermög­lich­te Frie­den durch Abschre­ckung, half schließ­lich 1989 den Kal­ten Krieg zu been­den, die Ein­heit Deutsch­lands zu errei­chen und die Spal­tung Euro­pas zu über­win­den. Wir erleb­ten das gro­ße Glück, vier­zig Jah­re Kal­ter Krieg erfolg­reich zu been­den, ohne gekämpft zu haben.

Die Wiedervereinigung und die Bundeswehr

Die­se Bun­des­wehr bekam dann einen Auf­trag, der von 1990 bis 1995 ohne Blau­pau­se, fast über Nacht zu meis­tern war: Die Auf­lö­sung der Natio­na­len Volks­ar­mee der DDR und Über­nah­me eini­ger ihrer Sol­da­ten, der Abbau der Infra­struk­tur eines nahe­zu voll mili­ta­ri­sier­ten Staa­tes und die Unter­stüt­zung des Abzugs der rus­si­schen Trup­pen. Ich erin­ne­re dank­bar den gro­ßen Ein­satz von Minis­ter Stol­ten­berg. Ihm ist zu ver­dan­ken, dass aus dem Gebiet der frü­he­ren DDR nicht eine ent­mi­li­ta­ri­sier­te Zone wur­de. Es ent­stand die Armee der Ein­heit, sie ist das gro­ße Ver­dienst vom Minis­ter Rühe und auf mili­tä­ri­scher Sei­te das gelun­ge­ne Ergeb­nis eines Pro­zes­ses von etwa fünf Jah­ren bis Ende 1995. Gleich­zei­tig wur­de die Bun­des­wehr um mehr als 40% redu­ziert und auf ers­te Aus­lands­ein­sät­ze umge­stellt. Das mein­te ich ein­gangs mit „Gestal­ten“. 

Wir haben damals um Ori­en­tie­rung, um einen neu­en Auf­trag gerun­gen, auch um ein neu­es Bild des Sol­da­ten. Es war eine Rei­se ins Unbe­kann­te und es galt Vor­sor­ge zu tref­fen für eine nicht aus­zu­schlie­ßen­de Umkehr der inter­na­tio­na­len Lage. Die Rol­le der Bun­des­wehr war neu zu bestim­men: Deutsch­land hat­te erst­mals nur Freun­de als Nach­barn, die Sowjet­uni­on und der War­schau­er Pakt waren auf­ge­löst, Schutz vor äuße­rer Gefahr trat in den Hin­ter­grund, aber Deutsch­land war noch nicht bereit, auch den mili­tä­ri­schen Pflich­ten eines VN, NATO und EU-Mit­glieds nachzukommen. 

„Retten, Schützen, Helfen“ ohne zu kämpfen?

Las­sen Sie mich hier noch ein­mal auf den Kämp­fer, den Krie­ger kom­men. Ich woll­te als Gene­ral­inspek­teur die Über­nah­me des schein­bar moder­nen und vie­len Poli­ti­kern will­kom­me­nen Rol­len­mus­ters des Schwei­zers Gus­tav Däni­ker, „Ret­ten, Schüt­zen, Hel­fen“ ver­hin­dern. Ich konn­te mir ein­fach nicht vor­stel­len, dass Sol­da­ten schüt­zen und hel­fen kön­nen, wenn sie nicht in der Lage sind zu kämp­fen. Ich habe des­halb in mei­ner letz­ten Kom­man­deur­ta­gung 1995 in Mün­chen der Bun­des­wehr das Leit­bild vor­ge­ge­ben: Kämp­fen, Schüt­zen, Ret­ten. Dem­entspre­chend hat­ten wir eine poli­tisch gebil­lig­te Glie­de­rung in sofort ein­satz­be­rei­te Kri­sen­re­ak­ti­ons­kräf­te von etwa 50.000 Mann, abge­stuft prä­sen­te Haupt­ver­tei­di­gungs- und Unter­stüt­zungs­kräf­ten ent­wor­fen. Wäre sie in der zwei­ten Hälf­te der 90er Jah­re kon­se­quent umge­setzt wor­den, sähe heu­te Eini­ges ver­mut­lich bes­ser aus.

Es folg­te eine Zeit des Über­gangs ein­ge­lei­tet mit den ers­ten Ein­sät­zen außer­halb Deutsch­lands ab 1992. Die Hemm­schwel­len waren sehr hoch. Die Öffent­lich­keit war dage­gen, die Poli­tik war teils unent­schie­den oder ein­deu­tig dage­gen und auch in der Trup­pe war viel Über­zeu­gungs­ar­beit zu leis­ten. Zudem war der Bun­des­kanz­ler war mehr als zöger­lich und auch bei BPräs von Weiz­sä­cker muss­te ich fast vier Jah­re um Unter­stüt­zung rin­gen. Des­halb gin­gen wir den behut­sa­men Weg von Kam­bo­dscha über Soma­lia in die Adria und dann in das frü­he­re Jugo­sla­wi­en. Die Umstel­lung war 1995 weit­ge­hend geschafft. Die Trup­pe bewähr­te sich erneut, aber kämp­fen lern­te sie erst in Afghanistan.

Die ab 2000 zuneh­men­de Unter­fi­nan­zie­rung, die unge­wöhn­lich schnel­le Aus­set­zung der Wehr­pflicht und die von allen Par­tei­en geheg­te, und von der Mehr­heit der Deut­schen nur zu ger­ne auf­ge­grif­fe­ne Illu­si­on, vom Ende aller äuße­ren Gefah­ren in und für Euro­pa, und damit ver­bun­den, die Hint­an­stel­lung des Ver­tei­di­gungs­auf­tra­ges, mach­ten in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten aus der durch­aus noch ein­satz­be­rei­ten Bun­des­wehr der Neun­zi­ger Jah­re den Schat­ten einer Armee, bis nach der Anne­xi­on der Krim 2014 durch Russ­land die soge­nann­te Trend­wen­de, der der­zeit anhal­ten­de Wie­der­auf­bau der Ver­tei­di­gungs­ar­mee begann. Sie ein­ge­lei­tet zu haben, ist das Ver­dienst der durch­aus umstrit­te­nen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin von der Ley­en, dem ande­rer­seits ihr viel­leicht größ­ter Feh­ler gegen­über­steht, die Über­nah­me der EU-Dienst­zeit­richt­li­nie ohne auch nur eine der durch­aus mög­li­chen Aus­nah­men zu verfügen.

Versagt Deutschland in dieser Aufgabe, dann wird Europa an Deutschland scheitern.

Die­se Ent­wick­lun­gen beschreibt Pro­fes­sor Neit­zel in sei­nem Buch sehr zutref­fend und ein­deu­tig. Es wäre zu wün­schen, dass gera­de jetzt die­se Abschnit­te und auch der Teil über Afgha­ni­stan auf­merk­sa­me Leser in Poli­tik und Öffent­lich­keit fin­den. Zum einen gilt es zu ver­mei­den, dass wegen zöger­li­cher poli­ti­scher Vor­ga­ben aus Mali ein zwei­tes Afgha­ni­stan wird und zum ande­ren muss in Deutsch­land eine nüch­ter­ne Besin­nung auf die Rol­le deut­scher Streit­kräf­te in einem hof­fent­lich zusam­men­wach­sen­den Euro­pa statt­fin­den. Deutsch­land darf die Leh­ren sei­ner Geschich­te nicht ver­ges­sen, aber es muss zur Nor­ma­li­tät sei­ner euro­päi­schen Ver­bün­de­ten fin­den. Dänen und Nie­der­län­der im Irak bom­ben zu las­sen und selbst nur zu foto­gra­fie­ren, bedeu­tet Sol­da­ten ohne jeg­li­chen Ein­fluss Risi­ko aus­zu­set­zen und bei allen Bera­tun­gen im Bünd­nis zu tönen, es gäbe kei­ne mili­tä­ri­sche Lösun­gen ist der siche­re Weg zu poli­ti­scher Bedeu­tungs­lo­sig­keit. Ein Land, das Streit­kräf­te unter­hält, muss sich gesell­schaft­lich wie poli­tisch dazu beken­nen, dass Sol­da­ten Kämp­fer sind und, wenn poli­tisch mit kla­rer Rechts­grund­la­ge so ent­schie­den, dabei auch töten. Die­se Beson­der­heit des Sol­da­ten bleibt, sie kann man nicht weg oder schön reden. Nur ein nor­ma­les Deutsch­land kann dazu bei­tra­gen in unru­hi­gen bis stür­mi­sche Zei­ten vor uns eine eigen­stän­di­ges und hand­lungs­fä­hi­ges Euro­pa zu gestal­ten, das untrenn­bar mit dem uner­setz­li­chen Bünd­nis­part­ner USA ver­bun­den bleibt. 

Ich möch­te hier nur in abschlie­ßen­der Kür­ze sagen: Ver­sagt Deutsch­land in die­ser Auf­ga­be, dann wird Euro­pa an Deutsch­land schei­tern. Ohne leis­tungs­fä­hi­ge, modern aus­ge­rüs­te­te Streit­kräf­te und den ent­schlos­se­nen Wil­len der deut­schen Poli­tik, die Bun­des­wehr zur Erhal­tung des Frie­dens auch ein­zu­set­zen, kann in unse­rer unru­hi­gen Welt Sicher­heit nicht erhal­ten werden.

Als „eme­ri­tier­ter“ Sol­dat dan­ke ich Ihnen, Pro­fes­sor Neit­zel, für die­ses Buch, für die­sen wich­ti­gen Bei­trag zu einer über­fäl­li­gen Dis­kus­si­on in Deutsch­land. Ich hof­fe, dass es ihnen damit gelun­gen ist, die Augen der noch vor­han­de­nen Ver­nünf­ti­gen zu öff­nen, damit auch unse­re Kin­der und Enkel­kin­der, so wie wir, in Frie­den leben können.

Ein Beitrag von:

General a.D. Dr. h.c. Klaus Naumann

Ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr & Ehrenmitglied der Deutschen Atlantischen Gesellschaft
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