Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

Rede in der Theodor-Körner-Kaserne in LĂŒneburg

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Auf Einladung des Regionalkreisleiters der Deutsche Atlantische Gesellschaft, Dr. Michael Manke, habe ich zu vielen Konflikten gesprochen, die derzeit die Welt bewegen. In seiner BegrĂŒĂŸung hob Dr. Manke, der seit 21 Jahren das Forum der DAG in LĂŒneburg erfolgreich leitet, hervor, wie wichtig es sei, mit den Menschen ĂŒber die Werte von Frieden und Freiheit zu diskutieren, die derzeit weltweit verletzt wĂŒrden. Meine Tour d’horizon startete in Nordkorea. Dort stellt der Machthaber Kim Jong-un die Welt mit dem Test einer dreistufigen Interkontinentalrakete mit Feststofftriebwerk vor neue Probleme. 

Im Iran demonstrieren viele mutige Frauen gegen die brutale UnterdrĂŒckung des dortigen Regimes. „Frauen – Leben – Freiheit“ ist zum Symbol ihres Widerstands geworden. 

Aus vielen GesprĂ€chen mit Swetlana Tichanowskaja, der Ikone des Widerstands in Belarus weiß ich, wie eng das Schicksal ihrer Heimat Belarus mit dem der Ukraine verbunden ist. Dass der dortige Gewaltherrscher Alexander Lukaschenko jetzt gestattet, Atomraketen in Belarus zu stationieren, macht die AbhĂ€ngigkeit dieses Landes von Russland noch grĂ¶ĂŸer. 

Im Mittelpunkt meiner AusfĂŒhrungen stand natĂŒrlich eine detaillierte Befassung mit Putins brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sein Narrativ, der Westen habe den Krieg angefangen, wolle Russland erledigen und habe mit der Ukraine ein Anti-Russland geschaffen, ist derart abstrus, dass ich langsam am geistigen Zustand des russischen PrĂ€sidenten zweifle. Dieser von einer wahnhaften Zwangsvorstellung getriebene Diktator will offensichtlich angeblich „russische Erde einsammeln“ und eine UdSSR 2.0 schaffen. Unter Bruch zahlreicher völkerrechtlicher VertrĂ€ge und Vereinbarungen, mit der physischen und psychischen Vernichtung zahlreicher RĂ©gime-Gegner in seinem Land und der Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen will er mit allen Mitteln seine Ziele erreichen. Das wird nicht geschehen, weil wir es nicht zulassen, dass die regelbasierte Ordnung in der Welt abgelöst wird durch eine Welt, in der nur noch das Recht des StĂ€rkeren gilt. Wenn wir in der EU und in der NATO einig und geschlossen bleiben, werden wir diese große Herausforderung meistern. Es geht jetzt darum, dass die Ukraine ein freier, souverĂ€ner und unabhĂ€ngiger Staat bleibt und die Werte von Freiheit, Recht und Demokratie sich als stĂ€rker erweisen als die Bomben und der Terror von Putin und seinem RĂ©gime. 

Breiten Raum nahmen auch meine AusfĂŒhrungen zu China und die Bedrohungslage fĂŒr Taiwan ein. Dabei habe ich sehr deutlich gemacht, dass ein gewaltsames Vorgehen Chinas gegen Taiwan von der Welt nicht hingenommen werden kann. Das muss Xi Jinping wissen. FĂŒr uns ist wichtig, dass wir nach den negativen Erfahrungen mit Russland nicht jetzt auch wieder gegenĂŒber China in neue AbhĂ€ngigkeit geraten. Das Motto muss sein: „De–Risking-Strategie“. 

Ich danke Herrn Dr. Manke fĂŒr die Einladung nach LĂŒneburg und die engagierte Arbeit, die er dort leistet.

Ein Beitrag von:

Prof. h.c. Dr. Karl A. Lamers

Regionalleiter DAG Heidelberg/Mannheim

Prof. h.c. Dr. Karl A. Lamers war von 1994 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags und vertrat dort den Wahlkreis Heidelberg. WĂ€hrend seiner langjĂ€hrigen politischen Karriere engagierte er sich auf internationaler Ebene, unter anderem als PrĂ€sident der Parlamentarischen Versammlung der NATO (2010-2012) und als PrĂ€sident (2008-2014) und spĂ€ter als VizeprĂ€sident (2017-2020) der Atlantic Treaty Association (ATA). Zudem war er von 1998 bis 2022 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO. Im Jahr 2021 wurde er zum Honorarkonsul von Estland fĂŒr Baden-WĂŒttemberg ernannt. Dank seines umfassenden Fachwissens und seiner langjĂ€hrigen Erfahrung gilt Prof. Lamers als wichtiger Akteur auf dem Gebiet der Außen- und Sicherheitspolitik.

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