Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

Erster Security Slam Deutschlands

Spannende Vorträge und begeistertes Publikum


Revolution in der Sicherheitspolitik: Die »Zeitenwende« vor 500 Jahren

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Was uns Daten über die deutsche Sicherheitspolitik zeigen können

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Russische Provokation von Kertsch 2018: Völkerrecht und Russland

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Nachkriegsgesellschaften aus feministischer Perspektive

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Konflikte im Weltraum: Deutsche Sicherheitsstrategie fürs All

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Wie ihr euch vor Deepfakes schützen könnt

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Am 03. Mai 2023 fand der erste Security Slam Deutschlands im Konferenzsaal der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin statt. Die Veranstaltung, gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung und organisiert in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und scienceslam.de, bot die einzigartige Gelegenheit, die Forschung junger Wissenschaftler:innen im Bereich Sicherheitspolitik kennenzulernen.

Die Kandidat:innen präsentierten ihre Forschung in 10-minütigen Vorträgen und kämpften um die Slam-Krone der Zeitenwende. Die Themen reichten von Völkerrecht als russischer Waffe, der Rolle von Gender im Krieg und dem Weltraum als neuen Konfliktraums über, die Messung strategischer Kultur, Cyber-Warfare bis zu Deepfakes. Die Entscheidung über den Gewinner oder die Gewinnerin lag dabei in den Händen des Publikums, das mit Wertungstafeln die Vorträge bewerten konnte.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung war bis auf den letzten Platz gefüllt und blieb das auch bis zum Ende, was auf das große Interesse an Sicherheitspolitik und die hohe Qualität der Vorträge schließen lässt. Die Stimmung – angeheizt durch die Moderatorin Insina Lüschen – ausgelassen und das Publikum, bestehend aus einer bunten Mischung von Sicherheitspolitik- und allgemein Interessierten, zeigte sich begeistert von den Slams.

Die Kandidat:innen und ihre Slam-Themen waren:

Mariia Vladymyrova – Lawfare: Völkerrecht als Instrument der Machtpolitik am Beispiel des Russischen Angriffskriegs
Niklas Balbon – Post-war Gender Backlash
Dr. Antje Nötzold – From Star Wars to Space Warfare? Die neue Dimension des Weltraums in Krisen und Kriegen
Jonathan Tappe – Quantitative Analyse der Zeitenwende
Lena Frewer – Zeitenwende vor 500 Jahren
Nicolas Müller – Deepfakes

Das war der Security Slam 2023! Wir danken allen Beteiligiten für einen spannenden und sehr informativen Abend, der gezeigt hat: Die Sicherheitspolitik ist diverser und vielfältiger als je zuvor!

Zu Gast:

Mariia Vladymyrova

Kandidatin beim Security Slam 2023

Forschungsthema: "Lawfare" – Völkrerrecht als Instrument der Machtpolitik

"Lawfare", der strategische Einsatz von Rechtsnormen, wird zunehmend in Konflikten weltweit genutzt, unter anderem auch im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Lawfare ist eng verbunden mit dem sich wandelnden Charakter des Krieges und der Verbreitung von sogenannten "hybriden Bedrohungen". In ihrer Arbeit untersucht Mariia Vladymyrova die Wirkung und Folgen des russischen Lawfare-Einsatzes im Schwarzen und Asowschen Meer. Anhand zweier Fallstudien, der Beschießung und Festnahme von drei ukrainischen Schiffen durch die russische Küstenwache in der Straße von Kertsch im Jahr 2018 und der Beschießung eines britischen Kriegsschiffs durch die russische Marine vor der Krimküste im Jahr 2021, zeigt sie, wie die Russische Föderation seit der Annektierung der Krim im Jahr 2014 versucht hat, die Rechtsunsicherheit in den Gewässern rund um die Halbinsel herbeizuführen, indem sie ihren eigenen Status als kriegsführende Seite verneint, zugleich aber das Recht beansprucht, Kampfhandlungen durchzuführen.

Mariia Vladymyrova absolvierte 2016 einen Bachelor of Laws an der Dnipro National University (Ukraine) und 2019 einen Magister Legum (LL.M) an der European University Viadrina. Derzeit ist sie Studentin des MA War and Conflict Studies an der Universität Potsdam und Junior Policy Advisor im Büro von Omid Nouripour MdB.

Niklas Balbon

Kandidat beim Security Slam 2023

Forschungsthema: Post-war Gender Backlash

In Nachkriegsgesellschaften erstarken häufig patriarchale Rollenbilder, Frauen werden aus (teilweise während des Krieges erworbenen) Verantwortungspositionen gedrängt und sexualisierte Gewalt nimmt zu. Die feministische Konfliktforschung bietet einige Anhaltspunkte zur Erklärung dieses Phänomens, unser Verständnis der Gründe des Backlashs ist allerdings nach wie vor lückenhaft. Das Thema ist deshalb sowohl aus feministischer, wie auch analytischer Perspektive höchst relevant. Niklas Balbon greift zurück auf eigene Forschungsprojekte zum Backlash im Kontext politischer Partizipation im Nachkriegskosovo und verfolgt mit seiner Forschung unter anderem auch das Ziel, vorausschauend zu erkunden, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um dem erwartbaren Gender-Backlash in der Ukraine vorzubeugen.

Niklas Balbon hat einen Master in Conflict, Security and Development am King's College London absolviert. Seine Forschungsschwerpunkte lagen dort in den Bereichen Bürgerkriegsforschung, Gender und Konflikt, politische Ökonomie des Konflikts sowie Konflikt und Entwicklung. Seit 2021 forscht er an verschiedenen Projekten am Global Public Policy Institute (GPPi).

PD Dr. Antje Nötzold

Kandidatin beim Security Slam 2023

Thema des Vortrages: From Star Wars to Space Warfare? Die neue Dimension des Weltraums in Krisen und Kriegen

Die strategische Relevanz des Weltraums hat sich in der geopolitischen Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China vervielfacht. Im Wettbewerb um die Rolle der globalen Ordnungsmacht werden daher staatlich kontrollierte militärische und technologische Fähigkeiten im Weltraum von entscheidender Bedeutung sein. Gleichzeitig wird in der Ukraine gerade auch der wachsende Einfluss nichtstaatlicher Akteure im Weltraum und damit in bewaffneten Konflikten deutlich – Beispiel Space X und Starlink. So führt „New Space“ zu massiven Machtverschiebungen weg von Staaten und hin zu nichtstaatlichen Akteuren, und so haben sich Technologieunternehmen zu wichtigen Akteuren mit geopolitischer Verantwortung entwickelt - in Frieden und Krieg.

PD Dr. Antje Nötzold ist Associate Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Non-Resident Fellow am American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) der Johns Hopkins University, Washington DC. Aktuell arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Internationale Politik der TU Chemnitz.

Jonathan Tappe

Kandidat beim Security Slam 2023

Forschungsthema: Gibt es eine Zeitwende? Und wenn ja, wie viele? Entwicklungen in der deutschen Sicherheitspolitik und wie wir sie quantitativ messen können

Thema des Vortrages: Gibt es eine Zeitwende? Und wenn ja, wie viele? Entwicklungen in der deutschen Sicherheitspolitik und wie wir sie quantitativ messen können
Warum ist deutsche Sicherheitspolitik so wie sie ist? Die meisten akademischen Antworten auf diese Frage diagnostizieren Deutschland einen ausgeprägten geschichtsbedingten Pazifismus und eine entsprechende „Strategische Kultur“. Mithilfe moderner Technologie hat Jonathan Tappe die erste quantitative Studie durchgeführt, um mit einer durch Machine Learning gestützten Analyse die Entwicklung der deutscher „Sicherheitskultur“ der letzten 27 Jahre zu verstehen. Die Einblicke dieser Forschung zeigen uns, wie viel „Zeitenwende“ es im letzten Jahr wirklich gab und inwiefern diese messbar ist. Neue Daten und Methoden erlauben es uns somit, neue Thesen zur deutschen Sicherheitspolitik über drei Jahrzehnte zu formulieren.

Jonathan Tappe hat an der Maastricht University und der Södertörns Högskola einen Bachelor in International Relations und European Studies absolviert. 2020 schloss er einen MSc in War Studies an der Swedish Defence University ab, wo er im Rahmen seiner Abschlussarbeit ein Machine-Learning-Modell zur ersten quantitativen Analyse der deutschen Verteidigungspolitik entwickelte.

Nicolas Müller

Kandidat beim Security Slam 2023

Forschungsthema: Deepfakes: Wie sie entstehen, wie sie (miss)braucht werden, und wie man sie erkennt

Deepfakes - das sind computergenerierte Bilder, Videos oder Audiodateien, die mithilfe von KI-Algorithmen erstellt werden und täuschend echt eine Person imitieren, um ihr z.B. Worte in den Mund zu legen, die sie nie gesagt hat. Deepfakes können für böswillige Zwecke missbraucht werden, z.B. die Erstellung von Fake News, Verleumdung oder Betrug. Da die zugrundeliegenden KI-Methoden immer mächtiger werden, werden auch die Deepfakes immer besser (und leichter zu erstellen, sogar für Laien), und somit immer schwerer zu erkennen. Was also tun? Nicolas Müller erforscht KI-Methoden, die dieser Herausforderung entgegnen. Das beinhaltet einerseits, die Bedrohung besser zu verstehen, und durch Demonstratoren, Schulungen und Workshop zu zeigen, wie einfach eine Stimme geklont werden kann. Dies fördert die Medienkompetenz und hilft, nicht so leicht auf Fakes hereinzufallen. Andererseits entwickelt er KI-Deepfake-Erkennungsmethoden, um diese falschen Videos aufzuspüren und zuverlässig zu erkennen.

Nicolas Müller hat an der TU München in Informatik promoviert. Vorher absolvierte er sein Staatsexamen in Informatik sowie in Mathematik und Theologie an der Universität Freiburg. Er arbeitet seit 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer AISEC in Garching bei München.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Nicolas Fescharek

Referent
Dorotheenstraße 84 · 10117 Berlin
030 20649-134
030 20649-136

Kamala Jakubeit MSSc

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Dario Weilandt

Content Manager · Wissenschaftlicher Mitarbeiter
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