Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(10) Macht und Ohnmacht der Vereinten Nationen

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»Die Menschheit vor der Hölle zu bewahren«, sagt Prof. Dr. Johannes Varwick in Anlehnung an den ehemaligen UN-GeneralsekretĂ€r Hammarskjöld, das wĂ€re doch schon viel, denn die Menschheit in den Himmel zu fĂŒhren, das sei nicht die Aufgabe der UN. Der PrĂ€sident der Gesellschaft fĂŒr Sicherheitspolitik e.V. adressiert diese Botschaft auch an die Bundesregierung. Sie – so kritisiert er – setze auch in ihrer derzeitigen Vorsitzfunktion im Sicherheitsrat zu viele »WohlfĂŒhlthemen«, orientiere sich zu sehr am »Schönen und Guten«, statt ihre Politik pragmatisch an den politischen RealitĂ€ten auszurichten. So mĂŒsse etwa Russland stĂ€rker eingebunden werden, wenn es um eine Lösung der Syrienkrise geht und um die Überwindung des Vetos im Sicherheitsrat gegen umfassende Hilfslieferungen fĂŒr Millionen notleidender Menschen in Syrien.

Das Vetorecht hĂ€lt der Professor fĂŒr Internationale Politik dennoch fĂŒr richtig. Es sei alles andere als ein Unfall, sondern bilde trotz vieler Grausamkeiten und permanenter WidersprĂŒche einen Kern fĂŒr das Funktionieren, den Sinn und den Zweck der Vereinten Nationen. Es gehe darum, tĂ€glich neu Lösungen zu suchen, die sich niemals gegen eine der GroßmĂ€chte richten dĂŒrfen, sondern nur im EinverstĂ€ndnis aller stĂ€ndigen Sicherheitsratsmitglieder entwickelt und dann auch durchgesetzt werden. Wie – ob im Rahmen eines UN-gefĂŒhrten, eines UN-mandatierten oder eines gar nicht UN-legitimierten friedenssichernden Einsatzes –, das gehört zu den schwierigsten Fragen im Raum der aktuellen militĂ€rischen Konflikte weltweit.

Zu Gast:

Prof. Dr. Johannes Varwick

Lehrstuhlinhaber fĂŒr Internationale Beziehungen und europĂ€ische Politik, Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg

Johannes Varwick (* 28. Februar 1968 in Aschaffenburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er ist seit 2013 Lehrstuhlinhaber fĂŒr Internationale Beziehungen und europĂ€ische Politik an der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und war von 2019 bis 2021 PrĂ€sident der Gesellschaft fĂŒr Sicherheitspolitik. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen sicherheitspolitische Grundfragen, die Forschung zur EuropĂ€ischen Union und EuropĂ€isierung, Internationale Organisationen (insbesondere NATO und Vereinte Nationen) sowie Themen etwa aus den Gebieten der deutschen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, des Multilateralismus oder der transatlantischen Beziehungen.

Moderation:

Oliver Weilandt

GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Hörfunkagentur Internationaler Audiodienst (iad)

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

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