»Die Menschheit vor der Hölle zu bewahren«, sagt Prof. Dr. Johannes Varwick in Anlehnung an den ehemaligen UN-GeneralsekretĂ€r Hammarskjöld, das wĂ€re doch schon viel, denn die Menschheit in den Himmel zu fĂŒhren, das sei nicht die Aufgabe der UN. Der PrĂ€sident der Gesellschaft fĂŒr Sicherheitspolitik e.V. adressiert diese Botschaft auch an die Bundesregierung. Sie â so kritisiert er â setze auch in ihrer derzeitigen Vorsitzfunktion im Sicherheitsrat zu viele »WohlfĂŒhlthemen«, orientiere sich zu sehr am »Schönen und Guten«, statt ihre Politik pragmatisch an den politischen RealitĂ€ten auszurichten. So mĂŒsse etwa Russland stĂ€rker eingebunden werden, wenn es um eine Lösung der Syrienkrise geht und um die Ăberwindung des Vetos im Sicherheitsrat gegen umfassende Hilfslieferungen fĂŒr Millionen notleidender Menschen in Syrien.
Das Vetorecht hĂ€lt der Professor fĂŒr Internationale Politik dennoch fĂŒr richtig. Es sei alles andere als ein Unfall, sondern bilde trotz vieler Grausamkeiten und permanenter WidersprĂŒche einen Kern fĂŒr das Funktionieren, den Sinn und den Zweck der Vereinten Nationen. Es gehe darum, tĂ€glich neu Lösungen zu suchen, die sich niemals gegen eine der GroĂmĂ€chte richten dĂŒrfen, sondern nur im EinverstĂ€ndnis aller stĂ€ndigen Sicherheitsratsmitglieder entwickelt und dann auch durchgesetzt werden. Wie â ob im Rahmen eines UN-gefĂŒhrten, eines UN-mandatierten oder eines gar nicht UN-legitimierten friedenssichernden Einsatzes â, das gehört zu den schwierigsten Fragen im Raum der aktuellen militĂ€rischen Konflikte weltweit.





