Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(67) Sprechen ĂŒber Sicherheit: ehrlich, klar, im Dialog. Mit KT zu Guttenberg

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Karl-Theodor zu Guttenberg nennt als Vorbild das Land auf Platz 1 des World Happiness Index: Finnland. Dort, wo die Menschen besonders glĂŒcklich sind, gibt es hohes Vertrauen in die Regierung und öffentliche Institutionen, weil dort Politik Lage und Entscheidungen nicht nur erklĂ€rt, sondern auch zuhört, transparent und ehrlich kommuniziert. Das gelinge dort auch bei sicherheitspolitischen Themen gut, wĂ€hrend Finnland gleichzeitig eines der am meisten bedrohten LĂ€nder Europas sei.

Als Karl-Theodor zu Guttenberg 2009 Verteidigungsminister wurde, bestimmten vor allem abstrakte Bedrohungen und AuslandseinsĂ€tze die sicherheitspolitische Agenda. Über die RealitĂ€t des Afghanistan-Einsatzes beispielsweise habe damals ein „Deckmantel des Schweigens“ gelegen. – Er habe versucht, offen und ohne Euphemismen darĂŒber zu kommunizieren. Das sei auch fĂŒr die heutige Situation der richtige Weg.

WĂ€hrend seiner Amtszeit setzte er die Wehrpflicht aus – eine damals richtige Entscheidung, wie er sagt. Heute habe sich die Lage aber grundlegend verĂ€ndert: Russland fĂŒhre nicht nur Krieg in der Ukraine, sondern bedrohe ganz Europa und das NATO-BĂŒndnisgebiet mit fast tĂ€glichen Cyberangriffen, Sabotageakten und DrohnenĂŒberflĂŒgen. „Ich gehe schon so weit, dass ich sage: Wir befinden uns – Europa – bereits in einem Krieg.“ Über die Konsequenzen daraus mĂŒsse offener gesprochen werden – ohne Angst vor Reaktionen in der Debatte.

Die Dringlichkeit sicherheitspolitischer Entscheidungen mĂŒsse in einer realitĂ€tsbezogenen Kommunikation oft wiederholt werden, das gehe auch ohne „TonalitĂ€t des SĂ€belrasselns“. Inder Narrative wie „Nie wieder Krieg“ und „Frieden schaffen ohne Waffen“ seien tief in der Gesellschaft verankerte WĂŒnsche, blieben historisch betrachtet aber fast immer eine Utopie. Er findet: „Frieden schaffen, ohne Waffen einzusetzen, aber sie gleichzeitig zu haben, um zu vermeiden, dass die andere Seite, die auch ĂŒber sie verfĂŒgt, sie selbst einsetzt“, das mĂŒsse das Ziel sein und auch so formuliert werden, auch wenn es „ein Halbsatz mehr“ sei.

Im GesprĂ€ch mit Atlantic Talk-Moderator Dario Weilandt plĂ€diert zu Guttenberg fĂŒr eine Streitkultur mit mehr Substanz, Respekt und ernsthaftem Zuhören – sowohl in der Öffentlichkeit als auch im familiĂ€ren und gesellschaftlichen Umfeld. Am Ende dieser Podcast-Folge verrĂ€t „KT“ zu Guttenberg, wie er sich selbst nennt, seine drei GrundsĂ€tze fĂŒr ein Kommunikationskonzept fĂŒr deutsche Sicherheitspolitik.

Zu Gast:

BM a. D. Karl-Theodor zu Guttenberg

Unternehmensberater und Autor

Bundesminister a. D. Karl-Theodor zu Guttenberg ist ehemaliger Politiker, Unternehmensberater und Autor. Als GeneralsekretĂ€r der CSU wurde der geborene MĂŒnchener zu Guttenberg 2009 zunĂ€chst Bundesminister fĂŒr Wirtschaft und Technologie, ehe er noch im gleichen Jahr zum jĂŒngsten Verteidigungsminister in der Geschichte der Bundesrepublik ernannt wurde und in diesem Amt große PopularitĂ€t erlangte. Nachdem er sein Amt 2011 niederlegte, lebte Karl-Theodor zu Guttenberg lange Jahre in den Vereinigten Staaten. Heute ist er als Unternehmensberater und Autor tĂ€tig.

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