Am dritten Tag, nach einem Vortrag ĂŒber den »European Green Deal« der KommissionsprĂ€sidentin von der Leyen fuhr die Seminargruppe zum Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung. Hier wurde, mit interaktiven Elementen und auf erfrischend kurzweilige Art und Weise, das Thema Klimaresilienz in den besonders betroffenen Staaten Peru und Tansania thematisiert. Ohne ein allzu pessimistisches Bild zu zeichnen, konnten die ST verinnerlichen, dass der Klimawandel nicht nur bekĂ€mpft werden muss, sondern auch die individuelle Resilienz gegen die klimatischen VerĂ€nderungen erhöht werden muss. WĂ€hrend westliche Zivilisationen durch ein hohes MaĂ an wirtschaftlicher Sicherheit, guter medizinischer Versorgung oder einer belastbaren Infrastruktur die Folgen des Klimawandels gut abwehren können, sind in Tansania und Peru ganze Existenzen bedroht. Der Vortrag und die anschlieĂende GesprĂ€chsrunde wurde von den ST sehr gut angenommen, wodurch ein reger Austausch mit den Referenten entstand â auch die Frage, inwiefern die Klimakrise noch zu bewĂ€ltigen sei und ob Resilienz bald wichtiger werde als BekĂ€mpfung des Klimawandels, wurde offen diskutiert.


Am vierten Tag im Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurden die ST in die Funktionsweise deutscher Entwicklungszusammenarbeit und die Koordinierung mit dem AA und BMVg in Fragen der KrisenprĂ€vention eingefĂŒhrt. Wie Entwicklungszusammenarbeit konkret funktioniert, wurde im Anschluss anhand der Projekte der Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Afghanistan mit Förderung des AA und BMZ prĂ€sentiert. Als konkretes Beispiel wurde ein Aufforstungsprojekt genannt: In Afghanistan geht die WaldflĂ€che wegen der extensiven Landwirtschaft und krimineller Kapitalisierung der WaldflĂ€chen seit Jahren stark zurĂŒck, was den Lebensraum vieler BĂŒrgerInnen negativ beeintrĂ€chtigt. Mit ihrem Projekt forstet die GIZ in Zusammenarbeit mit marginalisierten Gruppen (vorwiegend Frauen) viele Landstriche wieder auf und unterstĂŒtzt die BĂŒrgerInnen, den Aufforstungsprozess selbst zu gestalten, zu verwalten und zu ĂŒberwachen (local ownership). So werde gesellschaftliche Inklusion und Umweltschutz sinnvoll kombiniert. Am Nachmittag lag der Fokus schlieĂlich wieder auf dem Nexus zwischen Klima und Konflikten. Bei adelphi, einem Think Tank fĂŒr Klimaâ, Umwelt- und Entwicklungsfragen, wurde anhand mehrerer konkreter Beispiele (z.B. Tschadseebecken) veranschaulicht, dass der Klimawandel sowohl Konfliktreiber und âkatalysator sein kann, oftmals aber auch die Grundlage fĂŒr internationale Zusammenarbeit ist. Die ST nutzten anschlieĂend in der naheliegenden Buchkantine die Möglichkeit, sich bei einer Mahlzeit ĂŒber die gesammelten EindrĂŒcke und Erkenntnisse locker auszutauschen. Angesichts des regen Austauschs und der guten GesprĂ€che lĂ€sst sich festhalten, dass die ST die VortrĂ€ge nicht nur gut angenommen, sondern deren Inhalte und Botschaften auch fest verinnerlicht haben.






