Geleitet wurde die Veranstaltung von Peter Beyer, MdB, ordentliches Mitglied im AuswĂ€rtigen Ausschuss und VizeprĂ€sident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, der als ehemaliger Koordinator fĂŒr die transatlantische Zusammenarbeit der Bundesregierung (2018â2022) fundierte Einblicke in die Thematik hat.
Als Diskutanten konnte er begrĂŒĂen:
Dr. Emily Haber, ehemalige Deutsche Botschafterin in den USA (2018â2023), Erik Kirschbaum, freier Journalist und ehemaliger Verwaltungsdirektor der RIAS Berlin Kommission, sowie General a.D. Egon Ramms, Oberbefehlshaber des NATO Allied Joint Force Command (2007â2010).
Gut 70 GĂ€ste konnte Herr Beyer im Wirtschaftsclub willkommen heiĂen.
Frau Dr. Haber gab zunĂ€chst einen Impuls zum Status und den Perspektiven der transatlantischen Beziehungen. AnschlieĂend wurde die Veranstaltung fĂŒr eine Diskussionsrunde mit Herrn Kirschbaum, Herrn General a.D. Ramms und Frau Dr. Haber unter der Moderation von Herrn Beyer geöffnet.



âUnabhĂ€ngig vom Ausgang der Wahlen werden die USA ihren Fokus auf den pazifischen Raum und den wirtschaftlichen und strategischen Herausforderer China richten. Darauf muss sich Europa und die deutsche Politik einstellenâ, mahnte Dr. Emily Haber in ihrem Impulsvortrag. Deutschland sei gut beraten, mit Vertretern beider Parteien, der Demokraten und der Republikaner, im GesprĂ€ch zu bleiben.
Die Umfrageergebnisse sĂ€hen ein knappes Ergebnis voraus. Einig waren sich alle Diskutanten im anschlieĂenden Panel, dass eine PrĂ€sidentin Kamala Harris fĂŒr Europa und Deutschland bequemer sei, dass aber die EuropĂ€er sich nur unzureichend mit einer möglichen zweiten Amtszeit von Donald Trump auseinandergesetzt hĂ€tten. Das berechtigte DrĂ€ngen der USA, dass Europa und damit auch Deutschland mehr Verantwortung ĂŒbernehmen mĂŒssten, sei von beiden PrĂ€sidentschaftskandidaten zu erwarten. Deutschland mĂŒsse sich allerdings fĂŒr den Fall eines Sieges von Donald Trump auf Unvorhersehbares einstellen und damit umzugehen lernen.
Der groĂe Zuspruch, den Donald Trump in den USA erfĂ€hrt sei einfach erklĂ€rbar. Die WĂ€hler und WĂ€hlerinnen in den USA machten ihre Wahl-Entscheidung von einer sehr subjektiv empfundenen erwartbaren Verbesserung oder Verschlechterung ihrer persönlichen LebensumstĂ€nde abhĂ€ngig. Die durchaus positive wirtschaftliche Entwicklung habe sich nicht im Geldbeutel und vor allem in der Kaufkraft des Einzelnen niedergeschlagen. Ganz im Gegenteil habe die Inflation dazu gefĂŒhrt, dass viele sich weniger leisten könnten. Mit dem Versprechen auf eine Verbesserung der persönlichen wirtschaftlichen Situation und einer schnellen Beendigung des Krieges in der Ukraine könne Trump viele WĂ€hler fĂŒr sich gewinnen.
Die USA seien der wichtigste politische und wirtschaftliche Partner Europas und wĂŒrden dies auch bleiben. Dies gelte umso mehr vor dem Hintergrund der Ambitionen Chinas im Fernen Osten und des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, mit dem Russland das Fundament des Zusammenlebens der Staaten in Europa erschĂŒttert habe.
Insbesondere Deutschland, das seinen Wohlstand auf seiner Exportwirtschaft grĂŒndet und dessen Sicherheit von den USA abhĂ€ngen, mĂŒsse auch in Zukunft auf den kĂŒnftig vielleicht unbequemeren Partner USA bauen. Dies könne umso selbstbewusster geschehen, je mehr sich Deutschland insbesondere in die gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen einbringe.
Die Teilnehmer und Diskutanten nutzten die Gelegenheit beim anschlieĂenden Empfang die rege Diskussion weiterzufĂŒhren.










