Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

Deutschland vor turbulenten Zeiten

Ausgabe 53: General a.D. Dr. h.c. Klaus Naumann

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Haben die Deutschen den Mut und den Willen zu durchgreifenden Reformen zu ihrer Sicherheit?

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Einleitung

Am 24. Februar 2022 sprach Bundeskanzler Scholz in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag von einer Zeitenwende, ausgelöst durch Putins rechtswidrigen und verbrecherischen Angriff auf die Ukraine am 22. Februar 2022. 

In der Tat, es war eine Zeitenwende, denn die bis dahin geltende Sicherheitsarchitektur fĂŒr Europa, gegrĂŒndet auf zahlreiche VertrĂ€ge mit Russland, wurde durch diesen Angriff in StĂŒcke gerissen. Es begann eine neue Zeitrechnung, wir erlebten die Geburtswehen einer neuen Weltordnung, doch die Umsetzung der Zeitenwende erfolgte bestenfalls zögerlich. Im Bewusstsein der Mehrheit der Deutschen hat sie zumindest bis in den Februar dieses Jahres hinein wohl kaum stattgefunden, anders kann man sich das Wahlergebnis der letzten Bundestagswahl kaum erklĂ€ren. Ein stattlicher Teil der Deutschen will noch immer das bequeme „Weiter so“, das Verharren in der Merkel‘schen Scheinwelt des ewigen Friedens, eines verschwenderischen Wohlfahrtsstaates und des Wohlstands ohne Entbehrung und Opfer und vertraut auf Verhandlungslösungen mit einem Russland, dass zur Durchsetzung seiner imperialistischen Ziele Kriegsverbrechen auf Kriegsverbrechen in der Ukraine begeht. 

SpĂ€testens bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz im Februar mĂŒsste aber jedermann klar geworden sein, dass wir tatsĂ€chlich in einer neuen Zeit leben, in einer Zeit, in der es keine regelbasierte Weltordnung, sondern erneut nur Interessenzonen gibt, also in einer Welt, in der wieder das Recht des StĂ€rkeren, also das Gesetz des Dschungels gilt. Es ist eine kalte Welt, in der Autokraten sich wohl fĂŒhlen und in der sich Demokraten warm anziehen mĂŒssen, um sich zu schĂŒtzen.

Die Lage

Jedermann konnte den Paukenschlag zum Auftakt der amerikanischen Suche nach einer neuen Weltordnung hören, die Rede des VizeprĂ€sidenten der USA bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, gefolgt vom  verhandlungstaktisch geschickt inszenierten Eklat in Washington am 28. Februar und dann bis hin zur Entscheidung, alle amerikanischen Waffenlieferungen an die Ukraine erst einzustellen, dann doch wieder aufzunehmen. Ich bin bestĂŒrzt, beschĂ€mt vom ruchlosen Verhalten eines amerikanischen PrĂ€sidenten, empört ĂŒber die TĂ€ter-Opfer Umkehr durch Trump  hin zu Kontakten mit Putin, die vermuten lassen, dass souverĂ€ne Rechte der Ukraine leichtfertig preisgegeben werden. Mit Blick auf das fĂŒr Europa unverĂ€ndert unersetzliche NATO-BĂŒndnis wachsen die Sorgen seitdem Tag fĂŒr Tag. 

Auf Verlangen der amerikanischen FĂŒhrung ist der ukrainische PrĂ€sident inzwischen zu Friedensverhandlungen mit Russland und zu einem Abkommen mit den USA bereit, in der Ukraine wertvolle Rohstoffe zu entĂ€ußern, ohne dafĂŒr Sicherheitsgarantien zu erhalten. Russland dagegen fĂŒhrt den brutalen Angriffskrieg fort. Eine Friedenstruppe zur Überwachung eines Waffenstillstands lehnt der Kreml kategorisch ab, den amerikanischen Vorschlag eines Waffenstillstands wird Putin voraussichtlich ebenfalls ablehnen. Ohne Gegenleistung hat die amerikanische FĂŒhrung aber bereits politische Forderungen Moskaus ĂŒbernommen, wie die Ablehnung einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine, die Abtretung eines Teils ihres Territoriums an Russland und dann, der Gipfel der Treuelosigkeit, das Einbringen und die Annahme einer von den USA eingebrachten Pro-Moskau-Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, die noch nicht einmal Russland als Aggressor nennt. Ein Novum dann die Abstimmung mit den Stimmen Russlands und Nordkoreas gegen Amerikas NATO-VerbĂŒndete und die Meinung der Mehrheit der Nationen in der Generalversammlung.

Und dennoch, keine der bisherigen Aussagen der USA hat die Sicherheitspartnerschaft mit Europa eindeutig infrage gestellt, wohl aber die Wertegemeinschaft der regelbasierten Ordnung. Deren Kernelement ist das Prinzip, dass keine Grenze mit Gewalt verĂ€ndert werden darf. Das zu beachten hĂ€tte verlangt, die Ukraine vor der Macht des StĂ€rkeren zu schĂŒtzen, was allerdings auch Europa, vor allem eine Bundesregierung, die Angst vor Putins WorthĂŒlsen als Besonnenheit verkaufte, allenfalls halbherzig getan hat. 
Auch wenn ein Austritt der USA aus der NATO unwahrscheinlich ist, da die Zwei-Drittel Mehrheit im Senat nicht zu erreichen ist, erhebliche Zweifel an der amerikanischen Beistandsverpflichtung nach Art. 5 des NATO- Vertrags bleiben nach den Ereignissen des Februars und MĂ€rz 2025. Zweifel bleiben auch, ob man in Washington erkannt hat, dass Putin die Kapitulation der Ukraine will. Die wĂŒrde die TĂŒren zu einem neuen Krieg in Europa weit öffnen. Europa bleibt deshalb keine Zeit, es muss rasch aus eigener Kraft verteidigungsfĂ€hig werden. Das heißt nun aber nicht, von unserer Seite das Ende der NATO herbeizureden oder rein europĂ€ische RĂŒstungsanstrengungen zu fordern, zu denen Europa derzeit technisch und industriell kaum in der Lage ist. Wer das tut, hilft Putin, dessen Ziel es immer war, die NATO zu beseitigen.

Allerdings, in Trumps Welt gelten wie bei anderen Autokraten die Gesetze des Dschungels, also das Recht des StĂ€rkeren und nicht die Macht des Rechts. In dieser Welt ist Europa ein Konkurrent, den man nach dem alten römischen Prinzip „divide et impera“, teile und herrsche, schwĂ€chen muss, um ihn gefĂŒgig zu halten. Ein starkes Europa ist nicht im Interesse Trumps, wenngleich er verstĂ€rkte RĂŒstung Europas fordert, vielleicht auch nur, weil er KĂ€ufe bei der leistungsstarken und oftmals ĂŒberlegenen amerikanischen RĂŒstungsindustrie erhofft. Damit will er zugleich erreichen, dass Europa nicht durch eigene Innovation in Spitzentechnologie als wirtschaftlicher Konkurrent stĂ€rker und in Sicherheitsfragen unabhĂ€ngiger wird. 

Gleichzeitig aber ist Europa eben auch ein BĂŒndnispartner. Das BĂŒndnis bietet den USA vielfache Möglichkeiten, die Entwicklungen in Europa zu beeinflussen und zu kontrollieren. Das aufzugeben wĂ€re gegenĂŒber einem Konkurrenten sehr unklug. 

Aber es kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Die NATO, das BĂŒndnis der USA mit Europa und Kanada, ist sozusagen das globale Musterbeispiel einer erfolgreichen Allianz. WĂŒrde Amerika es aufkĂŒndigen oder schwĂ€chen, dann wĂŒrde es in seinem BĂŒndnisgeflecht im asiatisch-pazifischen Raum einen destabilisierenden Schock auslösen und sich so gegenĂŒber seinem einzigen echten Konkurrenten auf dieser Welt, China, schwĂ€chen. Die USA dĂŒrften deshalb zwar formal an ihrer Beistandsverpflichtung festhalten, zugleich aber die Ungewissheit ĂŒber Ausmaß und Zeitpunkt des Einlösens ihrer Schutzgarantie fĂŒr Europa, vor allem der nuklearen, aufrechterhalten. Damit zwingen sie Europa, endlich die seit mehr als 20 Jahren geforderten Anstrengungen zur eigenen Verteidigung wahr zu machen und signalisieren zugleich Russland, dass Europa keineswegs die nĂ€chste Beute Russlands sein kann. Diese friedenserhaltende Ungewissheit ist der Hintergrund des vermutlichen Deals mit Russland, dem fĂŒr eine Waffenruhe in der Ukraine gewisse territoriale ZugestĂ€ndnisse zu Lasten der Ukraine gemacht werden sollen und von dem im Gegenzug amerikanischer Zugang zu russischen Rohstoffen, einschließlich Gas und Öl, gefordert werden. Letzteres braucht Trump als ein Instrument, um die Zinsen weltweit niedrig zu halten, denn nur so kann er seine Achilles-Ferse schĂŒtzen, die enormen Schulden der USA. Steigende Zinsen wĂ€ren Gift fĂŒr seine innenpolitischen Versprechungen. DafĂŒr lĂ€sst er die Ukraine im Stich, an deren Seite er in seiner ersten Amtszeit stand, ganz im Gegensatz zu Obama, der damals auf die Annexion der Krim 2014 so gut wie nicht reagierte. Trumps zwischenzeitlich zurĂŒckgenommene Entscheidung, die Hilfe fĂŒr die Ukraine einzustellen, um Russlands geneigt zu machen, ist nicht nur schĂ€big, sie ist verwerflich, denn deshalb starben Menschen in der Ukraine, die man hĂ€tte schĂŒtzen können. 

Putin hat Ziele, die weit ĂŒber den Tag hinaus reichen und er kennt Trumps Achillesferse, seine Gier nach Rohstoffen und seine Hast, den Konflikt in der Ukraine schnell zu beenden. Er wird deshalb keinem Waffenstillstand zustimmen, sondern auf Zeit spielen. Trifft diese EinschĂ€tzung zu, dann heißt das allerdings fĂŒr uns, also Deutschland ebenso wie Europa, dass auf diese USA nicht mehr uneingeschrĂ€nkt Verlass ist, denn die einzige Berechenbarkeit Trumps ist seine Unberechenbarkeit. Mit dem jĂŒngsten Hin und Her zu Waffenlieferungen fĂŒr die Ukraine unterstrich Trump seine Unberechenbarkeit: Heute HĂŒh, morgen Hott. Das ist noch nicht einmal geschickte Verhandlungstaktik, aber fĂŒr Partner in Lebensgefahr kann das tödlich werden.

Es ist nun nĂŒchtern zu entscheiden, ob und was zu tun ist, um weiteren Schaden in den transatlantischen Beziehungen zu verhindern. Auf jeden Fall ist es viel zu frĂŒh, das fĂŒr Europa wie die USA gleichermaßen unersetzliche NATO-BĂŒndnis totzureden. Europa steht vor der Zeitenwende 2.0, nicht vor einem Bruch, aber doch vor einer Situation, in der beide Seiten beschĂ€digtes Vertrauen wiederherstellen mĂŒssen.  Ein Schritt dazu mĂŒsste die erneute BekrĂ€ftigung zweier Kernelemente durch alle NATO-VerbĂŒndeten sein: Erstens, keine Grenze darf mit Gewalt verĂ€ndert werden und zweitens, jeder Staat ist frei zu entscheiden, zu welchem BĂŒndnis er gehören will. Diese beiden Punkte dĂŒrfen fĂŒr keinen noch so lukrativen Rohstoffdeal verhandelbar sein.

Europas Ausgangspunkt bei der nun beginnenden Gestaltung einer neuen Weltordnung ist unverĂ€ndert: Europa ist und bleibt fĂŒr seine Sicherheit bis auf weiteres von den USA abhĂ€ngig. Europa ist frĂŒhestens gegen Ende des Jahrzehnts in der Lage sich selbst zu schĂŒtzen, vorausgesetzt, es handelt jetzt schnell und entschlossen, um kriegsfĂ€hig zu werden. Zumindest bis dahin braucht Europa die RĂŒckendeckung der USA, vor allem die nukleare. 

Deshalb mĂŒssen die EuropĂ€er und die USA nun gemeinsam beurteilen, was auf dem Spiel steht. Diese Beurteilung beginnt mit dem Blick auf den Gegner, Russland. Ein vollstĂ€ndiger Erfolg in der Ukraine, im Klartext, deren Kapitulation, wĂŒrde Putin in seinem imperialen Wahn bestĂ€rken. Seine Ziele, das Rad der Geschichte auf 1997 zurĂŒckzudrehen, hat er im Dezember 2021 klar genannt und davon weicht er nicht ab. Putin will die NATO zerstören, die EuropĂ€ische Union spalten und die Amerikaner und ihre Nuklearwaffen aus Europa verdrĂ€ngen. Solange diese Ziele bestehen, kann es keine Sicherheit mit, sondern nur Sicherheit vor, also gegen Russland geben. Putin hat auf Kriegswirtschaft umgestellt und rĂŒstet fĂŒr einen Krieg in Europa. Seine Zukunft liegt im Krieg, er braucht einen Ă€ußeren Feind, eine angebliche Bedrohung, um alle Regungen in Richtung Demokratie zu unterdrĂŒcken. Nichts fĂŒrchtet Putin mehr als von Freiheit infizierte Russen. 

Diese Lage verlangt, so schnell wie möglich konventionelle VerteidigungsfĂ€higkeit und Abschreckung herzustellen. Das heißt vor allem die nukleare RĂŒckendeckung der USA zu sichern, die es Putin verwehrt, mit Atomwaffen zu drohen. Die vorhandenen europĂ€ischen Atomwaffen reichen dafĂŒr nicht aus. Sie können vermutlich Krieg durch unermesslichen Schaden fĂŒr Russland verhindern, nicht aber nukleare Erpressung schon vor einem zunĂ€chst begrenzten Krieg. Die nukleare Teilhabe an der Abschreckungsmacht der USA bleibt deshalb bis auf weiteres unersetzlich, ja sie ist sogar Voraussetzung der französischen Atomstrategie.
Die nun zahlreichen Rufe nach europĂ€ischer VerteidigungsfĂ€higkeit, nach einer Europa-Armee oder gar eigenstĂ€ndiger europĂ€ischer nuklearer Abschreckung sind, ausgenommen die zum Teil lachhaften nuklearen Gedankenspiele einiger Deutscher,  richtig, aber sie sind, wenn ĂŒberhaupt, frĂŒhestens im nĂ€chsten Jahrzehnt erreichbar. Bis dahin bleibt Europa sogar in seiner konventionellen VerteidigungsfĂ€higkeit abhĂ€ngig von den USA. 

Was ist zu tun?

Die Bedrohung durch Russland steht vor der TĂŒr, dennoch lauschen noch immer viel zu viele Deutsche entrĂŒckt der Bordkapelle auf dem Deck der Titanic. Sie trĂ€umen vom Verhandlungsfrieden mit jemanden, der nicht verhandeln, sondern herrschen will.
Europa und Deutschland haben keine Wahl. Es mĂŒssen daher schnell Wege gefunden werden, auch mit Trump, wie man Sicherheit fĂŒr Europa gestalten kann, auch, weil Niemand derzeit sagen kann, ob ein Nachfolger Trumps anders denken und handeln wird. Es gibt nur einen Weg: Europa muss nun endlich die seit fast zwei Jahrzehnten fehlende Entschlossenheit, auf eigenen Beinen zu stehen, aufbringen und durchhalten. Sie ist die Voraussetzung, um eine neue transatlantische Klammer zu schmieden.

Ausgangspunkt dafĂŒr muss ein Blick auf die beiderseitigen sicherheitspolitischen Interessen sein. Daraus kann man ableiten, welche Gemeinsamkeiten bestehen und was zu tun ist, um diese zu erhalten und zu festigen. 

Europa braucht, erstens und vor allem, jetzt und bis auf weiteres den Schutzschirm der amerikanischen Nuklearmacht, um vor Russlands Nuklearmacht sicher zu sein und nukleare Erpressung verhindern zu können. Europa braucht, zweitens, die Beherrschung des Atlantiks und der AusgĂ€nge aus dem Arktischen Ozean von Grönland bis zu den Azoren, weil nur so Europa gegen das grĂ¶ĂŸte Land der Welt, Russland, strategisch auch konventionell zu verteidigen ist. Die strategisch entscheidende Dimension europĂ€ischer Sicherheit liegt im Atlantik.  Sie ist nur zu erreichen, wenn die USA und Kanada an der Seite Europas stehen.

Europa braucht also die USA, kann damit aber nur rechnen, wenn es ein strategisches Interesse der USA an Europa gibt. DafĂŒr gilt noch immer Henry Kissinger: Nationen kennen keine Freundschaften, nur Interessen, aber diese Interessen gibt es. Als Erstes ist die Geostrategie zu nennen. Europa ist eine der beiden GegenkĂŒsten der USA und Kanadas. Die USA sind die einzige globale Seemacht und als solche mĂŒssen sie beide GegenkĂŒsten, also die atlantische wie die pazifische kontrollieren können. Das BĂŒndnis mit Europa sichert die atlantische und hĂ€lt so den USA den RĂŒcken frei, sollte China in einem Konflikt mit den USA versuchen, ein BĂŒndnis mit Russland zu schmieden, um den Amerikanern ihre europĂ€ische GegenkĂŒste wegzunehmen. Der Verlust Europas wĂŒrde die USA verwundbar machen. Zudem  wĂŒrde der Verlust des Zugangs zu Europa den USA die Basis fĂŒr die noch immer unersetzliche Machtprojektion in den Raum des erweiterten Nahen Ostens, also dem Zu- und Ausgang zum/aus dem Indischen Ozean, aber auch nach Afrika nehmen. Das wĂ€re das Ende globaler amerikanischer Vormacht, der einzigen Macht dieser Welt, die geschĂŒtzt von zwei Weltmeeren in allen fĂŒnf Dimensionen moderner KriegsfĂŒhrung global kĂ€mpfen kann, also zu Land, in der Luft, auf See, im Cyberspace und im Weltraum.

Als zweites strategisches Interesse ist das Gewicht Europas als Handelspartner und als EmpfĂ€nger wie Geber gewaltiger Investitionen in Billionenhöhe zu nennen. Beide Seiten mögen sich ĂŒber Zölle streiten, aber beide Seiten können es sich nicht leisten, sich als Wirtschaftspartner zu verlieren. Europas Wirtschaftskraft ist zehnmal so groß wie die russische und dahinter steht die InnovationsfĂ€higkeit von ĂŒber 400 Millionen freier Menschen. Auch das zu behalten, ist amerikanisches Interesse.

Schließlich, drittens, Europa hat durchaus einige militĂ€rische FĂ€higkeiten, die die USA nicht unbedingt im Lager ihrer Gegner wissen und ĂŒber deren technische Entwicklung sie unverĂ€ndert Bescheid wissen wollen. Das gelingt am einfachsten durch das NATO-BĂŒndnis, das den USA zwar Beistand abverlangt, aber auch Kontrolle ermöglicht. In Zeiten rasanter technischer Entwicklungen, die es auch fĂŒr einen David möglich machen könnten, prĂ€ventive strategische LĂ€hmung  eines Goliaths zu erreichen, kann dieser Aspekt Kontrolle sogar strategisches Gewicht erlangen.

Es gibt also die Ausgewogenheit beiderseitiger Sicherheitsinteressen. Sie spricht fĂŒr die Beibehaltung und Festigung des atlantischen BĂŒndnisses.  Sollten beide Seiten bereit sein, ihre FĂ€higkeiten fĂŒr den Partner einzusetzen, wenn beiderseitige Interessen dies gebieten, dann gibt es fĂŒr beide Seiten keine bessere Lösung. 
Somit gilt fĂŒr Europa: Keine Sicherheit ohne die USA, und fĂŒr die USA: Weltmacht nur mit Europa.

DarĂŒber wird Europa in Washington zu sprechen haben, nicht als Bittsteller, sondern auf Augenhöhe, gestĂŒtzt auf europĂ€ische Wirtschaftskraft und wachsende europĂ€ische konventionelle VerteidigungsfĂ€higkeit.

Die Erwartungen

Welche Erwartungen hat vor diesem strategischen Hintergrund ein parteiungebundener Deutscher an die Sicherheitspolitik der neuen Bundesregierung? 

Hierzu zwei Punkte vorab: Erstens, es muss nun sehr schnell ernst gemacht werden mit der KriegstĂŒchtigkeit der Bundeswehr und unseres Landes, – und das umfasst weit mehr als nur RĂŒstung fĂŒr die Bundeswehr – und, zweitens, die Ukraine muss weiterhin unterstĂŒtzt werden, denn ihr Kampf schwĂ€cht Russland, gewinnt Zeit fĂŒr uns und schĂŒtzt so auch unsere Freiheit.

Es wĂ€re somit töricht, nur noch europĂ€isches RĂŒstungsmaterial zu kaufen, es muss beschafft werden, was auf dem Markt das Beste ist und es muss gleichzeitig eine konsolidierte europĂ€ische RĂŒstungsindustrie aufgebaut werden.

Wo steht Deutschland?

Nach einem im Verteidigungsministerium verlorenen ersten Jahr der Ampel hat ein energischer neuer Minister gegen zahlreiche WiderstĂ€nde aus seiner Partei den Wiederaufbau der seit dem Anfang des Jahrtausends vernachlĂ€ssigten und schwer beschĂ€digten Bundeswehr eingeleitet.  Mit Zustimmung der grĂ¶ĂŸten Oppositionspartei wurde ein Sondervermögen beschlossen und zahlreiche Beschaffungsvorhaben deutlich beschleunigt. Dennoch blieben viele MĂ€ngel: Es fehlt nachhaltige langfristige Finanzierung und Beschaffungen dauern noch immer viel zu lange. Deshalb Stand heute: Weder Deutschland noch Europa können ohne den Beistand der USA gegen ein imperiales Russland verteidigt werden. 

Das von der Ampel-Regierung in der erstmals beschlossenen Nationalen Sicherheitsstrategie gesetzte Ziel VerteidigungsfĂ€higkeit ist unverĂ€ndert gĂŒltig. Die Umsetzung aber blieb mangelhaft. Behindert von Russlandverstehern in der abgewĂ€hlten grĂ¶ĂŸten Regierungspartei ist man zögernd und stets reaktiv vorgegangen. Der erhobene FĂŒhrungsanspruch in Europa war so nicht zu verwirklichen, nicht zuletzt, weil die entscheidende deutsch-französische Verbindung vernachlĂ€ssigt wurde. Angebliche moralische Überlegenheit konnte die Diskrepanzen zwischen Worten und Taten nicht verschleiern, durch stĂ€ndiges Zögern und durch erkennbare Angst vor eigener Entschlossenheit wurden das einst hohe Ansehen Deutschlands und sein stattlicher Einfluss im BĂŒndnis, auch in der bislang verteidigungspolitisch allerdings bedeutungslosen EU, weitgehend verspielt. FĂŒr ein Land, das in den entscheidenden Komponenten seiner Sicherheit von den USA abhĂ€ngig ist und bleibt, ist das fatal. 

Das ist nun nachhaltig und umgehend zu korrigieren. Die ersten Andeutungen aus den SondierungsgesprĂ€chen sprechen dafĂŒr, dass die neue Bundesregierung es versuchen wird. Auch die Kontakte des voraussichtlich neuen Bundeskanzlers mit Frankreich zeigen an, dass man gemeinsam Großbritannien an Bord holen will, um dann mit Polen, vielleicht auch mit Italien und anderen Willigen wie den Skandinaviern und den Balten, den Weg eines „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ zu gehen. Das wĂ€re ein Europa, in dem die Mehrheit entscheidet, also schnell, wĂ€hrend der Rest des Geleitzugs bei der Einstimmigkeit der EU bleibt und so Gefahr lĂ€uft, den Zug zu verpassen.

Eine Entscheidung dieser Art ist ĂŒberfĂ€llig, weil Eile geboten ist, um, erstens, einen Sieg Russlands in der Ukraine zu verhindern und, zweitens, nicht durch den Zwang zur Einstimmigkeit Zeit zu verlieren. Die hat Europa nicht, denn die ĂŒbereinstimmende Beurteilung aller Nachrichtendienste ist, dass Russland nach einem Sieg, vielleicht nur einer Waffenruhe in der Ukraine die Entschlossenheit des Westens schon bald, spĂ€testens aber am Ende des Jahrzehnts testen könnte. WĂŒrden Europa und Deutschland nun aber rasch handeln, dann wĂŒrde Europa fĂŒr die USA wieder ein ernst zu nehmender Partner, vor allem aber ein Gegner, den auch ein imperiales Russland besser nicht testen sollte.

Die bereits genannten zwei Schritte sind also geboten: 

Schritt 1, StĂ€rkung der europĂ€ischen und deutschen VerteidigungsfĂ€higkeit und weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine. 

Schritt 2, Aufbau einer AbschreckungsfĂ€higkeit gegenĂŒber Russland, die deutlich macht, dass jeder Angriff auf NATO-Gebiet fĂŒr Russland unermesslichen Schaden in Russland bedeutet und es damit nichts, und einen Krieg gegen die NATO ohnehin nicht gewinnen kann. 

Das bedeutet umfassende Luftverteidigung, auch gegen Hyperschallwaffen, weitreichende konventionelle Waffenwirkung gegenĂŒber Russlands Kernland und die FĂ€higkeit zu umfassendem, elektronischem Schutz bis hin zur LĂ€hmung des Gegners. Die NATO bliebe damit ein BĂŒndnis zur strategischen Verteidigung, das allerdings operativ mit allen Mitteln der Disruption versuchen wird, Krieg zu verhindern und, wenn angegriffen, zu gewinnen. Das Festhalten am Konzept der nuklearen Teilhabe ist dazu ebenso notwendig wie die allerdings noch umstrittene, nun vielleicht bei Trump offene Entscheidung, amerikanische Flugkörper mittlerer Reichweite in Deutschland zu stationieren und zusĂ€tzlich so schnell wie möglich gemeinsam mit europĂ€ischen Partnern ein entsprechendes europĂ€isches System zu entwickeln. 

Das bedeutet im politischen Entscheidungsprozess aber auch, die unverĂ€ndert gĂŒltigen GrundsĂ€tze des Krisenmanagements zu beachten, also initiativ statt reaktiv zu handeln, risikobereit zu sein, ĂŒber Eskalationsdominanz zu verfĂŒgen und das Staatsgebiet des Angreifers niemals als Sanktuarium zu sehen. ZusĂ€tzlich mĂŒssen alle Möglichkeiten einer Erweiterung der nuklearen Abschreckung durch die europĂ€ischen AtommĂ€chte geprĂŒft werden, wie beispielsweise die Ausstattung der deutschen TrĂ€ger im kĂŒnftigen europĂ€ischen Luftwaffen-System FCAS mit französischen Atomwaffen, auch wenn ĂŒber deren Einsatz unverĂ€ndert nur der französische PrĂ€sident entscheidet. In Russlands Risikobeurteilung wĂ€re das ein zusĂ€tzliches friedenserhaltendes Element der Ungewissheit.

Außerdem sind die neuen Dimensionen der KriegfĂŒhrung zu nutzen. Hybride Operationen und Cyberoperationen verlangen lange vor einem herkömmlichen Krieg gegebenenfalls prĂ€ventiv, vielleicht sogar prĂ€-emptiv zu handeln. 

Schließlich, Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik war bislang regional. Aber wer FĂŒhrungsnation Europas sein will, muss global denken und handeln. Sich auf Europa und militĂ€rische Verteidigung zu beschrĂ€nken, greift zu kurz. Frankreich und Großbritannien handeln seit langem global, wenn Deutschland Partner auf Augenhöhe sein will, dann muss es das auch tun. 

Des Weiteren sind die erkennbaren LĂŒcken im Kampf mit und gegen Drohnen, in Cyber Operations und bei der Nutzung kĂŒnstlicher Intelligenz zu schließen. Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus der Notwendigkeit, im eisfrei werdenden Arktischen Ozean und auf den Wasserstraßen im Indo-Pazifik gemeinsam mit den VerbĂŒndeten die Freiheit der Seefahrt zu schĂŒtzen. Dazu ist eine VerstĂ€rkung der Marine geboten. 

Die neue Regierung hat die finanziellen Grundlagen geschaffen, sie sollte aber auch ĂŒber eine allgemeine Dienstpflicht fĂŒr MĂ€nner und Frauen nachdenken.

„Whatever it Takes“ ist ein guter Grundsatz, um Autokraten abzuschrecken. Dem dient das Ziel: Die Bundeswehr muss in allen fĂŒnf Dimensionen nachhaltig kĂ€mpfen können: Land, Luft, See, Weltraum und Cyberspace. Sie muss zusammen mit den VerbĂŒndeten in der Lage sein, Russland durch die Androhung unermesslichen Schadens von allen Angriffen auf das NATO-Gebiet abzuschrecken, Europa weitgehend selbststĂ€ndig zu verteidigen und sie muss BeitrĂ€ge da leisten, dort wo der unersetzliche amerikanische VerbĂŒndete die Hilfe der EuropĂ€er braucht. Das verlangt nicht nur die Mittel, sondern vor allem die Entschlossenheit und den Willen, sie auch zu nutzen. Dazu ist schnell zu handeln, nicht auf langwierige bĂŒrokratische Entwicklungsprojekte zu setzen, sondern das zu nehmen, was der Truppe höchstmögliche LeistungsfĂ€higkeit so schnell wie möglich gibt. â€žWhatever It Takes” ist also zu ergĂ€nzen durch „Wherever it comes from“. 

So könnte ein Europa entstehen, das in der Lage wĂ€re, die USA an Bord zu halten und das sich auch der Aufgabe stellen könnte, die Ukraine nach Abschluss einer Friedensvereinbarung vor erneuten Übergriffen zu schĂŒtzen. Ihre Sicherheit ist europĂ€isches Kerninteresse. 

All diese Entwicklungen berĂŒhren nicht nur Europa, deswegen ein sehr kurzer Blick ins ferne Asien. Trump will vermutlich die NATO als Kontrollinstrument Europas erhalten. Damit will er wahrscheinlich seine OstkĂŒste schĂŒtzen und gleichzeitig seinen VerbĂŒndeten in Asien zeigen, dass er BĂŒndnisse beibehĂ€lt, sie sich also weiter auf ihn verlassen können. Deren AbhĂ€ngigkeit fĂŒr deren Schutz vor China braucht er, um auch in Asien Deals erzwingen zu können. China wie Indien dĂŒrften dieses Spiel durchschauen, werden aber voraussichtlich erst einmal abwarten. China wird Trump zunĂ€chst nicht in Taiwan testen. Es wird geduldig warten, auch weil es wirtschaftlich wie militĂ€risch gegenwĂ€rtig zu schwach fĂŒr ein taiwanesisches Abenteuer ist. Sollte Trump bei den Midterm Elections 2026 geschwĂ€cht werden, dann dĂŒrfte China seine Optionen neu beurteilen, denn das Ziel der „Wiedervereinigung“ bleibt. Bis zu den Midterms wird auch Indien abwarten und erst dann entscheiden, wo es in der nun beschleunigten Formung einer neuen Weltordnung seinen Platz suchen wird, angelehnt an ein global handlungsfĂ€higes Europa oder an die USA, Russland vermutlich eher nicht. 

Die Gestaltung dieser neuen Weltordnung wird vor allem von Europa abhÀngen. Es muss nun endlich die Kraft aufbringen, geschlossen zu handeln und seine volle HandlungsfÀhigkeit herzustellen, auch in einer Welt, in der bis auf weiteres nur das Recht des StÀrkeren gilt. Nur so kann es auf Augenhöhe mit den USA sprechen, wird von China ernst genommen und kann Russland abschrecken.

Es kommt auf jeden Einzelnen an

Sicherheit bedeutet nicht nur durchhaltefĂ€higes MilitĂ€r, sondern eine leistungsfĂ€hige europĂ€ische RĂŒstungsindustrie, einen ausreichenden Zivilschutz und eine digitalisierte Gesellschaft, damit man auf das Unerwartete blitzschnell reagieren kann und so maximalen Schutz fĂŒr die verwundbare Kritische Infrastruktur, vor allem aber fĂŒr die Menschen erreichen kann. Alles in allem ist es eine Herkulesaufgabe, die sich der neuen Regierung, Europa, aber vor allem seinen Menschen stellt. Auf sie kommt es an. Die Menschen mĂŒssen begreifen und annehmen, dass Schutz vor Ă€ußerer Gefahr eine Aufgabe eines jeden StaatsbĂŒrgers ist und dass er das wollen muss. Es gilt erneut das alte römische Sprichwort: „si vis pacem para bellum“, wenn du den Frieden willst, musst du den Krieg vorbereiten. Die Menschen mĂŒssen begreifen, dass Europa nicht aufrĂŒstet, um Krieg zu fĂŒhren, sondern um Krieg zu verhindern. Das gelingt aber nur wenn alle EuropĂ€er so bereit sind zu kĂ€mpfen wie derzeit nur Finnen und Polen. Auch in dieser Hinsicht hat Deutschland besonders viel nachzuholen und zusĂ€tzlich mĂŒssen die Deutschen bereit sein, durchgreifende und schmerzhafte Reformen zur schultern. Der Staat musste Innovation Vorrang vor dem Konsum geben, denn nur so wird er fĂŒr die Jungen attraktiv, und die sind unsere gemeinsame Zukunft.

Es ist eine riesige Aufgabe, vor der die Deutschen stehen, aber es ist eine machbare Aufgabe. Deswegen muss am Ende der Botschaft nicht der Berg der Probleme stehen, sondern die Zuversicht, ja, die Gewissheit, dass wir es schaffen können. Das können wir, diesmal aber nicht als hohle Phrase der Hilflosigkeit gesagt, sondern als Signal unbeugsamer Entschlossenheit zum Schutz des besten Staats unserer Geschichte und durch den eisernen Willen zu Reform.

Entscheidend wird vor allem sein, die Menschen mitzunehmen bei dieser zweiten Zeitenwende. Das ist Aufgabe der uns fĂŒhrenden Politiker, aber jeder von Ihnen kann und muss mitwirken. Wir mĂŒssen unseren MitbĂŒrgern sagen, wie groß die Gefahr ist, aber dass sie zu bewĂ€ltigen ist. Das ist die entscheidende Voraussetzung fĂŒr die Umsetzung der so dringend geboten Zeitenwende. Wir alle mĂŒssen sie wollen, wir mĂŒssen erneut begreifen, dass Freiheit zu erhalten und zu schĂŒtzen ist, dass uns das aber nicht geschenkt wird. Wir mĂŒssen uns Sicherheit zum Schutz unserer Freiheit erarbeiten. Opfer dafĂŒr sind unvermeidlich, aber sie lohnen sich. DafĂŒr kann man Mehrheiten gewinnen, wenn man ihnen endlich die Wahrheit sagt, wie groß die Gefahr ist, aber Deutschland sie meistern kann. Dann werden sie zustimmen, dass Sicherheit zwar nicht Alles, aber ohne Sicherheit alles nichts ist.

Ein Beitrag von:

General a.D. Dr. h.c. Klaus Naumann

Vorsitzender, NATO-MilitĂ€rausschuss (1996 – 1999); Generalinspekteur der Bundeswehr (1991 –1996)

Dr. h.c. Klaus Naumann, General a.D., geboren 1939 in MĂŒnchen, trat 1958 in die Bundeswehr ein und stieg nach Verwendungen in der Truppe, Verwendungen im Verteidigungsministerium und in der NATO Ende 1991 von der Position des Kommandierenden Generals des I. Korps in MĂŒnster zum Generalinspekteur der Bundeswehr auf.

In seine Amtszeit bis Februar 1996 fielen die Reorganisation und Reduzierung der Bundeswehr, die Auflösung und Teilintegration der Nationalen Volksarmee der frĂŒheren DDR, die innere Umstellung der Bundeswehr von Heimatverteidigung auf EinsĂ€tze im Rahmen von UN und NATO und die ersten AuslandseinsĂ€tze der Bundeswehr in Kambodscha, Somalia, Georgien, im Irak und auf dem Balkan.

Von Februar 1996 bis Mai 1999 war Naumann als Vorsitzender des MilitĂ€rausschusses der oberste Soldat der NATO. In dieser Zeit wurde die bis Herbst 2010 gĂŒltige Strategie der NATO erarbeitet, es begann die Partnerschaft fĂŒr den Frieden und die Zusammenarbeit mit Russland, die NATO nahm Polen, die Tschechische Republik und Ungarn und es begannen die Operationen in Bosnien und der Luftkrieg im Kosovo im MĂ€rz 1999. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand im Mai 1999 ĂŒbernahm er eine Reihe ehrenamtlicher Aufgaben. In Deutschland war dies vor allem die PrĂ€sidentschaft der Clausewitz-Gesellschaft, der Deutsch-Britischen Offiziervereinigung und die Vize-PrĂ€sidentschaft der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. International wurde Naumann unter anderem vom IISS London in dessen Beirat, vom ICRC in Genf als International Advisor und von Kofi Annan in das so genannte Brahimi Panel der Vereinten Nationen berufen. Er war dann Mitglied der Internationalen Kommission zu Intervention und staatlicher SouverĂ€nitĂ€t ( ICISS ), die im Dezember 2001 ihren Bericht „The Responsibilty to Protect“ vorlegte. Ab Mitte Oktober 2008 war er Mitglied der International Commission on Nuclear Non-Proliferation and Disarmament. Er ist im Vorstand der deutschen Atlantischen Gesellschaft, Mitglied des Kuratoriums der Gesellschaft fĂŒr Sicherheitspolitik und war von 2005 an 14 Jahre Mitglied des Senats der Deutschen Nationalstiftung.

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