Die Zeiten, in denen Atomwaffen ausschlieĂlich als Mittel der Abschreckung dienten, sind weitgehend vorbei. Die groĂen AtommĂ€chte, Russland und die USA, haben ihre Arsenale auf kleinere und in regionalen konventionellen Konflikten einzusetzende Systeme umgerĂŒstet. »Man hat die Hemmschwelle fĂŒr den Ersteinsatz von Nuklearwaffen abgesenkt«, sagt Dr. Jana Puglierin. Sie ist Direktorin des Berliner BĂŒros des Think-Tanks »European Center for Foreign Relations« (ECFR). So seien die zur politischen Abschreckung dienenden Atombomben zu taktischen Kriegswaffen geworden. Das gilt fĂŒr die russischen SSCâ8 Raketen wie fĂŒr seegestĂŒtzte Mittelstreckenraketen der Vereinigten Staaten und weitere in Auftrag gegebene Systeme.
»Si vis pacem, para bellum« (»Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor«) â Gibt es Auswege aus diesem von John H. Herz beschriebenen klassischen Sicherheitsdilemma? Immerhin sind von den weltweit einst 70.000 Atomwaffen heute nur noch 14.000 geblieben. AbrĂŒstungsvertrĂ€ge und der von der ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit der Staaten unterzeichnete Atomwaffensperrvertrag haben ihren Teil dazu beigetragen.
Wie aber steht es um die »Nukleare Teilhabe« der Bundesrepublik Deutschland? Die Bundeskanzlerin betont, fĂŒr Deutschland gebe es keine Sicherheit ohne die USA. Macht dieses Bekenntnis automatisch auch den Ankauf von 40 US-amerikanischen F18-Jets notwendig, die im Einsatzfall die auf deutschem Boden lagernden amerikanischen B61-12-Atombomben transportieren mĂŒssten? Frau Dr. Puglierin ist davon ĂŒberzeugt.
Diese Folge ist eine Kooperation mit dem neuen Podcast âErststimme â Der Podcast fĂŒr alles auĂer Coronaâ des BĂŒros Bundesstadt Bonn der Konrad-Adenauer-Stiftung.






