Obwohl der bundesdeutsche Verteidigungsetat auch in den kommenden Jahren wohl der zweitgröĂte Haushaltsposten sein wird, sind auĂen- und sicherheitspolitische Themen im Bundestagswahlkampf weitgehend ausgefallen. Das beobachtet auch ARD-Washington-Korrespondentin Claudia Buckenmaier. Es war BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier, der im Vorfeld der Bundestagswahl vor der UN-Vollversammlung von einer derzeitigen geopolitischen ErnĂŒchterung gesprochen und vor einem transatlantischen Riss gewarnt hatte. Die AlleingĂ€nge in Afghanistan und beim indopazifischen Sicherheitsvertrag AUKUS, mit denen die US-amerikanische Administration unter PrĂ€sident Biden die EU-europĂ€ischen Partner in den letzten Monaten enttĂ€uscht und erzĂŒrnt hatte, lassen sich nicht mehr anders als ErschĂŒtterungen des transatlantischen VerhĂ€ltnisses beschreiben.
Aber entspricht das auch der amerikanischen Sicht? Hat man Europa in Washington gleichsam versehentlich vergessen, ist es einfach zu irrelevant, als dass man sich bei Entscheidungen, die die groĂe RivalitĂ€t zwischen den USA und China betreffen, an die europĂ€ischen Partner erinnert? Und wenn dem so ist, was folgt daraus fĂŒr die deutsche und EU-europĂ€ische Sicherheitspolitik? WĂ€ren rĂŒstungspolitische Entscheidungen, die allein die europĂ€ische SouverĂ€nitĂ€t stĂ€rken, auch aus amerikanischer Sicht wirklich noch als »starke europĂ€ische SĂ€ule« der NATO zu interpretieren?
Das sind Fragen, die Podcast-Moderator Oliver Weilandt in dieser Folge mit der Leiterin des ARD-Studios Washington, Claudia Buckenmaier bespricht. Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin ist auf sicherheitspolitische Fragen spezialisiert und beobachtet die transatlantischen Beziehungen seit Jahrzehnten aus unterschiedlichen Perspektiven.






