(23) Bundeswehr-Verband begrüßt neue Ehrlichkeit der militärischen Führung

André Wüst­ner, der Vor­sit­zen­de des Deut­schen Bun­des­wehr­ver­ban­des, ist die bekann­tes­te Stim­me der deut­schen Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten. Im Atla­tic Talk freut sich der Oberst­leut­nant über die erst­mals ehr­li­chen Wor­te der mili­tä­ri­schen und poli­ti­schen Füh­rung zum Zustand der Bun­des­wehr. »Schlecht gewapp­net« hat­ten Gene­ral­inspek­teur Eber­hard Zorn und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) die Bun­des­wehr in ihrem Posi­ti­ons­pa­pier zur »Bun­des­wehr der Zukunft« genannt. Bis­he­ri­ge Dar­stel­lun­gen hät­ten die Wirk­lich­keit sta­tis­tisch eher geschönt. Gefähr­li­che Lücken in der Flug­ab­wehr z.B. gegen rus­si­sche Hyper­schall-Flug­kör­per, unsin­ni­ge Waf­fen­be­stel­lun­gen, die Lang­sam­keit der schnel­len Ein­greif­trup­pe, die ihr Mate­ri­al in einer »Ope­ra­ti­on Läu­se­kamm« zusam­men­su­chen muss – André Wüst­ner legt scho­nungs­los den Fin­ger in man­che offe­ne Wunde. 

Im Gespräch mit Mode­ra­tor Oli­ver Wei­landt fragt der Ver­bands­vor­sit­zen­de auch, wel­chen Sinn das geplan­te deut­sche Enga­ge­ment mit der Fre­gat­te »Bay­ern« im süd-chi­ne­si­schen Meer machen sol­le. Die Sol­da­ten hät­ten sicher nichts gegen eine Aben­teu­er­rei­se mit Sushi-Früh­stück bei ange­kün­dig­ten Hafen­be­su­chen in Japan ein­zu­wen­den, hin­sicht­lich der Siche­rung von inter­na­tio­na­len Han­dels­stra­ßen und der mili­tä­ri­schen Unter­stüt­zung deut­scher Wer­te­part­ner sei­en die mari­ti­men Fähig­kei­ten hin­ge­gen wohl vor­sich­tig als eher begrenzt einzuschätzen.

André Wüst­ner benennt kon­kre­te Defi­zi­te beim Mate­ri­al (»da fehlt es an allem«) Fähig­kei­ten und Struk­tur. Der Oberst­leut­nant bit­tet und wirbt aber zugleich auch für mehr Inter­es­se an sicher­heits­po­li­ti­schen Fra­gen – in der Öffent­lich­keit, im Par­la­ment und nicht zuletzt im Kanzleramt. 

Zu Gast:

Oberstleutnant André Wüstner

Bundesvorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes e.V.

Oberstleutnant André Wüstner ist 1974 geboren und wohnt in Montabaur (Rheinland-Pfalz). Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Der gebürtige Unterfranke ist seit 1994 Soldat des Heeres und durchlief im Rahmen seines Werdegangs bereits verschiedenste Stabs-, Ausbildungs- und Führungsverwendungen auf unterschiedlichen Ebenen. Er war mehrfach in Auslandseinsätzen wie beispielsweise im Kosovo sowie in Afghanistan, wo er als unmittelbarer Vorgesetzter Verantwortung für Leib und Leben der ihm anvertrauten Soldaten auch in extremen Gefahrensituationen trug. Er hat unter anderem den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg absolviert. Von 2008 bis 2013 führte er das höchste soldatische Beteiligungsgremium beim Bundesministerium für Verteidigung, den Gesamtvertrauenspersonenausschuss. Im November 2009 haben ihn die Delegierten der 18. Hauptversammlung des Deutschen BundeswehrVerbandes zum zweiten stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Im November 2013 wählten ihn die Delegierten der 19. Hauptversammlung des Deutschen BundeswehrVerbandes zum DBwV-Bundesvorsitzenden. Die 20. Hauptversammlung wählte André Wüstner im November 2017 erneut zum Bundesvorsitzenden.

Moderation:

Oliver Weilandt

Geschäftsführer der Hörfunkagentur »Internationaler Audiodienst (iad)«

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

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