Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.
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75 JAHRE NATO

Zerreißprobe für das Transatlantische Bündnis am Beginn einer neuen Weltordnung?

75 Jahre nach ihrer Gründung sieht sich die NATO großen Herausforderungen gegenüber. Die regelbasierte Ordnung, die den Rahmen für den Umgang der Länder dieser Welt miteinander bestimmt hat, zerbröckelt an einer wachsenden systemischen Rivalität zwischen Autokratien und Demokratien. Der globale Süden lehnt sich gegen den von den USA geführten Westen und dessen Wertekanon auf. Autokratien – allen voran Russland und China – schüren und nutzen dies, um neue Spielregeln für Sicherheit in der Welt zu schaffen. Im April 2022 hatte Chinas Staatspräsident Xi Jinping einen vagen Entwurf dieser Spielregeln erstmals in seiner sogenannten „Globale Sicherheitsinitiative“ vorgestellt, die als Abkehr von der aktuellen, westlich dominierten, Weltordnung verstanden werden will.

Auf unterschiedliche Weise verleihen die Machthaber in Moskau und Beijing diesem neuen Weltbild Ausdruck. Besonders der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat unseren Blick dafür geschärft, wie ernst der Systemwettbewerb zwischen Autokratien und Demokratien ist. China hat in den letzten Jahren weltweit systematisch Abhängigkeiten gefördert, ist bereit, Handels- und Wirtschaftspolitik als geopolitisches Machtinstrument einzusetzen und droht Taiwan offen mit Invasion. Die Autokraten der Welt setzen in ihrem Kampf gegen die liberale repräsentative Demokratie zunehmend auf hybride Strategien: Sie versuchen, illegitimen Einfluss auf politische Prozesse, den öffentlichen Diskurs und Wahlen auszuüben. Diese hybriden Angriffe auf die Demokratie nutzen gerade deren Offenheit, um sie von innen heraus zu schwächen.

Wie weit sind wir vorbereitet auf eine solche Konfrontation und ist die NATO als Bündnis darauf vorbereitet, die Bündnispartner vor dieser Bedrohung zu schützen? Was erwartet uns in der Zukunft?

In dieser Veranstaltung der Deutschen Atlantischen Gesellschaft anlässlich des 75ten Geburtstags der NATO diskutieren wir diese Themen mit General a. D. Dr. h. c. Klaus Naumann, dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr und zuletzt Vorsitzenden des Militärausschusses der NATO.

 

Anmeldungen zu dieser Veranstaltung werden bis spätestens 17. Juni erbeten. Wir freuen uns darauf, Sie bei dieser Veranstaltung zahlreich begrüßen zu können.

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Veranstaltungsdetails

Datum:
20. Juni 2024
Zeit:
19:00 – 20:30

Veranstaltungsort

Wissenschaftszentrum Bonn
Ahrstraße 45
53175 Bonn
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Zu Gast:

General a.D. Dr. h.c. Klaus Naumann

Ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr

Dr. h.c. Klaus Naumann, General a.D., geboren 1939 in München, trat 1958 in die Bundeswehr ein und stieg nach Verwendungen in der Truppe, Verwendungen im Verteidigungsministerium und in der NATO Ende 1991 von der Position des Kommandierenden Generals des I. Korps in Münster zum Generalinspekteur der Bundeswehr auf.

In seine Amtszeit bis Februar 1996 fielen die Reorganisation und Reduzierung der Bundeswehr, die Auflösung und Teilintegration der Nationalen Volksarmee der früheren DDR, die innere Umstellung der Bundeswehr von Heimatverteidigung auf Einsätze im Rahmen von UN und NATO und die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr in Kambodscha, Somalia, Georgien, im Irak und auf dem Balkan.

Von Februar 1996 bis Mai 1999 war Naumann als Vorsitzender des Militärausschusses der oberste Soldat der NATO. In dieser Zeit wurde die bis Herbst 2010 gültige Strategie der NATO erarbeitet, es begann die Partnerschaft für den Frieden und die Zusammenarbeit mit Russland, die NATO nahm Polen, die Tschechische Republik und Ungarn und es begannen die Operationen in Bosnien und der Luftkrieg im Kosovo im März 1999. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand im Mai 1999 übernahm er eine Reihe ehrenamtlicher Aufgaben. In Deutschland war dies vor allem die Präsidentschaft der Clausewitz-Gesellschaft, der Deutsch-Britischen Offiziervereinigung und die Vize-Präsidentschaft der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. International wurde Naumann unter anderem vom IISS London in dessen Beirat, vom ICRC in Genf als International Advisor und von Kofi Annan in das so genannte Brahimi Panel der Vereinten Nationen berufen. Er war dann Mitglied der Internationalen Kommission zu Intervention und staatlicher Souveränität ( ICISS ), die im Dezember 2001 ihren Bericht „The Responsibilty to Protect“ vorlegte. Ab Mitte Oktober 2008 war er Mitglied der International Commission on Nuclear Non-Proliferation and Disarmament. Er ist im Vorstand der deutschen Atlantischen Gesellschaft, Mitglied des Kuratoriums der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und war von 2005 an 14 Jahre Mitglied des Senats der Deutschen Nationalstiftung.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Michael Simon

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0228 – 61 66 04
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