Der mehr als vierjährige Krieg in der UKRAINE, die Spannungen im südchinesischen Meer und rund um TAIWAN, die Konflikte und militärischen Auseinandersetzungen dieser Tage im Nahen und Mittleren Osten und vor allem die rasanten technologischen Entwicklungen u.a. im Welt- und Informationsraum zwingen uns, kommende Auseinandersetzungen, den Krieg der Zukunft, wenn auch nicht gänzlich neu, so doch in wesentlichen Aspekten konsequent zu überdenken.
Zugleich gibt es aber Konstanten und Determinanten, die nach wie vor Gültigkeit haben: So sind zum Beispiel die Geschwindigkeit und Komplexität moderner Landkriegsoperationen an die geografische Lage des Raumes und dessen Topographie, die Schnelligkeit verfügbarer Gefechtsfahrzeuge und die Verfügbarkeit hinreichender logistischer Dienstleitungen gebunden. Der erfolgreiche Einsatz maritimer Fähigkeiten erfordert die bestmögliche Kontrolle der See über und unter Wasser, der Gegenküste sowie des maritimen Luftraumes. Luftmacht ist gekennzeichnet durch Reichweite, hohe Reaktionsgeschwindigkeit und flexibles Eindringvermögen in die Tiefe gegnerischer Räume. Diese Eigenschaften setzen hochwertige technologische und organisatorische Fähigkeiten voraus. Luftmacht ist daher inhärent technologie- und informationsabhängig!
Es gilt also, das Neue und Alte präzise zu beschreiben und aus einer Analyse die notwendigen politisch-strategischen, organisatorischen, ausrüstungstechnischen und operationell-taktischen Schlüsse zu ziehen. Mit Blick auf unsere nächste Veranstaltung und unseren vortragenden Gast, den Head des Joint Air Power and Space Staff Elements im Brüsseler NATO-Hauptquartier, Herrn Brigadegeneral Volker Samanns, wollen wir deshalb die Frage beleuchten, welche Rolle den konventionellen NATO-Luftstreitkräften im Rahmen einer glaubhaften Abschreckung zukommt und wie die „Air Domain“ in einem zukünftigen Konflikt in Europa ihre tatsächlich einzigartigen Fähigkeiten den verantwortlichen Kommandeuren bzw. der politischen Leitung zur Verfügung stellen kann. Schon der Blick auf die dramatischen Veränderungen des Kriegsbildes im Ukraine-Krieg macht den dringenden Handlungsbedarf überaus deutlich. Umbau und Neuplanung des Luftverteidigungsdispositives zur Abwehr neuartiger Luftangriffsmittel, wie massenhafter Drohnen, Marschflugkörpern oder hypersonischer Angriffswaffen, sind dabei nur eine von mannigfaltigen Herausforderungen.
Deutschland als einem der wichtigsten NATO-Partner kommt hierbei eine besondere Rolle zu – wir sind für die NATO Drehscheibe und Einsatzraum gleichermaßen. Wie die Luftstreitkräfte unserer Bündnispartner, ist auch die deutsche Luftwaffe in Frieden, Krise und Krieg eng mit den Einsatz- und Führungsstrukturen des NATO-Bündnisses verbunden. Unser Thema „Bedeutung von Luftmacht in den Verteidigungsplanungen der NATO“ hat also nicht nur eine tagesaktuelle Dimension, sondern besitzt grundsätzliche Relevanz für Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit unserer Streitkräfte, ergo den Frieden im europäischen Raum.
Zu dieser Vortragsveranstaltung, die die Deutschen Atlantischen Gesellschaft zusammen mit dem RK WEST der Clausewitz-Gesellschaft, der Sektion Köln-Bonn der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V., der Bonner Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. sowie der Gemeinschaft der Flugabwehr- und Flugabwehrraketenverbände e.V. durchführen wird, laden wir Sie herzlich ein.
Anmeldungen bitte bis Mittwoch, 13. Mai 2026 an rkwest@clausewitz-gesellschaft.de (unter Angabe von Dienstgrad/Titel, Vorname, Name, Wohnort). Zum Einlass ist ein Ausweisdokument zwingend notwendig!



