Am 12. Mai 2026 diskutierte die Deutsche Atlantische Gesellschaft im ausgebuchten Bundespresseamt in Berlin die Folgen des russischen Angriffskrieges fĂŒr Europa, die Ukraine und das transatlantische VerhĂ€ltnis.
Die Veranstaltung stand unter dem Titel âZwischen UnterstĂŒtzung und ZurĂŒckhaltung: Die transatlantische Partnerschaft im Ukraine-Kriegâ. Eröffnet wurde sie von Mariam Kublashvili, die betonte, dass Sicherheitspolitik gerade fĂŒr die junge Generation kein Randthema mehr sei: Ohne Sicherheit gebe es keine Freiheit.



Unter der Moderation von Sina-Maria Schweikle, verteidigungspolitische Korrespondentin der SĂŒddeutschen Zeitung, analysierten Nico Lange, Dr. Marco Overhaus und Dr. Simon Schlegel die aktuelle militĂ€rische und politische Lage. Lange beschrieb die Situation der Ukraine als weiterhin schwierig, aber handhabbar, verwies jedoch besonders auf die massive Zerstörung der ukrainischen Energieinfrastruktur. Overhaus ordnete die Ukraine-Politik der USA unter PrĂ€sident Donald Trump als opportunistisch und zunehmend von europĂ€ischen Sicherheitsinteressen entkoppelt ein. Schlegel machte deutlich, dass die Ukraine zunehmend versuche, ihre AbhĂ€ngigkeit von den USA zu verringern und eigene militĂ€rische sowie diplomatische SpielrĂ€ume auszubauen.



Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Frage, ob Europa die strategischen Konsequenzen aus der verĂ€nderten US-Politik bereits ausreichend gezogen habe. Die Panelisten waren sich darin einig, dass Europa mehr eigene HandlungsfĂ€higkeit entwickeln mĂŒsse. Auf militĂ€rischer Ebene, sowie technologisch und politisch. Dabei ging es nicht nur um höhere Verteidigungsausgaben, sondern vor allem um eine klare strategische Zielsetzung: Welche FĂ€higkeiten braucht Europa, um die Ukraine wirksam zu unterstĂŒtzen und zugleich die eigene Sicherheit unabhĂ€ngiger von den USA zu organisieren?
In der anschlieĂenden Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, wie groĂ das Interesse an einer realistischen Einordnung der transatlantischen Beziehungen ist. Der Abend zeigte: Die UnterstĂŒtzung der Ukraine bleibt nicht nur eine Frage der SolidaritĂ€t, sondern ist eng mit der zukĂŒnftigen europĂ€ischen Sicherheitsordnung verbunden.










