Mehr als zwei Stunden Diskussion, ein voller Saal und ein Gast, der bis zur letzten Frage blieb: Der sicherheitspolitische Abend des Regionalforums Nordhessen der Deutschen Atlantischen Gesellschaft mit Roderich Kiesewetter im StĂ€ndehaus Kassel wurde zu einer intensiven Debatte ĂŒber Krieg, Freiheit und die Verantwortung Deutschlands in einer verĂ€nderten Welt.
Bereits die BegrĂŒĂung durch OberbĂŒrgermeister Dr. Sven Schoeller setzte einen besonderen Akzent. Als Schirmherr der Veranstaltung hieĂ er die GĂ€ste im StĂ€ndesaal willkommen und unterstrich mit sehr persönlichen Worten die Bedeutung solcher sicherheitspolitischen Diskussionsformate fĂŒr Kassel. Schoeller wĂŒrdigte die Arbeit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft in Nordhessen ausdrĂŒcklich und machte deutlich, dass der offene Austausch ĂŒber Sicherheit, Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit notwendig bleibt.

Klare Analyse, keine Ausweichmanöver
Im Mittelpunkt des Abends stand Roderich Kiesewetter MdB, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im AuswĂ€rtigen Ausschuss. Unter dem Titel seines Buches âWas wollen wir? Was können wir?â sprach Kiesewetter ĂŒber die sicherheitspolitische Lage Europas, den Krieg Russlands gegen die Ukraine und die Frage, ob Deutschland und Europa bereits die Konsequenzen aus der verĂ€nderten Bedrohungslage gezogen haben. Seine Botschaft war klar: Mehr Geld allein schafft noch keine Sicherheit, wenn Strukturen, Prozesse und politische PrioritĂ€ten nicht ebenso konsequent verĂ€ndert werden.
Kiesewetter gelang es in der ihm eigenen, unverwechselbaren Art, das Publikum mitzunehmen: prĂ€zise in der Analyse, klar in der Sprache und ohne ausweichende Antworten. Immer wieder kehrte er zur Grundfrage zurĂŒck, was Freiheit und Selbstbestimmung heute bedeuten und was eine Gesellschaft bereit sein muss, dafĂŒr zu tun. Besonders eindringlich war seine Formulierung, dass aus dem deutschen âNie wieder Kriegâ angesichts der Erfahrungen in der Ukraine auch ein âNie wieder wehrlosâ folgen mĂŒsse. Wer Frieden in Freiheit wolle, dĂŒrfe Wehrhaftigkeit nicht verdrĂ€ngen.
Moderiert wurde der Abend von Mariam Kublashvili, PrĂ€sidentin der Jungen Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Sie fĂŒhrte strukturiert durch Impuls, GesprĂ€ch und Publikumsdiskussion und öffnete den Raum fĂŒr zahlreiche Fragen aus dem Saal. Kiesewetter nahm sich Zeit fĂŒr jede Frage. Aus der geplanten Veranstaltung wurde so ein langer, konzentrierter Austausch, der erst nach mehr als zwei Stunden endete.

Ein Abend, der vom Mitmachen lebte
Auch das Umfeld trug zum besonderen Charakter des Abends bei. Die Buchhandlung Vietor aus Kassel war im Foyer vertreten und bot Kiesewetters Buch âWas wollen wir? Was können wir?â an. Viele GĂ€ste nutzten die Gelegenheit, ein Exemplar zu erwerben und es sich anschlieĂend vom Autor signieren zu lassen.
Auch jenseits des Podiums zeigte sich, dass die Abende der DAG Nordhessen vom persönlichen Engagement leben. Eva KĂŒhne-Hörmann, ehemalige hessische Justizministerin, ist inzwischen regelmĂ€Ăig bei den Veranstaltungen zu Gast und unterstĂŒtzt die Arbeit des Regionalforums aktiv. Ihr Mann Jan Hörmann gehört zum Team. Als beim Catering kurzfristig helfende HĂ€nde gebraucht wurden, stand Eva KĂŒhne-Hörmann kurzerhand mit hinter dem Tresen und half bei der Ausgabe der GetrĂ€nke. Das war pragmatisch, unkompliziert und passte gut zu diesem Abend: Bei der DAG Nordhessen wird nicht nur diskutiert, sondern bei Bedarf auch angepackt.
Eine PremiĂšre gab es ebenfalls: Erstmals wurde eine Veranstaltung des Regionalforums Nordhessen live ins Internet gestreamt. Das Team der Deutschen Atlantischen Gesellschaft aus Berlin sorgte dafĂŒr, dass auch Interessierte, die nicht nach Kassel kommen konnten, den Abend am Bildschirm verfolgen konnten. Die Aufzeichnung bleibt im Anschluss online verfĂŒgbar.
Am Ende stand ein Abend, der zeigte, was sicherheitspolitische Debatte leisten kann: Orientierung geben, Widerspruch zulassen, Fragen ernst nehmen und Menschen miteinander ins GesprĂ€ch bringen. Genau dafĂŒr steht die Deutsche Atlantische Gesellschaft, in Kassel, in Nordhessen und weit darĂŒber hinaus.







