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NATO 2030: Die künftige Rolle Europas – Strategische Autonomie oder transatlantische Solidarität?

Gäste:

Tjor­ven Bell­mann (Aus­wär­ti­ges Amt)
Dr. Con­stan­ze Stel­zen­mül­ler (Broo­kings Institution)

Mode­ra­ti­on: Sven­ja Sin­jen (SWuD)

Anmel­de­link: https://zoom.us/webinar/register/WN_9RuNYulkSmu3CVh44FdCYg

Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen der Rei­he fin­den Sie hier!

 

Veranstaltungsreihe NATO 2030 – Militärisch stark, Politisch geeint, Globaler orientiert

Russ­lands Aggres­si­on gegen die Ukrai­ne im Jahr 2014 und die Anne­xi­on der Halb­in­sel Krim hat die euro­päi­sche Sicher­heits­ord­nung grund­le­gend ver­än­dert. Die NATO reagier­te mit einer Neu­aus­rich­tung ihrer Stra­te­gie. Nach zwan­zig Jah­ren Fokus­sie­rung auf Kri­sen­in­ter­ven­ti­on, Sta­bi­li­sie­rung und Auf­stands­be­kämp­fung außer­halb der NATO-Gren­zen, sind Abschre­ckung und Kol­lek­ti­ve Ver­tei­di­gung wie­der ihre Haupt­auf­ga­be gewor­den. Seit­her setzt das Bünd­nis schritt­wei­se ein umfang­rei­ches Pro­gramm ins Werk, um sein Abschre­ckungs- und Ver­tei­di­gungs­dis­po­si­tiv zu erneu­ern, aller­dings unter ganz ande­ren poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Bedin­gun­gen als im Kal­ten Krieg.

Nur weni­ge Jah­re spä­ter sieht sich das west­li­che Bünd­nis einer noch grö­ße­ren und weit kom­ple­xe­ren Her­aus­for­de­rung und Bedro­hung gegen­über: Der Auf­stieg des auto­ri­tä­ren Chi­na zur Welt­macht in poli­ti­scher, wirt­schaft­li­cher, tech­no­lo­gi­scher und mili­tä­ri­scher Hin­sicht ver­än­dert das gesam­te inter­na­tio­na­le Sys­tem. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sehen in Chi­na ihren Haupt­ri­va­len und ver­la­gern ihren stra­te­gi­schen Schwer­punkt in den indo-pazi­fi­schen Raum. Dies hat signi­fi­kan­te Aus­wir­kun­gen auf die Euro­pä­er, die nun weit mehr für ihre eige­ne Sicher­heit tun müs­sen. Denn Russ­land ver­sucht wei­ter, Euro­pa und die NATO zu desta­bi­li­sie­ren, vor allem durch Des­in­for­ma­ti­on, Cyber-Angrif­fe, sub­ver­si­ve Aktio­nen und Auf­rüs­tung an Euro­pas Grenzen.

Insta­bi­li­tät und Gewalt im Süden Euro­pas, in Nord­afri­ka und im Nahen sind dar­über hin­aus wei­ter der Nähr­bo­den für Ter­ro­ris­mus und Aus­lö­ser anhal­ten­der Migra­ti­on. Der Kli­ma­wan­del hat stra­te­gi­sche Aus­wir­kun­gen auf den Wett­be­werb um Öl- und Gas­vor­kom­men und führt zu ver­stärk­ter mili­tä­ri­scher Prä­senz Russ­lands im Hohen Nor­den. Die neu­en, dis­rup­ti­ven Tech­no­lo­gien des ‚digi­ta­len Zeit­al­ters‘ wir­ken sich mas­siv auf Sicher­heit und Ver­tei­di­gung aus und auf die künf­ti­ge Orga­ni­sa­ti­on, Aus­rüs­tung und Ein­satz­grund­sät­ze von Streit­kräf­ten. Und schließ­lich bedro­hen wach­sen­de Inter­es­sen­un­ter­schie­de und auch Span­nun­gen zwi­schen ein­zel­nen Ver­bün­de­ten wie in Liby­en, in Syri­en und im öst­li­chen Mit­tel­meer den Zusam­men­halt und Hand­lungs­fä­hig­keit der NATO.

Die­se viel­fäl­ti­gen und gleich­zei­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen ver­lan­gen von der Alli­anz vor allem Einig­keit und Geschlos­sen­heit und daher ver­stärk­te poli­ti­sche Kon­sul­ta­ti­on und Abstim­mung unter allen Ver­bün­de­ten. Ange­sto­ßen durch die „Hirn­tod-Vor­wür­fe“ des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Macron haben sie denn auch einen inter­nen Refle­xi­ons­pro­zess initi­iert, wie das Bünd­nis wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den soll, damit es sei­nen Haupt­zweck – Sicher­heit und Sta­bi­li­tät für alle Bünd­nis­part­ner – auch unter den dras­tisch ver­än­der­ten stra­te­gi­schen Bedin­gun­gen erfül­len kann. Gene­ral­se­kre­tär Stol­ten­berg hat sich dazu der Unter­stüt­zung einer Exper­ten­grup­pe ver­si­chert, die ihre Emp­feh­lun­gen im Novem­ber 2020 vor­ge­legt hat. Auf deren Grund­la­ge wer­den seit­her NATO-intern Vor­schlä­ge für die Staats- und Regie­rungs­chefs ent­wi­ckelt, die bei ihrem Tref­fen im Juni 2021, erst­mals mit dem neu­en ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Biden, Wei­sung für ein neu­es Stra­te­gi­sches Kon­zept der NATO ertei­len wer­den, das die Haupt­auf­ga­ben­fel­der einer „NATO 2030“ benennt.

Wir wol­len die wich­tigs­ten Her­aus­for­de­run­gen und daher die Kern­the­men, denen sich die Alli­anz auf ihrem Weg zur NATO 2030 wid­men muss, im Ein­zel­nen dis­ku­tie­ren und fra­gen, wie sich Euro­pa und Deutsch­land posi­tio­nie­ren soll­ten, um einen neu­en trans­at­lan­ti­schen Kon­sens mit den USA zu erzielen.

Wir wür­den uns freu­en, Sie bei die­ser Ver­an­stal­tungs­rei­he ver­schie­de­ner Regio­nal­krei­se der DAG begrü­ßen zu dür­fen, für die wir als Koope­ra­ti­ons­part­ner die Zeit­schrift SIRIUS der Stif­tung Wis­sen­schaft und Demo­kra­tie (SWuD) gewin­nen konn­ten. Ein­la­dun­gen zu den Ein­zel­ter­mi­nen erhal­ten Sie jeweils zeitgerecht.

 

 

 

 

 

Details

Datum:
30. Juni 2021
Zeit:
17:30 – 18:30
Website:
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Veranstalter

SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen
Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

Veranstaltungsort

Online-Veranstaltung
Moderation:

Svenja Sinjen

Stiftung Wissenschaft und Demokratie (SWuD)

Svenja Sinjen leitet seit Juli 2018 das Projekt „Global Transformation & German Foreign Policy“ bei der Stiftung Wissenschaft und Demokratie (SWuD) in Berlin. Sie arbeitet schwerpunktmäßig zu außen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen, sowie zu den transatlantischen Beziehungen und zur NATO.

Zuvor war sie u.a. Leiterin des „Berliner Forum Zukunft” im Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Politische Wissenschaft der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel und Visiting Research Fellow am Department of Defense and Strategic Studies der Southwest Missouri State University in Springfield, MO/USA.

Sie hat Politikwissenschaft, Öffentliches Recht sowie Mittlere und Neuere Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel studiert und ist Vorstandsmitglied (Beisitzer) der Deutschen Atlantischen Gesellschaft (DAG) sowie Mitglied von Women in International Security Deutschland (WIISde).

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Elisabet Tsirkinidou M.A.

Büroleitung · Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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