Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(29) NATO-Zukunfts-Strategien – Teil A: eine Bestandsaufnahme

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Bis zum Juni 2022 wollen die NATO-Mitglieder eine gemeinsame Strategie fĂŒr das bevorstehende Jahrzehnt erarbeitet haben. Der vorbereitende Prozess dazu lĂ€uft auf Hochtouren. Im November will der von GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg eingesetzte Expertenrat fĂŒr die anstehenden NATO-Reformen seinen Abschlussbericht vorlegen. Eckpunkte hatte der GeneralsekretĂ€r schon in der Zukunfts-Agenda 2030 zusammengefasst.

In einem zweiteiligen GesprĂ€ch mit Moderator Oliver Weilandt analysiert Generalleutnant a.D. Heinrich Brauß die strategische Zukunftsplanung der NATO. Von Oktober 2013 bis Juli 2018 war Heinrich Brauß »Beigeordneter GeneralsekretĂ€r der NATO fĂŒr Verteidigungspolitik und StreitkrĂ€fteplanung im Internationalen Stab der NATO in BrĂŒssel«. Die FĂ€higkeit trotz unterschiedlicher Interessen ĂŒber die wechselvollen Jahrzehnte der Geschichte immer wieder zu einer gemeinsamen Strategie zu finden, hĂ€lt Heinrich Brauß fĂŒr das Gravitationszentrum des transatlantischen BĂŒndnisses. Droht genau das aber im Moment an der GrĂ¶ĂŸe der neuen Aufgaben zu zerbrechen? 

Die klimabedingte Erdzerstörung und globale Gesundheitsbedrohungen haben den Sicherheitsbegriff grundlegend verĂ€ndert. Da sind die neuen disruptiven Technologien, bei deren Entwicklung insbesondere Europa weit hinterherhinke. Da sind die bleibenden Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus und seit 2014 durch die aggressive Politik Russlands. Über allem stehen die innerhalb der NATO grundsĂ€tzlich divergierenden Bewertungen des geoökonomisch basierten Aufstieg Chinas zu einer auch militĂ€rischen Weltmacht. All das lĂ€sst den Umbruch, vor dem die NATO steht, epochal erscheinen. Aber wĂ€re nicht ein sogar militĂ€rischer Ausgleich zwischen den USA und China auf Augenhöhe die beste Option, um militĂ€rische Auseinandersetzungen zu verhindern? Ist die Strategie der NATO nicht Jahrzehnte dieser Doktrin gefolgt, um Frieden zu sichern? Diesen Fragen widmet sich der Teil A unseres GesprĂ€chs.Der erfahrene NATO-Stratege Heinrich Brauß wird in einem zweiten Teil des GesprĂ€chs (online ab dem 18. November) mit sehr detailreichen ErlĂ€uterungen auf die einzelnen Punkte der NATO-Agenda 2030 eingehen und die jĂŒngsten BeschlĂŒsse der Herbstkonferenz der NATO-Verteidigungsministerinnen und ‑Minister kommentieren. Wie will die NATO die Einsatzzeiten der Schnellen Eingreiftruppe verringern, welche Infrastrukturmaßnahmen muss sie dazu mit der EU kooperativ zu vereinbaren suchen? Wie sind Einheiten zu sichern, die im Krisenfall an vorderster Front stĂŒnden, in einem Kriegsfall aber kaum zu schĂŒtzen sind? Geht es nach den jĂŒngsten NATO-BeschlĂŒssen zur Verzahnung von militĂ€rischen und zivilen Bereichen der Gesellschaft, dann werden die europĂ€ischen Partner in der NATO ihre Handels- und Wirtschaftspolitik kĂŒnftig stĂ€rker den sicherheitspolitischen Überlegungen unterordnen mĂŒssen als bisher. Wollen oder mĂŒssen die Partner in der NATO diesen Weg einschlagen? Wie werden die großen Linien der Geopolitik sich im Kleingedruckten der NATO-Zukunfts‑, Planungs- und StrategiestĂ€be widerspiegeln? 

Zu Gast:

Generalleutnant a.D. Heinrich Brauß

Ehemaliger Beigeordneter NATO-GeneralsekretĂ€r fĂŒr Verteidigungspolitik und StreitkrĂ€fteplanung (2013 – 2018)

Heinrich Brauß ist Generalleutnant a. D. der Bundeswehr, Leiter der jĂ€hrlichen NATO Talk-Konferenz der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und seit Oktober 2018 Senior Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik (DGAP) in Berlin. General Brauß war von Oktober 2013 bis Juli 2018 Beigeordneter NATO-GeneralsekretĂ€r fĂŒr Verteidigungspolitik und StreitkrĂ€fteplanung (Assistant Secretary General for Defence Policy and Planning) im Internationalen Stab der NATO in BrĂŒssel wie auch Vorsitzender des Defence Policy and Planning Committee des Nordatlantikrats. Er ist ĂŒberdies Verfasser der DAG-Publikation NATO 75 – Entwicklung · Erfolge · Herausforderungen.

Moderation:

Oliver Weilandt

GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Hörfunkagentur Internationaler Audiodienst (iad)

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dario Weilandt

Leiter Kommunikation und Digitale Medien
LennĂ©straße 11 · 10785 Berlin
030 20649-134
030 20649-136
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