(16) Russland: aggressiv oder angezählt? Wütende Regionalmacht oder Global Player?

Was genau ist da eigent­lich pas­siert zwi­schen den hoff­nungs­vol­len Jah­ren von Glas­nost, der Pere­stroi­ka und heu­te? Das aktu­el­le The­men­feld in einem Atlan­tic Talk zu Russ­land ist schlicht­weg rie­sig. Da ist der aktu­el­le Krieg um Berg­ka­ra­bach, da sind die Krie­ge in Syri­en und Liby­en, die fol­gen­rei­che Beset­zung der Krim und der Ukrai­ne-Kon­flikt, die noch zurück­hal­ten­de rus­si­sche Unter­stüt­zung von Prä­si­dent Luka­schen­ko in Bela­rus. Zur Außen­po­li­tik Russ­lands gehört aber auch die Dop­pel­ge­sich­tig­keit von Abrüs­tung und Auf­rüs­tung, der Streit mit der NATO um den INF- sowie den New-START-Ver­trag.

Hat die rus­si­sche Gesell­schaft die gro­ße Frie­dens­pha­se nach dem Ende des Kal­ten Krie­ges viel­leicht ganz anders erlebt? Hat »der Wes­ten« gera­de zwi­schen 1990 und 2010 die Früch­te der Annä­he­rung ver­fau­len las­sen und eine ech­te Inte­gra­ti­on Russ­lands durch Selbst­herr­lich­keit oder Selbst­be­schäf­ti­gung ver­spielt? Dann trü­ge der Wes­ten Mit­ver­ant­wor­tung für die grund­le­gen­de Abkehr Russ­lands von Euro­pa. Oder liegt der aggres­si­ven Destruk­ti­vi­tät rus­si­scher Außen­po­li­tik, den Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen und Cyber­an­grif­fen, Wahl­ma­ni­pu­la­tio­nen und Hacker­an­grif­fen vor allem die Angst vor inne­ren Auf­stän­den, die Angst vor der Stra­ße zugrun­de? Ist es Angst, die den rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin und sein anti­li­be­ra­les Olig­ar­chen-Sys­tem dazu ver­lei­tet, Euro­pa im Namen eines hei­li­gen und ewi­gen Russ­lands die kal­te Schul­ter zu zei­gen – und Kri­ti­ker die­ses neu­en »ewi­gen« Russ­lands in den Tod zu schi­cken?

Host und Mode­ra­tor Oli­ver Wei­landt geht die­sen Fra­gen im Gespräch mit dem Poli­to­lo­gen Dr. Ste­fan Meis­ter nach. Ste­fan Meis­ter hat Poli­tik­wis­sen­schaft und Ost­eu­ro­päi­sche Geschich­te an den Uni­ver­si­tä­ten Jena, Leip­zig und Nisch­ni Now­go­rod stu­diert. Er war meh­re­re Jah­re Lei­ter des Robert-Bosch-Zen­trums für Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa, Russ­land und Zen­tral­asi­en, außer­dem Pro­gramm­lei­ter für Ost­eu­ro­pa, Russ­land und Zen­tral­asi­en der Deut­schen Gesell­schaft für Aus­wär­ti­ge Poli­tik sowie Seni­or Poli­cy Fel­low im Wider Euro­pe Team des Euro­pean Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons. Seit Juli 2019 lei­tet Ste­fan Meis­ter das Büro der Hein­rich-Böll-Stif­tung in der geor­gi­schen Haupt­stadt Tif­lis, von wo aus er auch für Arme­ni­en und Aser­bai­dschan zustän­dig ist.

Zu Gast:

Dr. Stefan Meister

Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tiflis, Georgien

Dr. Stefan Meister ist ein deutscher Politologe. Er studierte Politikwissenschaft und Osteuropäische Geschichte an den Universitäten Jena, Leipzig und Nischni Nowgorod. Von 2004 bis 2007 forschte er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er 2007 zum Thema der Transformation des russischen Wissenschafts- und Hochschulwesens promovierte. Von Januar 2017 bis März 2019 war er Leiter des Robert Bosch-Zentrums für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien. Seit Juli 2019 ist er Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tiflis, Georgien.

Moderation:

Oliver Weilandt

Geschäftsführer der Hörfunkagentur »Internationaler Audiodienst (iad)«

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

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