Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(33) Indien – Zwischen Blockfreiheit und pragmatischen Partnerschaften

Tobias Scholz, Indienexperte im PhD-joint Programm des King’s College London und der National University of Singapore, analysiert Indiens wachsende Bedeutung als geopolitischer und ökonomischer Global Player und strategischer Partner. 

Wird das 21. Jahrhundert das „indische Jahrhundert“? Premierminister Narendra Modi jedenfalls hat das bereits erklärt. Vielleicht ist das etwas großspurig, aber immerhin: Indiens geopolitische Bedeutung ist zuletzt immens gewachsen, gerade auch vor dem Hintergrund der zunehmend schärferen Konkurrenz zwischen den USA und China. 

„Apotheke der Welt“, „Büro der Welt“ und „Satellitenrampe der Welt“ sind Synonyme für das technisch weit fortgeschrittene und exportorientierte Indien, das über Atomwaffen ebenso verfügt wie über das zweitgrößte Heer der Welt. Zugleich schwankt das bald bevölkerungsreichste Land der Erde auch unter seinem Premierminister und dessen hindunationalistischer Bharatiya Janata Party (BJP) fortwährend zwischen langsamer Öffnung und konstanter Abschottung seiner Wirtschaft. Nach wie vor bestimmt das Motto „Make in India“ Indiens Ökonomie. Wird Narendra Modi Indien mit diesem Kurs zu der Großmacht umgestalten können, die zu werden er den bald 1,4 Milliarden Inderinnen und Indern verspricht? 

Auch darüber spricht Moderator Oliver Weilandt in dieser Ausgabe des Atlantic Talk Podcasts mit Tobias Scholz, der im Rahmen eines PhD-joint-Programms am King’s‑Collage London und an der National University of Singapore promoviert. Sein Thema: „Kontinuität und Wandel in der indischen Außen- und Sicherheitspolitik“. Der Konflikt Indiens mit Pakistan und China um die stark umstrittene Region Kaschmir in den 4.000 bis 5.000 Meter hohen Bergen des Himalayas spielt darin eine ebenso große Rolle wie Indiens und Chinas konkurrierenden maritimen Ansprüche im Indopazifik. 

Während sich das traditionell „blockfreie“ Indien auch heute von festen Allianzen fernzuhalten versucht, zeigt unser Gast auf, wie sehr sich das Land in Wirklichkeit eben doch längst in gleichzeitig mehrere Abhängigkeiten begeben hat: mit Waffensystemen aus Russland, wirtschaftlicher Abhängigkeit von China und Heranrücken an das westlich orientierte Bündnis der Quad-Gruppe.

So werde Indien tatsächlich ein zunehmend wichtiger Global Player, der „pragmatische Partnerschaften“ eingeht und dabei „den absoluten Luxus hat, dass alle mit Indien gut klarkommen wollen“. 

Zu Gast:

Tobias Scholz

PhD Student in Contemporary India Studies am King's College London und der National University of Singapore

Tobias Scholz promoviert im Rahmen eines PhD-joint-Programms am King‘s-College London und an der National University of Singapore. Sein Thema: „Kontinuität und Wandel in der indischen Außen- und Sicherheitspolitik“. Er hat einen M.A. in Internationalen Beziehungen von der Freien Universität Berlin, der Humboldt Universität und der Universität Potsdam und erwarb seinen B.A. an der Georg-August Universität Göttingen. Von 2019-2020 war er als Projekt-Assistent in der Digitalen Kommunikation bei der Münchner Sicherheitskonferenz tätig, 2018 arbeitete er mit dem Südasien-Experten Dr. habil. Christian Wagner bei der SWP und 2016 in der Forschungsgruppe Asien beim German Institute of Global and Area Studies (GIGA).

Moderation:

Oliver Weilandt

Geschäftsführer der Hörfunkagentur »Internationaler Audiodienst (iad)«

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

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