Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Desinformation und Extremismus

Von Pandemie, Social Media und Verschwörungstheorien zur hybriden Bedrohungslage

Seit der COVID-19-Pandemie stehen Politik, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden vor einer Entwicklung, die sich nur schwer in klassische Extremismuskategorien einordnen lässt. Ereignisse wie der Sturm auf den Reichstag im August 2020 oder die Aufdeckung der mutmaßlichen Umsturzpläne der Patriotischen Union im Jahr 2022 haben gezeigt, dass sich neue Formen politischer Radikalisierung und Mobilisierung herausbilden. Dabei treten Akteursgruppen in Erscheinung, die sich aus unterschiedlichen politischen und ideologischen Milieus zusammensetzen und durch gemeinsame Verschwörungserzählungen, Desinformation sowie ihre Vernetzung über soziale Medien verbunden sind.

Zwischen Querdenken-Bewegung, Reichsbürger-Szene und internationalen Verschwörungsnarrativen wie QAnon entstehen hybride Netzwerke, die traditionelle Grenzen zwischen politischem Extremismus, Verschwörungsglauben und digitaler Mobilisierung zunehmend verschwimmen lassen. Dies wirft grundlegende sicherheitspolitische auf: Handelt es sich hierbei um eine neue hybride Bedrohungslage? Welche Rolle spielen soziale Medien bei Radikalisierungsprozessen? Und welchen Einfluss haben Desinformation und digitale Kommunikationsräume auf die Entstehung politischer Gewalt?

Der Vortrag geht diesen Fragen anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nach. Er zeichnet die Radikalisierung und Vernetzung heterogener Online-Milieus vom Sturm auf den Reichstag bis zum Umsturzversuch der Patriotischen Union empirisch nach und ordnet diese Entwicklungen in die Forschung zu Extremismus, politischer Gewalt und digitaler Kommunikation ein. Darüber hinaus werden zentrale Konzepte wie Radikalisierung durch soziale Medien, Radikalisierung unabhängig von sozialen Medien sowie die Wirkungsmechanismen von Desinformation verständlich erläutert.

Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, das erworbene Wissen in einer praktischen Übung anzuwenden. Gemeinsam werden typische Strategien und Muster der Verbreitung von Desinformation in sozialen Medien analysiert, um deren Erkennung und kritische Einordnung im digitalen Alltag zu stärken.

Jetzt anmelden

Tribe Loading Animation Image

Sind Sie bereits angemeldet?

Hier können Sie Ihre Anmeldung bearbeiten.

Veranstaltungsdetails

Datum:
7. September 2026
Zeit:
18:00 – 19:30

Veranstalter

Veranstaltungsort

MAXX Steigenberger
Allee nach Sanssouci 1
14471 Potsdam
in Google anzeigen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Zu Gast:

Leoni Heyn

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin in der Terrorismus- und Radikalisierungsforschung am ISPK, Uni Kiel & am Institut für Sozialwissenschaften der CAU

Leoni Heyn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin in der Terrorismus- und Radikalisierungsforschung am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) sowie am Institut für Sozialwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Themen Desinformation, Verschwörungstheorien, soziale Medien und Radikalisierung sowie der Entstehung extremistischer Online-Netzwerke.

In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sie sich insbesondere mit den Verbindungen zwischen Querdenken, Reichsbürgern, QAnon und anderen anti-staatlichen Milieus. Ihre Forschung wurde auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen vorgestellt und in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Durch ihre Beschäftigung mit digitalen Radikalisierungsprozessen und hybriden Bedrohungen zählt sie zu den jungen Expertinnen auf dem Gebiet des Anti-Government Extremism in Deutschland.

Moderation:

Christina Bachmann

Podcasterin und Moderatorin

Christina Bachmann ist Host des sicherheitspolitischen Podcasts „Zeitenwende“ und moderiert regelmäßig Gespräche mit Expertinnen und Experten aus Politik, Bundeswehr, Wissenschaft und Gesellschaft. In ihren Formaten beschäftigt sie sich insbesondere mit Fragen der deutschen und europäischen Sicherheitspolitik, der Zeitenwende sowie aktuellen geopolitischen Entwicklungen.