Die transatlantische Freundschaft ist keine Selbstverständlichkeit: Die Delegationsreise der Deutschen Atlantischen Gesellschaft sorgt für Verständigung

Washing­ton, D.C. – Mit­ten in eine durch die Impeach­ment-Anhö­run­gen gegen Donald Trump in Auf­ruhr gera­te­ne Haupt­stadt ent­sand­te die DAG auch in die­sem Jahr eine Dele­ga­ti­on von vier­zehn enga­gier­ten Trans­at­lan­ti­ke­rin­nen und Trans­at­lan­ti­kern. Vom 18. bis zum 21. Novem­ber traf sich die Dele­ga­ti­on mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern zahl­rei­cher Think­tanks und wur­de unter ande­rem in der deut­schen Bot­schaft, im Pen­ta­gon und von einem Ver­tre­ter im Natio­nal Secu­ri­ty Coun­cil des Wei­ßen Hau­ses emp­fan­gen.

Die Grup­pe setz­te sich zusam­men aus Mit­glie­dern des DAG- und des YATA-Vor­stands, aus YATA-Mit­glie­dern, Ver­tre­tern des Mili­tärs aus dem BMVg und der Ver­tre­tung bei der NATO und EU, einem Exper­ten des Insti­tuts für Sicher­heits­po­li­tik Uni­ver­si­tät Kiel (ISPK) sowie aus Exper­tin­nen der Hanns-Sei­del-Stif­tung und des Ger­man Mar­shall Fund of the United Sta­tes (GMF), die als Teil­neh­me­rin­nen des „Young Lea­ders in Secu­ri­ty Policy“-Programms der Bun­des­aka­de­mie für Sicher­heits­po­li­tik (BAKS) dabei waren. Bei der Rei­se ging es dar­um, den Zustand der trans­at­lan­ti­schen Bezie­hung zu eva­lu­ie­ren, gegen­sei­ti­ge Stand­punk­te zu ver­ste­hen und die Bezie­hung wei­ter­hin zu ver­tie­fen und vor­an­zu­brin­gen. Beson­de­rer Fokus der dies­jäh­ri­gen Dele­ga­ti­on war jedoch die Betei­li­gung jün­ge­rer Trans­at­lan­ti­ke­rin­nen und Trans­at­lan­ti­kern und die För­de­rung des Enga­ge­ments für die trans­at­lan­ti­sche Part­ner­schaft bei zukünf­ti­gen Genera­tio­nen. Dazu trug auch bei, dass im Rah­men des 2019 zum ers­ten Mal aus­ge­lob­ten Jür­gen Bor­n­e­mann NATO’s Future-Prei­ses der Gewin­ner, ein jun­ger Glo­bal-Gover­nan­ce Stu­dent, an der Rei­se teil­neh­men konn­te.

Im Vor­feld des Pro­gramms tra­fen sich die mit­rei­sen­den Mit­glie­der des YATA-Vor­stands in Washing­ton D.C. mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern von Think­tanks und Orga­ni­sa­tio­nen sowie deren Young Lea­ders Pro­gramm­lei­te­rin­nen, um über die Mög­lich­kei­ten von Koope­ra­tio­nen im Bereich der Jugend- und Frau­en­för­de­rung in der Bran­che der Sicher­heits­po­li­tik, aber auch über die trans­at­lan­ti­schen Bezie­hun­gen zu spre­chen. Mit von der Par­tie waren Rebec­ca Hers­man, Seni­or Advi­sor im Inter­na­tio­nal Secu­ri­ty Pro­gram des Cen­ter for Stra­te­gic and Inter­na­tio­nal Stu­dies (CSIS), Michel­le She­vin-Coetzee, Direk­to­rin von Women in Inter­na­tio­nal Secu­ri­ty (WIIS) Washing­ton, D.C., und Lau­ra Hope, Lei­te­rin des Young-Trans­at­lan­tic-Lea­ders Pro­gramm des GMF.
Den Beginn des vol­len Pro­gramms mach­ten drei Brie­fings in der deut­schen Bot­schaft zum Stand der U.S.-Deutschlandpolitik in diplo­ma­ti­scher, wirt­schaft­li­cher und mili­tä­ri­scher Hin­sicht. Danach war die Dele­ga­ti­on, teil­wei­se auch auf dem Podi­um, zur Teil­nah­me an Round­ta­bles und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen beim U.S.-Gegenstück der DAG, dem Atlan­tic Coun­cil und beim GMF ein­ge­la­den. Wäh­rend es hier um die trans­at­lan­ti­schen und die deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Bezie­hun­gen ging, wid­me­te man sich abends beim Hud­son Insti­tu­te zusam­men mit der Hanns-Sei­del-Stif­tung Washing­ton dem The­ma „Geo­po­li­tics and Stra­te­gic Sta­bi­li­ty in Euro­pe“. Zu die­ser öffent­lich bewor­be­nen Ver­an­stal­tung stie­ßen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus der sicher­heits­po­li­ti­schen Com­mu­ni­ty Washing­tons hin­zu.

Tag 2

Am zwei­ten Tag begeg­ne­te die Dele­ga­ti­on der BAKS und ihrem Prä­si­den­ten, Bot­schaf­ter Ekke­hard Bro­se, der zur sel­ben Zeit auf einer USA-Rei­se war. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer brach­ten sich rege in die Work­shop-Serie „The U.S. and Ger­ma­ny: Part­ners­hip under Stress“ ein, die das Ame­ri­can Insti­tu­te for Con­tem­pora­ry Ger­man Stu­dies (AICGS) der Johns Hop­kins Uni­ver­si­tät zusam­men mit der BAKS orga­ni­siert hat­te. Nach einem kur­zen, pro­duk­ti­ven Gespräch im Cen­ter for Euro­pean Poli­cy Ana­ly­sis (CEPA) zur Stra­te­gie der NATO an ihren öst­li­chen und süd­öst­li­chen Gren­zen, hat­te die Dele­ga­ti­on am Abend die Ehre, zusam­men mit der BAKS vom deut­schen Hee­res­at­ta­ché in Washing­ton, Oberst i.G. Ste­fan Weber, zu einem Din­ner im Army und Navy Club emp­fan­gen zu wer­den.
Am letz­ten Tag bekam die Dele­ga­ti­on zunächst ein ernüch­tern­des Brie­fing von Craig Ken­ne­dy, dem ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten des GMF, zur Rea­li­tät des bei­der­seits des Atlan­tiks schwin­den­den gesell­schaft­li­chen Rück­halts für die trans­at­lan­ti­sche Freund­schaft. Danach ging es zu auf­schluss­rei­chen Gesprä­chen ins Pen­ta­gon und zum United Sta­tes Insti­tu­te of Peace (USIP), einer vom Kon­gress finan­zier­ten Ent­wick­lungs­hil­fe-Orga­ni­sa­ti­on. Beim CSIS unter­hielt sich die Dele­ga­ti­on mit einer Exper­tin und einem Exper­ten zu Chi­na und neu­en Tech­no­lo­gien. Im ARD-Stu­dio Washing­ton konn­ten anschlie­ßend die media­le Per­spek­ti­ve auf den Zustand der trans­at­lan­ti­schen Bezie­hun­gen ein­ge­nom­men und Ein­bli­cke in die aktu­el­len Gescheh­nis­se um das mög­li­che Impeach­ment-Ver­fah­ren gegen Donald Trump gewon­nen wer­den. Den Höhe­punkt der Rei­se bil­de­te zum Abschluss ein Gespräch mit einem Ver­tre­ter des Natio­nal Secu­ri­ty Coun­cil im Wei­ßen Haus zu inter­na­tio­na­ler und ame­ri­ka­nisch-rus­si­scher Rüs­tungs­kon­trol­le sowie U.S.-Sicherheitspolitik in Euro­pa und dem Nahen Osten.

Die Wichtigkeit Transatlantischer Partnerschaftsarbeit

Die Dele­ga­ti­ons­rei­se hat noch­mals deut­lich gemacht: Die trans­at­lan­ti­sche Freund- und Part­ner­schaft ist in der Welt von heu­te kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr.
Es ist nach wie vor zwar so, dass die Part­ner vie­le Wer­te und gar Zie­le tei­len, dass die Arbeits- und Ver­wal­tungs­ebe­nen nach wie vor rege und gut zusam­men­ar­bei­ten, und dass Exper­ten und Exper­tin­nen beto­nen wie wich­tig die trans­at­lan­ti­sche Bin­dung in einer sich geo­stra­te­gisch ändern­den Welt für eine libe­ra­le, regel­ba­sier­te inter­na­tio­na­le Ord­nung ist. Doch ist es auch Rea­li­tät, dass die Vor­stel­lun­gen dar­über, wie gemein­sa­me Wer­te gelebt und Zie­le erreicht wer­den kön­nen schon seit län­ge­rem aus­ein­an­der­ge­hen. Wie auf der Rei­se bespro­chen wur­de sehen zudem die Bevöl­ke­run­gen der USA und Deutsch­lands die Bezie­hun­gen zum jeweils ande­ren Land in einem ganz unter­schied­li­chen Licht. Wäh­rend die Deut­schen die Bezie­hun­gen zu Ame­ri­ka als schwer belas­tet emp­fin­den, hal­ten die U.S.-Amerikaner das Ver­hält­nis zu Deutsch­land für unver­än­dert posi­tiv. Poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Rea­li­tät sind auch Donald Trumps vor­wurfs­vol­le Außen- und Han­dels­po­li­tik auf der einen Sei­te, Anti-Ame­ri­ka­nis­mus auf der ande­ren und eine her­an­wach­sen­de Genera­ti­on mit bedeu­tend weni­ger Erfah­run­gen aus ers­ter Hand im euro­pä­isch-ame­ri­ka­ni­schem Aus­tausch.
Die trans­at­lan­ti­sche Freund­schaft ist kein Auto­ma­tis­mus mehr. Daher sind Dele­ga­ti­ons­rei­sen wie die der DAG so wert­voll. Die Ver­bin­dun­gen pfle­gen, neue knüp­fen, Ver­ständ­nis schaf­fen und ebe­nen­über­grei­fend offen mit­ein­an­der reden, all das wur­de hier­bei geför­dert. Was jedoch eine der größ­ten und wich­tigs­ten Auf­ga­ben dabei ist, ist die neue Genera­ti­on auf bei­den Sei­ten des Atlan­tiks für das The­ma, für die Pro­ble­me und Mög­lich­kei­ten zu sen­si­bi­li­sie­ren. Die jun­gen Trans­at­lan­ti­ke­rin­nen und Trans­at­lan­ti­ker müs­sen ein­be­zo­gen wer­den in den eta­blier­ten Dia­log, um mit ihren Vor­schlä­gen und Ideen die Part­ner­schaft zu erhal­ten und sinn­voll vor­an­zu­trei­ben. Das gilt gera­de in Bezug auf neue Her­aus­for­de­run­gen, die erst in den letz­ten 20 bis 30 Jah­ren ent­stan­den sind. Die Dele­ga­ti­ons­rei­se der DAG leis­te­te dazu einen wert­vol­len Bei­trag.

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Kamala Jakubeit MSSc

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