Killerroboter – Überlegungen zum zukünftigen Umgang mit automatisierten Waffensystemen

Das YATA-Mit­glied Maxi­mi­li­an Kret­sch­mann berich­tet von der Tagung zur Auto­no­men Waf­fen­sys­te­men der Evan­ge­li­sche Aka­de­mie Loc­cum.

Der Name der Stadt Reh­burg-Loc­cum soll­te jeden ver­tei­di­gungs­po­li­tisch Inter­es­sier­ten auf­hor­chen las­sen – Denn wenn die Evan­ge­li­sche Aka­de­mie Loc­cum zu einer Ihrer hoch ange­se­he­nen Tagun­gen ein­lädt, rei­sen Exper­tIn­nen aus zahl­rei­chen Län­dern in die beschau­li­che Stadt an, um kon­tro­vers und unter »Chat­ham House Rules« zu dis­ku­tie­ren. Umso erfreu­li­cher, dass die Evan­ge­li­sche Aka­de­mie Loc­cum auch der YATA Ger­ma­ny eini­ge Frei­plät­ze für die dies­jäh­ri­ge Kon­fe­renz ange­bo­ten hat.

Begon­nen hat die drei­tä­gi­ge Tagung am Anrei­se­tag, dem 27. Janu­ar 2020, mit einer Ein­füh­rung in das The­ma Leta­ler Auto­no­mer Waf­fen-Sys­te­me (sog. »LAWS«) und den Fokus auf die zum Teil sehr unter­schied­li­chen Begriffs­ver­ständ­nis­se und Defi­ni­tio­nen unter und zwi­schen den Staa­ten, wel­che seit eini­gen Jah­ren in Genf in der Kon­ven­ti­on über bestimm­te kon­ven­tio­nel­le Waf­fen (Con­ven­ti­on on cer­tain Con­ven­tio­nal Wea­pons, sog. »CCW«) an einer völ­ker­recht­li­chen Eini­gung arbei­ten.

Wei­ter ging es mit einer Ein­heit zum Ein­fluss des unauf­halt­sa­men tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts, sowie den mili­tä­ri­schen Anfor­de­run­gen und Bedürf­nis­se auf die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung auto­no­mer Waf­fen­sys­te­me. Abge­run­det wur­de der ers­te Tagungs­tag mit einer Aus­ein­an­der­set­zung zu den Aus­wir­kun­gen und Kon­se­quen­zen der Ent­wick­lung auto­no­mer Waf­fen­sys­te­me auf das inter­na­tio­na­le Mäch­te­gleich­ge­wicht, das Huma­ni­tä­re Völ­ker- und Kriegs­recht, sowie die Frie­dens­ethik – unter ande­rem mit der Sze­ne wohl bekann­ten Panelis­ten wie Dr. Frank Sau­er (@drfranksauer) und Dr. Hen­ning Lah­mann. Anschlie­ßend folg­te ein gemüt­li­cher Aus­klang auf der Gale­rie.

Am Fol­ge­tag beschäf­tig­ten sich die Teil­neh­me­rIn­nen mit den diplo­ma­ti­schen Vor­gän­gen und Erwar­tun­gen auf der CCW in Genf und der Suche nach Leh­ren aus ande­ren Rüs­tungs­kon­troll- und Rüs­tungs­ver­bots­ver­trä­gen, ins­be­son­de­re aus dem Bio­waf­fen­über­ein­kom­men und kon­ven­tio­nel­ler Waf­fen­kon­trol­le. Nach der Mit­tags­pau­se ging es sport­lich wei­ter mit einem Mara­thon der Ideen für zen­tra­le Bau­stei­ne eines zukünf­ti­gen Rechts­rah­mens, nament­lich der Ope­ra­tio­na­li­sie­rung mensch­li­cher Kon­trol­le (sog. »mea­ning­ful human con­trol«), der Ver­trau­ens­bil­dung durch Zer­ti­fi­zie­rung von LAWS, der Inte­gra­ti­on aller Sta­ke­hol­der und einer effek­ti­ven Rüs­tungs­kon­trol­le.

Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis der ver­schie­de­nen Posi­tio­nen nah­men die Teil­neh­me­rIn­nen im anschlie­ßen­den »Fore­sight-Work­shop« die Rol­len ver­schie­de­ner Inter­es­sen­grup­pen ein und ver­such­ten aus für sie unge­wöhn­li­chen Per­spek­ti­ven her­aus Vor­schlä­ge für ein zukünf­ti­ges Rege­lungs­sys­tem über LAWS zu ent­wi­ckeln.
Die Ergeb­nis­se wur­den am Mor­gen des nächs­ten Tages vor­ge­stellt und kon­tro­vers dis­ku­tiert. Die Abschluss­dis­kus­si­on, u.A. mit dem stän­di­gen Ver­tre­ter Deutsch­lands bei der UN-Abrüs­tungs­kon­fe­renz Herrn Bot­schaf­ter Peter Beer­werth beschäf­tig­te sich noch ein­mal final mit einem rea­lis­ti­schen Blick in die Zukunft und gab vor­sich­ti­ge Hoff­nung auf eine kon­struk­ti­ve Fort­set­zung der Gesprä­che auf der CCW im kom­men­den Halb­jahr.

Maxi­mi­li­an Kret­sch­mann, YATA Ger­ma­ny Mit­glied

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