Christian Schmidt beerbt den österreichischen Diplomaten Valentin Inzko, der vor Kurzem noch ein Gesetz erlassen hatte, welches die Leugnung des Völkermords von Srebrenica unter GefĂ€ngnisstrafen von bis zu neun Jahren stellt, was auch von seinem Nachfolger befĂŒrwortet wird: »Jedes Kriegsverbrechen muss geahndet werden, wie auch alle Kriegsverbrechen der Geschichte, von wem auch immer begangen«, zitiert ihn der SRF diesbezĂŒglich. Im Vordergrund stehe dabei die Schuld von Einzelnen. »Es kann niemals um Kollektivschuld fĂŒr Völker gehen. Ein Volk oder eine ethnische Gruppe kann man nicht unter Anklage stellen«.
Das groĂe Ziel ist klar formuliert, auch wenn der Weg dahin kein leichter sein wird: Bosnien und Herzigowina auf einen EU-Beitritt vorzubereiten.
Um EU-Beitrittsverhandlungen möglich zu machen, mĂŒsse Bosnien-Herzegowina stabiler werden. Zentral dafĂŒr sie dafĂŒr die Schaffung einer neuen Verfassung, deren Wahlrecht alle Bevölkerungsgruppen an der Gestaltung des Staates teilhaben lieĂe, unter anderem Angehörige von jĂŒdischen Gemeinden oder Roma. Bisher haben nur Bosniaken, der katholischen Kroaten und der orthodoxen Serben, also Angehörige der drei gröĂten ethnisch-religiösen Volksgruppen, das passive Wahlrecht, also die Möglichkeit sich ins StaatsprĂ€sidium wĂ€hlen zu lassen. Das mĂŒsse langfristig verĂ€ndert werden, sagt Schmidt, auch da das Land aktuell Gefahr laufe, funktional handlungsunfĂ€hig zu werden. AuĂerdem steht eine effektivere KorruptionsbekĂ€mpfung auf der Agenda.
Wir wĂŒnschen unserem PrĂ€sidenten viel Erfolg, fĂŒr diese verantwortungsvolle Aufgabe!





