Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.
Atlantic Talk Podcast abonnieren:
RSS-Feed Apple Podcast Spotify

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die SchaltflÀche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Von Leipzig bis nach Minsk:

Zwischen Zivilgesellschaftlichen Protestformen und demokratischer Erosion

Atlantic Talk Podcast abonnieren:
RSS-Feed Apple Podcast Spotify

Gemeinsam mit dem DAIS haben wir uns gefreut, Sie zu dieser hybriden Veranstaltung begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen!

Beim nĂ€chtlichen Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs Ende Juni 2021 in BrĂŒssel geriet die ungarische Regierung Viktor OrbĂĄns ins Kreuzfeuer der Kritik: Das umstrittene Gesetz, welches den Zugang zu Inhalten, die HomosexualitĂ€t darstellen, fĂŒr Personen unter 18 Jahren verbietet, verursachte heftige Wortgefechte und verleitete den niederlĂ€ndischen MinisterprĂ€sidenten Mark Rutte gar dazu, OrbĂĄn den Austritt aus der EuropĂ€ischen Union zu empfehlen. Dies fĂŒgt sich in eine Reihe von Vertragsverletzungsverfahren ein, wie sie die EU-Kommission in den vergangenen Jahren gegen Ungarn und weitere osteuropĂ€ische Staaten wie Polen eingeleitet hatte, um etwa auf die graduelle BeschrĂ€nkung der UnabhĂ€ngigkeit der Justiz in Polen zu reagieren.

Damit ist das Bild in Osteuropa dreißig Jahre nach dem von Bewegungen wie der Solidarnoƛć oder der Montagsdemonstrationen in Leipzig mitverursachten Fall des Eisernen Vorhangs gespalten. Zwar spielen zivilgesellschaftliche BĂŒndnisse nach wie vor eine große Rolle, so auch jene, die in Polen zu Massenprotesten gegen das Abtreibungsverbot oder in Belarus zum Widerstand gegen Machthaber Alexander Lukaschenko aufriefen. Dem gegenĂŒber stehen aber eine messbare Erosion der demokratischen QualitĂ€t sowie wachsende rechtspopulistische Tendenzen, die mit dem Aufstieg der Alternative fĂŒr Deutschland auch in Dresden oder Leipzig Anklang finden.

Wir nahmen dieses regionale Panorama und die Frage nach dem Transformationserbe der 1990er Jahre im Osten zum Anlass, um zivilgesellschaftliche BĂŒndnisse und ihren Einfluss in Politik und Gesellschaft in der Region im neuen Jahrzehnt zu beleuchten.

Dabei hatten wir auch die High-Politics-Ebene im Blick und fragten nach dem Schutz der gemeinsamen europĂ€ischen Werte durch Instrumente wie dem EU-Rechtsstaatsmechanismus. Eine geopolitische Einordnung rundete die Veranstaltung ab: Woher kommt das Feindbild Russland, das in einem Ost-West-Gegensatz gerne evoziert wird? Und wo stehen die osteuropĂ€ischen LĂ€nder zwischen dem US-Interesse an einer StĂ€rkung der Ostflanke der NATO und dem deklarierten Ziel des NATO-2030-Prozesses, die KernidentitĂ€t des BĂŒndnisses auf Basis der GrundsĂ€tze der Demokratie stĂ€rken zu wollen?

Diese Diskussion im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe »Die Welt bei einem Kaffee« fand in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Sachsen e.V. statt.

Zu Gast:

Prof. Dr. Johannes Varwick

Lehrstuhlinhaber fĂŒr Internationale Beziehungen und europĂ€ische Politik, Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg

Johannes Varwick (* 28. Februar 1968 in Aschaffenburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er ist seit 2013 Lehrstuhlinhaber fĂŒr Internationale Beziehungen und europĂ€ische Politik an der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und war von 2019 bis 2021 PrĂ€sident der Gesellschaft fĂŒr Sicherheitspolitik. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen sicherheitspolitische Grundfragen, die Forschung zur EuropĂ€ischen Union und EuropĂ€isierung, Internationale Organisationen (insbesondere NATO und Vereinte Nationen) sowie Themen etwa aus den Gebieten der deutschen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, des Multilateralismus oder der transatlantischen Beziehungen.

Marta KozƂowska

Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei dem Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der TU Dresden

Marta KozƂowska ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der TU Dresden. Nach dem Studium der Soziologie und Europawissenschaften in Polen (UAM PoznaƄ) und Deutschland (FU Berlin) promovierte sie ĂŒber die politische Bedeutung von SolidaritĂ€t in den Wahlprogrammen der deutschen Parteien. Ihre Forschungsinteressen umfassen soziale Integration, politischer Konflikt und Spaltungslinien, die Sprache der Politik, Populismus, kollektive IdentitĂ€ten und Ideengeschichte.

Moderation:

Hana Rydza

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut fĂŒr Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig

Geb. 1992 in Pistian/Slowakei. 2012–2018 Bachelor- und Master-Studium der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte und Ostmitteleuropa an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin. 09/2014–03/2019 studentische Hilfskraft von Prof. Dr. Herfried MĂŒnkler am Lehrstuhl Theorie der Politik, HU Berlin. 11/2018–03/2019 Mitarbeit am Projekt »Deutsch-Tschechische Beziehungen in Zahlen«, gefördert durch die Assoziation fĂŒr internationale Fragen (AMO), Prag und die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Osteuropakunde (DGO), Berlin. Seit 07/2011 Übersetzungsarbeiten fĂŒr PhDr. Gabriel Fusek, CSc., ArchĂ€ologisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Neutra (Slowakisch–Deutsch). Seit April 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am GWZO in der Nachwuchsgruppe »Ostmitteleuropa im Vergleich«.

Bildnachweise fĂŒr diese Seite
 Copyright
CS Mitgliederversammlung 4 DAG / Andreas Schwarz CS-Mitgliederversammlung-4-150x150.png
FĂŒr Abbildungen, die hier nicht gelistet sind, ist kein Urheber-Nachweis notwendig, oder wir selbst sind der Urheber.
Double Opt-in by Forge12