Wieso ist die Lage im Indopazifischen Raum und besonders im SĂĽdchinesischen Meer fĂĽr Deutschland relevant? Es wäre ein Trugschluss anzunehmen, dass diese weit entfernte Region fĂĽr die wirtschaftlichen und politischen Interessen Deutschlands nur von untergeordneter Bedeutung ist. Tatsächlich hat sich das SĂĽdchinesische Meer (SCM) zu einem der bedeutendsÂten geopolitischen Brennpunkte des 21. Jahrhunderts entwickelt. In seinem Vortrag analysiert unser Gast, Oberstleutnant van Breevoort die komplexe Konfliktdynamik in der Region vor dem Hintergrund sich verschiebender globaler Machtverhältnisse. Es wird deutlich, dass die ReleÂvanz des Konflikts weit ĂĽber die regionalen Grenzen hinausgeht:
Das SĂĽdchinesische Meer ist in gewisser Weise die Herzkammer des Indopazifiks und nicht nur aufgrund seiner strategischen Handelsrouten und reichen Ressourcenvorkommen von globaler Bedeutung, sondern auch aufgrund der dort agierenden Akteure. In den vergangenen Jahren hat die Rivalität zwischen der Volksrepublik China (CHN) und den USA kontinuierlich zugenomÂmen und im SCM prallen die gegensätzlichen Interessen immer stärker aufeinander. In seinem Vortrag analysiert unser Gast, wie CHN durch die Schaffung kĂĽnstlicher Inseln und den Ausbau militärischer Präsenz seine AnsprĂĽche im SĂĽdchinesischen Meer durchzusetzen versucht. Auf der anderen Seite versuchen die USA und ihre VerbĂĽndeten durch verstärkte militärische Präsenz und strategische Partnerschaften ein Gegengewicht zu schaffen. Diese und weitere Konfliktfaktoren werden aufgezeigt und beleuchtet. Der Referent wird auch aufzeigen, dass bisÂherige diplomatische Lösungsansätze keine nachhaltige Entspannung bewirken konnten. Weder die vom Verband SĂĽdostasiatischer Nationen (ASEAN) ausgehenden Initiativen, noch internationale SchiedssprĂĽche haben dazu gefĂĽhrt, dass zentrale Streitpunkte beigelegt werden konnten. So muss festgestellt werden, dass das Konfliktpotenzial im SĂĽdchinesischen Meer ernsthafte geopolitische und wirtschaftliche Implikationen fĂĽr die internationale Gemeinschaft, einschlieĂźlich Deutschlands, birgt. Trotz multipler weltweiter Krisenherde, muss der Konflikt aktiv angegangen werden, um eine weitere Verschärfung zu vermeiden. Die fortschreitende Militarisierung der Region bzw. des Konflikts gilt es zu beenden. Stattdessen mĂĽssen sowohl diplomatische Entschlossenheit als auch verstärkte regionale Zusammenarbeit unter BerĂĽckÂsichtigung des internationalen Rechts in den Mittelpunkt aller BemĂĽhungen gestellt werden.
Gerade vor dem Hintergrund der Spannungen in Bezug auf die durch CHN immer wieder forcierten AnsprĂĽche auf einen Anschluss der Republik China (Taiwan) an die Volksrepublik und die aktuelle Rolle der USA im Irankonflikt, wird dieses Thema genug Stoff fĂĽr eine anschlieĂźende interessante Aussprache bieten.
Zu dieser Vortragsveranstaltung, die die Deutschen Atlantischen Gesellschaft zusammen mit dem RK WEST der Clausewitz-Gesellschaft, der Sektion Köln-Bonn der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. sowie der Bonner Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. durchführen wird, laden wir Sie herzlich ein.
Anmeldungen bitte bis Mittwoch, 24. Juni 2026 an rkwest@clausewitz-gesellschaft.de (unter Angabe von Dienstgrad/Titel, Vorname, Name, Wohnort). Zum Einlass ist ein Ausweisdokument zwingend notwendig!



