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Frankreich nach den PrÀsidentschaftswahlen (2022)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die erste Runde der französischen PrĂ€sidentschaftswahlen hat am 10. April 2022 stattgefunden. Marine Le Pen vom rechtsextremen Rassemblement National und Amtsinhaber Emanuel Macron mit seiner Partie La RĂ©publique en Marche gehen am 24. April 2022 in die Stichwahl um das Amt des französischen StaatsprĂ€sidenten. Was bedeutet das Ergebnis fĂŒr Frankreich, fĂŒr die deutsch-französischen Beziehungen im Kontext der EuropĂ€ischen Union, aber auch die NATO?

Die bisherigen Parteien der Mitte, die rechtsbĂŒrgerlichen Republikaner und die linksbĂŒrgerlichen Sozialisten, die jahrzehntelang abwechselnd das Schicksal und die Politik Frankreichs bestimmt und in Europa beeinflusst haben, kommen zusammen nur noch auf Zustimmungswerte von 6,5 % (!) in der Bevölkerung und sind damit nahezu bedeutungslos, wobei abzuwarten ist, wie die französischen Parlamentswahlen im Juni ausgehen.

Marine Le Pens Wahlprogramm richtet sich gegen „BrĂŒssel“ und gegen die europĂ€ische Integration Frankreichs, aber auch gegen die Einbindung des Landes in die militĂ€rische Struktur der NATO. Außerdem will sie die Beziehung zu Deutschland grundlegend neu bestimmen. Sozial- und wirtschaftspolitisch setzt sie vor allem auf Protektionismus.

Emanuel Macron hingegen ist ein ĂŒberzeugter EuropĂ€er. Er setzt sich seit seiner Sorbonne Rede 2017 außenpolitisch fĂŒr einen weiteren Ausbau der EU einschlieÎČlich einer gröÎČeren auÎČen- und verteidigungspolitischen UnabhĂ€ngigkeit von den USA und der NATO ein. Innen- und sozialpolitisch kĂŒndigt er nach einer erfolgreichen Arbeitsmarktreform nun vor allem eine Umgestaltung des Rentenversicherungssystems und die Anhebung des Rentenalters von derzeit 62 auf 65 Jahre an.

Es steht also viel auf dem Spiel fĂŒr Frankreich und damit auch fĂŒr Deutschland und die EU sowie die NATO im zweiten Wahlgang der PrĂ€sidentschaftswahlen sowie bei den folgenden Parlamentswahlen. Selbst bei einem Sieg Emmanuel Macrons und seiner Partei wird es angesichts der ZĂ€sur des Ukrainekriegs und aufgrund der zunehmend fragmentierten und zerstrittenen Gesellschaft in Frankreich kein einfaches „Weiter so“ geben, ganz zu schweigen, wenn Marine Le Pen und ihre AnhĂ€nger die Wahl fĂŒr sich entscheiden sollten.

Reiner Marcowitz, Historiker und Professor fĂŒr Deutschlandstudien an der UniversitĂ© de Lorraine sowie Frankreichexperte kommt zum dritten Mal im Auftrag der Deutschen Atlantischen Gesellschaft nach Magdeburg und wird Einblicke in die französische Politik unter dem Stichwort KontinuitĂ€t oder Neuanfang in Krisenzeiten (?) geben.

Wir freuen uns ĂŒber Ihre Teilnahme!

 

 

 

 

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Veranstaltungsdetails

Datum:
5. Mai 2022
Zeit:
18:30 – 20:00

Veranstalter

Veranstaltungsort

Roncalli-Haus Magdeburg
Max-Josef-Metzger-Str. 12/13
39104 Magdeburg
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Zu Gast:

Reiner Marcowitz

Historiker und Professor fĂŒr Deutschlandstudien an der UniversitĂ© de Lorraine

Reiner Marcowitz ist Professor fĂŒr deutsche Landestudien an der UniversitĂ© de Lorraine, Metz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche und französische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen und der europĂ€ischen Integration sowie die Auswirkungen von Amerikanisierung, EuropĂ€isierung und Globalisierung.

Reiner Marcowitz ist seit 2008 Kodirektor des DĂ©partement d'Ă©tudes franco-allemandes; von 2010 bis 2018 leitete er zusĂ€tzlich den Centre d'Ă©tudes germaniques interculturelles de Lorraine (CEGIL), das Forschungsinstitut der Deutschlandspezialisten an der UniversitĂ© de Lorraine. Er ist ferner Mitglied des Deutsch-französischen Historikerkomitees (von 2008 bis 2012 Vorstandsmitglied), der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik und im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. 2019 wurde er in den Conseil national des universitĂ©s berufen.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Michael Simon

BĂŒroleitung · Referent
Wenzelgasse 42 · 53111 Bonn
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