Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

(50) Zwei Kriege und die Zeitenwende in der NATO

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Die beiden Kriege in der Ukraine und in Israel, die Weiterentwicklung der NATO und der Wettbewerb der GroĂźmächte und seine Folgen fĂĽr Europa. Vier zentrale Themen stehen gerade sicherheitspolitisch im Fokus – und sie bestimmen auch die Themen bei der NATO TALK Konferenz 2023 der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und des George C. Marshall European Center For Security Studies am 6. November 2023. 

Diese Ausgabe des Atlantic Talk Podcasts gibt einen Ăśberblick ĂĽber diese vier Themenkomplexe. Zu Gast ist diesmal Generalleutnant a.D. Heinrich BrauĂź, der die diesjährige Konferenz verantwortet. 

Er spricht mit Moderator Oliver Weilandt ĂĽber die traurige Konkurrenz der beiden Kriege in der Ukraine und in Israel – und die Gemeinsamkeit, dass sie beide brutal angegriffen wurden und die Weltgemeinschaft sich bei beiden nicht dazu durchgerungen hat, die Angreifer geschlossen beim Namen zu nennen. 

Heinrich BrauĂź zeigt die Bandbreite der Interpretationsmöglichkeiten, der GrĂĽnde, Motive und Ziele des Angriffs der Hamas auf Israel auf: Wollte die Hamas mit dem brutalen Vorgehen gegen israelische Zivilisten den kollektiven Hass gegen Israel schĂĽren? Wollte sie die Hisbollah zum Eingreifen veranlassen? Sitzen die Drahtzieher im Iran? Sollte die Annäherung zwischen Israel und den moderaten arabischen Staaten torpediert werden? Gibt es gar eine Verbindung mit Russland und China? „Genau wissen wir das noch nicht“, betont der Generalleutnant a.D., auch fĂĽr ihn drängt sich diese Frage aber auf.

Im Atlantic Talk Podcast geht es um die erwartbaren Reaktionen von und Konsequenzen fĂĽr die USA und Deutschland fĂĽr den Fall, dass sich beispielsweise die Verwicklung des Irans in den Angriff der Hamas bestätigt und die Frage, wo die arabischen Staaten stĂĽnden, sollte es tatsächlich einen „Flächenbrand“ im Nahen Osten geben. 

Die zeitliche Parallelität der beiden Kriege in Israel und in der Ukraine ist besonders bitter fĂĽr die Ukraine: Der weitere Krieg teilt die Aufmerksamkeit und die UnterstĂĽtzungskapazität der Partner. Nach Brauß’ Einschätzung werde das mittelfristig auch dazu fĂĽhren, dass nicht nur die politische, sondern auch die militärische UnterstĂĽtzung fĂĽr die Ukraine nachlasse. 

Das George C. Marshall European Center For Security Studies hat einen Katalog möglicher Szenarien fĂĽr die Zukunft der Ukraine ausgearbeitet, der bei der NATO TALK Konferenz thematisiert werden wird. Heinrich BrauĂź skizziert die möglichen zukĂĽnftigen Sicherheitsstrukturen fĂĽr die Ukraine und Europa. Er plädiert dafĂĽr, „jetzt und dann auf Dauer der Ukraine alles zu liefern, was sie braucht, um den Krieg erfolgreich zu gestalten“. Das sei die entscheidende Voraussetzung dafĂĽr, dass Putin sich – wenn ĂĽberhaupt – schlieĂźlich auf Verhandlungen einlasse. 

Der russische Angriff auf die Ukraine hat zu einer stärkeren internen Einigung der NATO gefĂĽhrt und sie damit gestärkt. Heinrich BrauĂź erläutert, inwiefern die NATO „Abschreckung und Verteidigung neu lernt“ und „nördlicher und globaler werden wird“. Eine Erweiterung des NATO-BĂĽndnisgebietes in Richtung des Indopazifiks bedeute dies allerdings nicht. 

Zu Gast:

Generalleutnant a.D. Heinrich BrauĂź

Ehemaliger Beigeordneter NATO-Generalsekretär für Verteidigungspolitik und Streitkräfteplanung (2013 – 2018)

Heinrich Brauß ist Generalleutnant a. D. der Bundeswehr, Leiter der jährlichen NATO Talk-Konferenz der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und seit Oktober 2018 Senior Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. General Brauß war von Oktober 2013 bis Juli 2018 Beigeordneter NATO-Generalsekretär für Verteidigungspolitik und Streitkräfteplanung (Assistant Secretary General for Defence Policy and Planning) im Internationalen Stab der NATO in Brüssel wie auch Vorsitzender des Defence Policy and Planning Committee des Nordatlantikrats. Er ist überdies Verfasser der DAG-Publikation NATO 75 – Entwicklung · Erfolge · Herausforderungen.

Moderation:

Oliver Weilandt

Geschäftsführer der Hörfunkagentur Internationaler Audiodienst (iad)

Oliver Weilandt moderiert den »Atlantic Talk Podcast« der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Der Agenturleiter und Autor zahlreicher Radiofeature und politischer Hintergrundberichte auf den Wellen der ARD sowie in den Programmen des Deutschlandradios verantwortet unter anderem auch das Privatfunkprogramm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Nicolas Fescharek

Referent
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